Wirtschaftliche Sanierung im Geschossbau

Barrierefreie bzw. barrierearme Sanierung der Badezimmer

barrierefreie oder barrierearme Sanierung der Badezimmer Mit einem bemerkenswert langfristig angelegten Konzept passt die Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Dogewo 21 derzeit ihren Wohnungsbestand an die sich deutlich verändernden Marktbedingungen an. Um die Wirtschaftlichkeit der damit verbundenen Umbaumaßnahmen sicherzustellen, setzt die Dogewo bei der barrierefreien beziehungsweise barrierearmen Sanierung der Badezimmer auf den abgestimmten Systemverbund von Viega, beispielsweise das besonders flexible Vorwandsystem Steptec.

Die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften in Deutschland geraten zunehmend unter Druck. Auf der einen Seite haben sie mit der demografischen Entwicklung zu kämpfen. Dazu gehören vor allem der Rückgang der Bevölkerung und die allgemeine Überalterung. Derzeit sind beispielsweise knapp 25 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre, 2020 wird es fast jeder dritte sein. Knapp 11 Prozent der Menschen sind dann sogar über 75 Jahre alt. Auf der anderen Seite müssen die gleichen Wohnungsgesellschaften ausgerechnet jetzt, in dieser Phase des Umbruchs, ihre zum erheblichen Teil aus den 60er- und 70er-Jahren stammenden Wohnungsbestände umfassend sanieren. Vereinfacht zusammengefasst: Obwohl das klassische Mieterklientel der Wohnungsgesellschaften immer weniger wird und sich die Ansprüche der vorhandenen Mieter wandeln, müssen hohe Investitionen getätigt werden, um den Wohnungsbestand zu erhalten. Zu erhalten oder – wie es die Dogewo 21 sieht – mit der sich verändernden Mieterstruktur und ihren speziellen Bedürfnissen weiterentwickeln, so Volker Ruiters, Bereichsleiter Bestandsmanagement: „Etwa 35 Prozent der Mieter sind Senioren. Ein maßgebliches Kriterium ist daher, wie weit unsere rund 16.000 Wohnungen auch bei Mobilitätseinschränkungen genutzt werden können. Auf diese Frage haben wir reagiert und bereits 250 Wohnungen barrierefrei umgebaut, weitere 800 verfügen schon jetzt über einen barrierefreien Zugang.“

Mieter mitnehmen
Wichtig war den Verantwortlichen der Dogewo 21 dabei, die Mieter von Anfang an mitzunehmen. Also ihnen keine standardisierten Komplettlösungen vorzuschreiben, sondern beispielsweise bei der Badsanierung die Bandbreite des Möglichen aufzuzeigen, um dann daraus individuelle Pakete zu schnüren. Wie diese Möglichkeiten aussehen, davon können sich die Mieter zunächst einmal in einem rund 300 Quadratmeter großen Showroom in der Hauptverwaltung an der Landgrafenstraße ein Bild machen. Musterküchen und Bäder stehen hier neben einem Präsenter mit verschiedenen Auslaufarmaturen und sogar einer 3 Meter langen Steptec-Musterwand von Systemanbieter Viega. Andreas Wachter, Bauleiter Technische Dienste bei der Dogewo 21, zu diesem ungewöhnlichen Ausstellungsmix: „Die komplett ausgestatteten Musterbäder zeigen, wie schön das Bad nach der Sanierung ist und wie einfach zu benutzen. Die Scheu vor der mit Schmutz und Einschränkungen verbundenen Sanierung aber bleibt bestehen.

