Umweltaktive Baustoffe am Haus liegen im Trend

Nelskamp: Das Dach reinigt die Luft

ClimaLife-DachStickoxide von drei Gasheizungen, 17.000 gefahrene PKW-Kilometer – solche Schadstoffmengen kann ein einziges ClimaLife-Dach eliminieren. Verschiedene Wohnbauunternehmen setzen bereits auf den umweltaktiven Dachstein und decken ganze Straßenzüge mit den Katalysator-Produkten ein.

Die Mikrobeton-Oberfläche unserer neuen Dachsteine enthält ein Titandioxid, das schädliche Substanzen ausfiltert. Vor allem in Ballungsräumen, wo ständig Smogalarm droht, trägt ClimaLife zu saubererer Luft bei“, erläutert Detlef Michaelis von den Dachziegelwerken Nelskamp. In Barsinghausen bei Hannover hat die Deutsche Annington Immobilien Gruppe zum Beispiel 42 Mehrfamilienhäuser mit der umweltaktiven Eindeckung saniert – rund 10.000 Quadratmeter Dachfläche. „Aktiver Umweltschutz ist ein zentrales Thema. Mit dieser neuen Technologie leisten wir dazu gezielt einen Beitrag“, betont Matthias Stock, Geschäftsführer der Deutschen Annington Nord. Und Heiner Nelskamp ergänzt: „Jedes Jahr werden bis zu 30 Millionen Quadratmeter Dachfläche in Deutschland mit Dachsteinen eingedeckt – ein riesiges Potenzial für saubere Luft in Städten und Gemeinden.“ Speziell im urbanen Raum, wo die meisten Schadstoffe aus der Verbrennung von Öl und Gas aus Heizungen, Kraftwerken und Fahrzeugen entstehen, ist die Verringerung von Stickoxiden über die Dachflächen besonders wirksam – auch vor dem Hintergrund der ständig weiter verschärften EU-Richtlinien.

„Wenn es um den Klimaschutz geht, müssen wir zügig handeln und die praktikablen Lösungen gemeinsam mit den Industriepartnern umsetzen“, stellt auch Reiner Kathenbach, Leiter Technik/QM der Evonik Wohnen GmbH in Essen, fest. „Wir modernisieren jährlich zirka 1000 Wohnungen nach Enev-Standard. Die Sanierung der Dachflächen ist dabei eine wichtige Facette im Rahmen der energetischen Aufwertung unserer Wohnungsbestände.“
Ein Katalysator fürs Dach

Vor allem Stickoxide sind gesundheitsgefährdend und erhöhen die Ozon-Belastung. Ihr Abbau reduziert also auch die Sommersmog-Probleme. Die neue Technologie baut Auto- oder Heizungsabgase ab. Der neue Mikrobeton (von Heidelbergcement) ist mit nanokristallinem Titandioxid durchsetzt. Dieses regt unter Einwirkung von Sonnenlicht die Umwandlungsreaktion an. Weil es ein Katalysator ist, wandelt es Stickoxide (NOX) „ein Dachleben lang“ in ungefährliches Nitrat um. Der Regen erledigt den Rest und spült alles ab.

Mit dem geschützten Signet „TXActive“, das europaweit photokatalytisch aktive Produkte kennzeichnet, wird für „ClimaLife“ „geprüfte Qualität“ garantiert.

Wirksamkeit bewiesen
Zur Verringerung der Stickoxide in der Luft wird die Photokatalyse bereits seit den 90er Jahren erfolgreich in Japan angewendet. Nach einem von der EU geförderten Projekt konnte ihre Wirksamkeit auch messtechnisch nachgewiesen werden: Unter optimalen Bedingungen, also bei maximaler Sonneneinstrahlung, ließ sich in wenigen Stunden eine NOX-Reduzierung von bis zu 90 Prozent feststellen. Bei schlechtem Wetter sind es immer noch bis zu 70 Prozent. Der Prozess wird durch die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts ausgelöst, darum läuft die Reaktion auch bei diffusem Licht ab.

Als Reaktionsprodukt entsteht in kleinen Mengen wasserlösliches Nitrat. Im natürlichen Stoffkreislauf steht es Pflanzen als Nährstoff zur Verfügung, wenn nicht vorher eine Kläranlage den Stoff ausfiltert.

Jetzt bestätigte auch das Institut für Technische Chemie der Universität Hannover: „Insgesamt zeigen die ClimaLife-Dachsteine eine stabile Abbaueffizienz.“ Bei 2000 Sonnenstunden im Jahr bauen 100 Quadratmeter ClimaLife-Dachsteine 334 Gramm Stickoxide ab. Die Studie belegt: Schon 200 Quadratmeter Dachfläche können die Abgase von etwa 17.000 Fahrkilometern eines Benzin-PKW der Euroklasse 4-beseitigen.

Zwei Modelle, vier Farben
Die umweltaktiven Dachsteine werden zur Zeit in den zwei gängigsten Modellen des Unternehmens Nelskamp, der Finkenberger Pfanne und der S-Pfanne, in jeweils vier Farbvarianten (Rot, Braun, Zementgrau und Granit) angeboten. Obwohl die Dachsteine extrem glatt sind und der Regen Schmutzteilchen und die umgewandelten Substanzen schnell abwäscht, wirken sie in der Optik „natur-matt“. Das liegt an der Oberflächenstruktur. Es wird ein heller Schleier freigesetzt, so lange das Produkt neu ist. „Er verschwindet aber nach einiger Zeit von allein“, erklärt Michaelis.

red
Bild: Auf immer mehr Baustellen in Niedersachsen werden – wie hier in Barsinghausen – die neuen, umweltaktiven Dachsteine eingesetzt (NELSKAMP, SCHERMBECK)