Nachhaltigkeit zum Anfassen: Effizienz Plus

Viessmann: Ganzheitliches Konzept für Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Viessmann: Ganzheitliches Konzept für Ressourceneffizienz und KlimaschutzDie Herausforderungen einer zukunftssicheren Energieversorgung und des Klimaschutzes sind mittlerweile ein Dauerbrenner. Im Gegensatz zur globalen Ebene sind in Europa bereits konkrete energie- und klimapolitische Ziele vereinbart worden, von deren Umsetzung insbesondere die Kommunen profitieren. Angesichts langfristig steigender Preise für Öl und Gas sind die energetische Sanierung des Gebäudebestands und die forcierte Nutzung erneuerbarer Energien wichtige Hebel, die Energiekosten zu senken und damit die Haushalte zu entlasten. Der Heizungstechnikhersteller Viessmann zeigt am eigenen Unternehmen, wie energie- und klimapolitische Ziele schon heute erreicht werden können.

Was man konkret tun kann, zeigt das Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz Plus“ von Viessmann am Unternehmensstammsitz in Allendorf (Eder), für das innerhalb von drei Jahren insgesamt 220 Millionen Euro investiert wurden. Es basiert auf einem ganzheitlichen Konzept für Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Standortsicherung. Im Ergebnis ist der Verbrauch von Strom, Öl und Gas durch Effizienzsteigerungen um 22 Prozent und durch die Substitution fossiler durch erneuerbare Energie um 18 Prozent gesenkt worden. Der CO2-Ausstoß wurde um ein Drittel reduziert. Die energie- und klimapolitischen Ziele des Jahres 2020 können also schon heute mit marktverfügbarer Technik erreicht werden, wie der Heiztechnikhersteller beweist.

Doch das Unternehmen geht noch weiter: Neben der Energieeffizienz wurden auch die Material- und Arbeitseffizienz in der Fertigung erhöht. Die Steigerung der Arbeitseffizienz hat vor allem das Ziel, die Arbeitsplätze zu sichern. Mit der Einführung von Lean Production wurden die Strukturen und Prozesse in der Fertigung nach Effizienzgesichtspunkten neu gestaltet. Die Folge: Die Produktion musste komplett neu aufgebaut werden. Im Ergebnis wurde die Produktivität um bis zu 20 Prozent gesteigert und die Flächeneffizienz um rund 30 Prozent erhöht. Als weiterer Effizienzbereich steht die Materialeffizienz für den sparsamen Einsatz von Rohstoffen in der Produktion. Konkret wurden der Stahlverbrauch in der Produktion und der Wasserverbrauch halbiert. Die Recycling-Quote liegt inzwischen bei 99 Prozent, sodass kaum noch Abfall entsorgt werden muss.

Energiezentrale mit effizienten und klimaschonenden Technologien

In der neuen Energiezentrale werden alle im Wärmemarkt relevanten Energieträger eingesetzt. Öl und Gas werden deutlich effizienter als bisher genutzt – insbesondere durch den Einsatz von Brennwerttechnik mit Nutzungsgraden von 98 Prozent und Kraft-Wärme-Kopplung mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk. Mit Biomasse als erneuerbarem Energieträger wird nicht nur Wärme erzeugt, sondern in Kraft-Wärme-Kopplung mithilfe einer ORC-Turbine und eines Stirling-Motors auch Strom. Thermische Solarsysteme zur Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung und Gebäudeklimatisierung, Wärmepumpen zur Nutzung der Umgebungswärme aus der Luft oder dem Boden sowie eine Fotovoltaikanlage ergänzen das Spektrum.

Biogasanlage spart noch mehr fossile Energie

Darüber hinaus hat Viessmann eine Biogasanlage am Unternehmensstammsitz in Betrieb genommen – und in dieses Projekt 2,5 Millionen Euro investiert. Die von der zur Viessmann Group gehörenden Bio-Ferm hergestellte Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Feststoffvergärung (Trockenfermentation). Als Substrat dienen jährlich rund 4500 Tonnen Grünabfall aus der heimischen Landwirtschaft und Landschaftspflege. Erzeugt werden damit rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Strom und Wärme. Erfreulicher Nebeneffekt: Der CO2-Ausstoß sinkt um 500 Tonnen pro Jahr. Für die Wärme- und Stromerzeugung nutzt das Unternehmen Biomasse auch in fester Form. Die dazu eingesetzten Holzhackschnitzel werden auf eigenen Kurzumtriebsplantagen gewonnen. Auf einer Fläche von 170 Hektar wurden Pappeln und Weiden angebaut, die alle drei Jahre geerntet werden und etwa die Hälfte des jährlichen Bedarfs von 7000 Tonnen fester Biomasse decken. Langfristiges Ziel ist es, den Bedarf komplett selbst abzudecken und immer nur so viel Biomasse zu nutzen, wie im gleichen Zeitraum nachwächst.

Eine gleich doppelt preisgekrönte Pioniertat

Mit seinem Nachhaltigkeitsprojekt Effizienz Plus nimmt der Hersteller eine Vorreiterrolle ein, die ihm zum Beispiel den Deutschen Nachhaltigkeitspreis eingebracht hat. Da Viessmann im Werk Allendorf eine zentrale Wärmerückgewinnung eingerichtet hat, durch die der CO2-Ausstoß gegenüber dem Ausgangszustand pro Jahr um 3000 Tonnen reduziert wird, hat die Deutschen Energieagentur dieses Teilprojekt zusätzlich mit dem „Energy Efficiency Award“ ausgezeichnet.
www.viessmann.de

red
Bild: Die Energiezentrale ist räumlich direkt an die ebenfalls neu gebaute Akademie angeschlossen, die der Fortbildung der Viessmann-Marktpartner sowie der eigenen Mitarbeiter dient. (Viessmann)

Die Viessmann Group

Die Viessmann Group ist einer der international führenden Hersteller von Heiztechniksystemen und bietet mit seinem Komplettprogramm für alle Anwendungsbereiche, Energieträger und mit Leistungen von 1,5 bis 20.000 Kilowatt Lösungen für Ein- oder Zweifamilienhäuser, große Wohngebäude, Gewerbe und Industrie oder für Nahwärmenetze. Das 1917 gegründete Familienunternehmen wird von einem Verwaltungsrat unter Vorsitz des geschäftsführenden Gesellschafters, Martin Viessmann, geleitet. Der Gruppenumsatz beträgt rund 1,6 Milliarden Euro, beschäftigt werden rund 8900 Mitarbeiter.

Als Säule der Partnerschaft für Klimaschutz, Energieeffizienz und Innovation hat die Bundesregierung gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Klimaschutzgruppe der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen. Ziel ist es, Energieeffizienzpotenziale in der deutschen Wirtschaft durch freiwillige Maßnahmen zu erschließen. Viessmann ist Gründungsmitglied dieser Initiative. „Effizienz Plus“ dient auch hier als Best-Practice-Beispiel, das neben anderen Unternehmen auch Kommunen motivieren soll, Maßnahmen für Klimaschutz und Effizienzsteigerung zu ergreifen.