Meißen, die „Wiege Sachsens“, wird Jahr für Jahr von tausenden Touristen besucht, die es zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt zieht. Um zu diesen und zu allen anderen Anziehungspunkten zu gelangen, bedarf es sicherer Wege.
In Meißens Altstadt läuft und rollt der Verkehr ausschließlich über historische Granitplatten und Pflasterflächen. Zusammen mit Kleinpflaster bilden vorwiegend Granitplatten die Gehwege, auf Straßen und Plätzen sind hauptsächlich großformatige Pflastersteine aus rotem Meißener Granit oder aus anderen Hartgesteinen der unmittelbaren Umgebung zu finden.
Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen werden kontinuierlich ausgeführt. Die Sanierungsmaßnahmen beschränken sich nicht nur auf die Verkehrsflächen. Auch unter den Ver-kehrsflächen liegende Ver- und Entsorgungsleitungen werden miteinbezogen. Oftmals ist es der marode Untergrund, der vordergründig zum Handeln zwingt. So auch im Falle der Marktgasse, einer der Hauptadern des Geh- und Anlieferverkehrs in der Altstadt.
Nach den Plänen des Ingenieurbüros Müller-Miklaw-Nickel aus Miltitz bei Meißen wurde zunächst der durch das Jahrhundert-Hochwasser im August 2002 beschädigte Abwasserkanal auf einer Länge von 140 Metern samt Hausanschlüssen komplett erneuert. Entlang der Marktgasse (rund 200 Meter) wurden anschließend die Trinkwasserleitung inklusive der Hausanschlüsse neu verlegt und Teile der Energieversorgung ergänzt. Erst danach konnte das bauausführende Unternehmen, die Strabag AG, die Straßenoberfläche abschnittsweise wiederherstellen. Aus Gründen des Denkmalschutzes kamen die vorhandenen Granitplatten im Gehwegbereich – und vor allem das „alte“ Großpflaster als Straßenbelag – wieder zum Einsatz. Neu sind nur die Granitbordsteine.
Über die üblichen Straßenbeanspruchungen hinaus mussten Vorkehrungen gegen eine mög-liche Hochwasserbelastung getroffen werden. Dementsprechend wählte das Planungsbüro eine gebundene, drainfähige Bettung, die mit dem gesamten drainfähigen Unterbau entwässerungsseitig angeschlossen wurde. Im Hochwasserfall eindringende Wassermassen können mit sinkendem Pegelstand schnell wieder abgeführt werden, ohne größere Schäden zu verursachen. Außerdem verhindern spezielle wasserundurchlässige Pflasterfugenmörtel Schäden durch mechanische Reinigungsmaschinen.
Die Pflasterarbeiten führte die Firma Tenner aus Zabeltitz bei Großenhain aus. Als spezialisierter Pflasterfirma gelang es ihr, nicht nur einen fachgerecht verlegten, sondern auch optisch ansprechenden Pflasterbelag herzustellen. Insbesondere durch die guten Fließeigenschaften des verwendeten Pflasterfugenmörtels PCI Pavifix CEM lassen sich die Fugen mit einem Gummischieber leicht und sicher füllen. Das heißt der Fugenraum, der zum Großteil bei den vorhandenen Steinen stark „hinterschnitten“ ist, wird hohlraumfrei und dicht geschlossen. Ausgehärtet erreicht dieser Mörtel höchste Druckfestigkeiten von bis zu 80 N/mm2.
Folgende ästhetische Ansprüche wurden an die Pflasterfläche gestellt: richtige Fugentiefe, um den Pflastereffekt herauszustellen; keine Verunreinigung der Pflasterfläche mit Fugenmaterial; leichte Rauigkeit der Fugenoberfläche. Nach 21 Wochen Bauzeit konnte die Marktgasse wieder freigegeben werden. Auch wenn verständlicherweise die Augen der Touristen eher den zahlreichen oberirdischen Sehenswürdigkeiten statt des Pflasters folgen ...
www.pci-augsburg.de
Diplom-Ingenieur Falk Findeisen
Bild: Unterer Teil der fertiggestellten Marktgasse (PCI AUGSBURG)
