Der Rückgang junger erwerbstätiger Menschen ist nur eine von vielen Folgen des demografischen Wandels, die jedoch große Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und den Arbeitsmarkt hat. Die Zahl der Berufseinsteiger nimmt spürbar ab, und damit steigt auch der Wettbewerb um qualifiziertes Fachpersonal, das die hohen Qualifizierungsanforderungen erfüllt. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Branchen ist gerade in der krisengebeutelten Immobilienwirtschaft ein positiver Aufwärtstrend erkennbar. Die jüngsten Zahlen bestätigen: Immobilienberufe sind wieder gefragt.
Laut Immobilienverband Deutschland beginnen jährlich 1800 Schulabgänger ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau beziehungsweise zum Immobilienkaufmann. Die wachsende Attraktivität einer Karriere in der Immobilien- und Facility-Management-(FM-)Branche liegt unter anderem daran, dass neben der Bewirtschaftung von Gebäuden auch die steigenden Erwerbsmöglichkeiten im FM-Markt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Viele Firmen der Branche und Unternehmenskooperationen haben ebenfalls ihren Beitrag dazu geleistet. So besteht beispielsweise die Initiative „FM-die Möglichmacher“ aus einem Zusammenschluss von zwölf führenden Facilitiy-Management-Unternehmen, die es sich als Ziel gesetzt haben, mit einer gemeinsamen Kampagne die Leistungen und Chancen des Markts in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen. Zentraler Auftrag ist darüber hinaus, die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen hervorzuheben, um für mehr qualifizierten Nachwuchs zu sorgen. Ein Mitglied dieser Kooperation ist die Unternehmensgruppe Gegenbauer, einer der größten Ausbildungsbetriebe der FM-Branche.
Im Juni 2010 schloss Amira Saber bei Gegenbauer ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau ab und wurde als Property-Managerin übernommen. Da der Beruf neu geschaffen wurde (vorherige Bezeichnung: Kaufmann/-frau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft) war sie die erste erfolgreich in der Unternehmensgruppe ausgebildete Immobilienkauffrau. Mittlerweile studiert Amira Saber Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Darmstadt und ist studienbegleitend weiterhin für Gegenbauer tätig. „So kann ich mein wachsendes Know-how aus den Ausbildungs- und Studieninhalten in meine praktische Tätigkeit einbringen, ohne meine Position im Unternehmen aufgeben zu müssen“, berichtet Saber.
„Mitarbeiterbindung ist zu Zeiten des Fachkräftemangels für uns das A und O“, betont auch Claus Kohls, Personaldirektor Unternehmensgruppe Gegenbauer. Insgesamt bietet Gegenbauer 13 verschiedene Tätigkeitsfelder im technischen, gewerblichen und kaufmännischen Bereich an. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung sind unterschiedlich. „Wir suchen Anwärter mit verschiedensten Qualifikationen, vom Schulabsolventen bis zum Akademiker, für jeden findet sich die geeignete Aus- oder Weiterbildung. Unser Personal muss vor allem professionell und flexibel einsetzbar sein“, so Kohls. „Um speziell jungen Mädchen die vielfältigen Berufsbilder näherzubringen, beteiligen wir uns als Unternehmensgruppe auch regelmäßig an den Aktionen des jährlich stattfindenden Girls Day. So kommen wir schon recht früh in persönlichen Kontakt mit potenziellen Bewerberinnen und können sie ausführlich über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren.“
Auch das Thema Integration nimmt einen besonderen Stellenwert in der engagierten Personalpolitik von Gegenbauer ein. „Wir achten auf einen ausgewogenen Mix zwischen jungen Nachwuchskräften und älteren Mitarbeitern mit langjähriger Berufserfahrung“, unterstreicht Kohls. „Neben der Zusammenarbeit von Alt und Jung fördern wir auch die Vielfalt von Kulturen – bei Gegenbauer arbeiten Menschen aus über 100 Nationen. 20 Prozent der Ausbildungsplätze stellen wir Jugendlichen aus Zuwandererfamilien zur Verfügung.“
Glaubt man den Prognosen, wird der Bedarf an Fachkräften in der Immobilienwirtschaft weiterhin zunehmen. Mittlerweile zählt die Branche nun schon mehr Beschäftigte als vor der Krise. Um diesem Trend gerecht zu werden und die erforderlichen Fachkräfte zu rekrutieren, benötigen gerade viele kleinere und mittlere Immobilienunternehmen eine strategische Neuausrichtung ihrer Personalentwicklung. Eine Unternehmenskooperation wie im Falle der „FM-Möglichmacher“ ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten.
red
Bild: Claus Kohls, Personaldirektor Unternehmensgruppe Gegenbauer, setzt auf gute Ausbildung und Mitarbeiterbindung.
