Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Bioenergie, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Bioenergie, Nachhaltigkeit und EnergieeffizienzIn Anwesenheit von Minister Dr. Till Backhaus vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern sowie Bernd-Udo Hahn, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), hat Anfang April in Gülzow der symbolische erste Spatenstich für das neue Bürogebäude der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stattgefunden. Dank eines Gebäudekonzepts, das weitgehend auf Energieeinsparung und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe setzt, wird das künftige Gebäude Vorbild-Charakter in Sachen Nachhaltigkeit haben.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
Die FNR wickelt als Projektträger des BMELV die bundesweite Projektförderung für nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie ab. Finanziert wird der rund 2 Millionen Euro teure Bau zu etwa drei Vierteln aus dem Konjunkturpaket II des Bunds, ein Viertel stammt aus Landesmitteln, die Fertigstellung ist für April 2011 geplant. Die Bauarbeiten führt der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg- Vorpommern aus.

Bioenergie
„Wer baut, muss mindestens 50 bis 100 Jahre vorausdenken. Heute gilt das insbesondere für die Energieversorgung: Zur Neige gehende Energieträger und der Klimawandel erfordern neue Konzepte – auch von einem Bauträger der öffentlichen Hand. Der FNR-Neubau ist in diesem Zusammenhang vorbildlich, wir setzen hier konsequent auf zukunftsweisende Lösungen“, sagte Minister Backhaus in Gülzow. Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR, ergänzte: „Durch intelligente Energiekonzepte und die sehr gute Wärmedämmung hat das Haus einen nur noch äußerst geringen Heizenergiebedarf, den wir vollständig über erneuerbare Energien decken werden. Besonders freue ich mich jedoch, dass wir viele verschiedene nachwachsende Rohstoffe als Baustoffe im konstruktiven wie im gestaltenden Bereich einsetzen. Damit demonstrieren wir die Eignung und die Vielfalt natürlicher Materialien für moderne Bauten.“

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Möglich geworden ist dieser Neubau nicht zuletzt durch das Engagement des Landwirtschaftsministeriums des Lands Mecklenburg-Vorpommern, das für die Unterbringung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FNR zuständig ist. Minister Backhaus hatte sich seit Langem dafür eingesetzt, trotz knapper Haushaltsmittel ein Gebäude zu realisieren, das beispielhaft in punkto Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ist. Den Entwurf für das auch äußerlich innovative Bürogebäude lieferte das Architekturbüro Matrix aus Rostock.

Zwei Vollgeschosse in Holzbauweise
So soll das Gebäude später aussehen: Auf einem massiven, halbseitig in das Erdreich eingelassenen Sockelgeschoss aus Mauerwerk und Beton liegen zwei Vollgeschosse in Holzbauweise.
Im Sockel selbst kann durch den ständigen Erdkontakt kein Holz in den Außenwänden verbaut werden. Die beiden Obergeschosse sind mit Zellulose- und Holzfasern gedämmt, die Decken bestehen aus Brettstapeln mit Zementestrich und einer Trittschalldämmung aus Holzfaserdämmstoffen. Die Fassade schließlich bekommt eine Verkleidung aus recyceltem Eichenholz, das Holz dazu stammt voraussichtlich aus alten landwirtschaftlichen Gebäuden.

Wärmedämmung entsprechend dem Passivhausstandard
Dank des vorbildlichen Gesamtenergiekonzepts und der sehr guten Wärmedämmung – sie entspricht dem Passivhausstandard – liegt der Gesamtenergiebedarf rund 40 Prozent unter den geltenden Anforderungen für Neubauten (Energieeinsparverordnung 2009). Für die Heizung benötigt das Haus nur noch ein Energieäquivalent von 1 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter Fläche. Tatsächlich wird hierfür jedoch nicht Heizöl oder Erdgas eingesetzt, sondern die Abwärme der im Haus betriebenen Server, die in einer 200 Quadratmeter großen Löschwasserzisterne aufgefangen wird. Eine mit Strom aus erneuerbaren Energien betriebene Wärmepumpe verteilt diese Wärme bei Bedarf im Haus.

Die FNR bezieht das neue Gebäude im Frühjahr 2011. Wer möchte, kann den Baufortschritt im Internet mitverfolgen – mit regelmäßig kommentierten aktuellen Fotos von der Baustelle.
www.natur-baustoffe.info/neubau-fnr/news-undpresse.html

red
Bild: Ein Bürogebäude, das Maßstäbe setzen soll, entsteht derzeit in Gülzow