Und da hilft dann die Technikschau mit der Steptec-Mustervorwand von Viega.“ An der, so Wachters Erfahrung, können nämlich selbst technische Laien sehen, wie sich ein Bad passgenau und ohne staubaufwirbelnde Stemmarbeiten zeitgemäß umbauen und ausstatten lässt.
Zum Beispiel bei der Frage, welche Auslösung der Unterputz-Spülkasten in Zwei-Mengen-Technik haben soll. Konventionell mit einer Visign-Betätigungsplatte? Dann kann an Ort und Stelle zwischen drei verschiedenen Designs ausgewählt werden. Oder wird doch die elektrische Auslösung am Stützgriff bevorzugt? Selbstverständlich hat die Dogewo 21 dafür ebenfalls ein Anschauungsmuster parat, denn zu den individuell mieterbezogenen Ausbaulösungen gehört auf Wunsch mehrstufiges Vorgehen: So können die Steptec-Vorwandelemente beispielsweise von Anfang an mit Befestigungsplatten für Stützgriffe ausgerüstet werden, obwohl der rüstige Mieter dafür momentan noch gar keinen Bedarf hat. In einigen Jahren aber, weiß Andreas Wachter, können die Stützgriffe mit nur geringem Aufwand problemlos nachgerüstet werden.

Einfache Angebote sinnvoller
Wie das Ganze dann in der Praxis aussieht und funktioniert, auch das demonstriert die Dogewo 21 ihren Mietern im Detail: In unmittelbarer Nachbarschaft der Hauptverwaltung hat sie eine im Erdgeschoss gelegene Musterwohnung eingerichtet, in der alle denkbaren Ausstattungsmerkmale für möglichst komfortables Wohnen im Alter vereint sind. Der für Rollstuhlfahrer geeignete Eingang, der barrierefreie Zugang zum Balkon oder die bodengleiche, mit dem Rollstuhl befahrbare Dusche sowie ein unterfahrbarer Waschtisch sind nur einige Beispiele dafür. Zugleich sind das jedoch die Ausstattungsmerkmale, die am meisten nachgefragt werden, ist die Erfahrung von Volker Ruiters: „Vieles von dem, was über Bus- oder Multimediakabel heute schon an Funktionalitäten machbar ist, ist schlicht nicht seniorengerecht oder überfordert die älteren Mieter. Im Gegensatz zu einfacheren Angeboten wie die Bewegungsmelder, die bei längerer Abwesenheit aus der Küche irgendwann den Herd ab- oder beim Betreten des Flurs im Dunkeln das Licht einschalten. Die stoßen, weil sie sofort verstanden werden, von Anfang an auf große Begeisterung.“

Und so ist die Musterwohnung der Dogewo 21 mittlerweile auch weit mehr als in Form gegossenes Expertenwissen. Denn aufgrund der Erfahrungen und Anregungen, die die Mitarbeiter des Wohnungsunternehmens im Rahmen der Mieterbesuche hier sammeln, können Hersteller wie Viega ihre Produkte seniorengerecht weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Ablaufgarnitur des Systemanbieters für die Küchenspüle. Normalerweise lässt sich diese Garnitur, wie in herkömmlichen Küchen üblich, von oben bedienen. In Dortmund hingegen erfolgt die Bedienung von vorne – und auf einmal kann jeder Rollstuhlfahrer ohne Anstrengung den Ablauf der Spüle öffnen und verschließen. Prinzipiell eine Kleinigkeit nur, für die Mieter der Wohnungen aber vielleicht der mitentscheidende Punkt, der Dogewo 21 auch im Alter oder bei körperlichen Beeinträchtigungen die Treue zu halten. Für die Wohnungsgesellschaft wiederum ist es eine Bestätigung, die sanfte Sanierung und Neuausrichtung ihres Wohnungsbestands im engen Schulterschluss mit Herstellern wie Viega fortzusetzen, um über den regelmäßigen Erfahrungsaustausch Praxisnähe und Wirtschaftlichkeit der Wohnungsausstattungen weiter zu optimieren.
www.viega.de

red
Bild: Mit einer praxisnahen Komplettausstattung wird im Badezimmer der Musterwohnung demonstriert, wie komfortabel dieser Lebensbereich auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen sein kann. (VIEGA)