Brillux-Fassadenpreis

Architektonische Akzente bei Wohn- und Geschäftshäuser

Brillux-FassadenpreisDer Deutsche Fassadenpreis 2010 ist entschieden. Die 14 Gewinner dieses Jahrgangs zeigen in fünf Objektkategorien durchweg melodische Kompositionen, die in enger Verzahnung aus Form, Farbe und Materialität architektonische Akzente setzen. Der Wettbewerb ist jetzt zum 19. Mal von Brillux ausgeschrieben und von einer Fachjury aus Architekten, Journalisten und Handwerksmeistern beurteilt worden.

In der Kategorie Wohn- und Geschäftshaus hat der Neubau Am Eisenwerk in Hamburg-Barmbek für die atmosphärisch in sich stimmige und materiell überzeugende Arbeit mit hohem Wohnwert für die Bewohner den ersten Preis gewonnen. Das Quartier mit 53 Wohneinheiten fügt sich nahtlos in das städtebauliche Umfeld ein und zeigt dabei viel Eigenständigkeit. Die Planer nahmen dazu die aus der Nachbarbebauung abgeleitete Grundfigur auf und ergänzten sie mit einem viergeschossigen Winkelbau und einem dreigeschossigen Punkthaus. Diese Fortschreibung des Quartierkontextes setzt sich in der Fassadengestaltung fort: Die äußeren Gebäudesichtflächen beziehen ihren Reiz aus einer Kombination aus Putz- und Ziegelflächen und dem Einsatz von Holzpaneelen. Die mit kräftigen Grautönen verputzten Bauteile setzen sich von den Fassadenflächen ab, die mit rotbraunen und  sandsteinfarbenen Verblendsteinen bekleidet sind. Der wie zufällig wirkende Kontrast zwischen hellen und dunklen Klinkern sorgt für ein pixelartiges, spannendes Erscheinungsbild. Rotbraune Holztafeln, im Bereich der großzügigen Verglasungen und Balkone angeordnet, setzen Akzente und strukturieren die Fassade zusätzlich.

Brillux-Fassadenpreis Hansa-Campus in MünsterDer zweite Preisträger dieser Kategorie, der Hansa-Campus in Münster, zeigt ein heterogenes Straßenbild. Das neue Studentenwohnheim mit 32 Wohnungen in der Nähe des Hauptbahnhofs schließt zwei Baulücken – und unternimmt an seiner Gebäudehülle erst gar nicht den Versuch, die Klinkerfassaden der Nachbargebäude aufzunehmen. Vom Sockel bis zu den Dachgauben präsentiert sich hier eine in sich geschlossene Einheit in Putz, gebrochenem Weiß und drei prägnanten Gelbtönen, die mit den angrenzenden Gebäuden kontrastierend in Dialog tritt. Ihre Eigenständigkeit erhält die Fassade durch die rhythmische, nur scheinbar zufällige Setzung der Gelbabstufungen auf Fensterbegleitflächen, vorgehängten Balkonen und Dachgauben. Als weitere Stärke hob die Jury hervor, dass das farbig und formal dynamische Konzept auch mit anderen Farbtönen funktioniert und somit auch ein zeitgemäßer Farbwechsel bei einer späteren Renovierung problemlos möglich wäre.

Brillux-Fassadenpreis Franzosenviertel MünchenDie dritte Auszeichnung in der Kategorie Wohn- und Geschäftshäuser wurde von der Jury für die sensible Sanierung eines typischen Arbeiterhauses von 1891 im Franzosenviertel Münchens vergeben. Das Gebäude steht unter Ensembleschutz; gleichwohl bot die regelmäßige Lochfassade genügend gestalterische Reserven, um mit maßvollen Eingriffen und einem darauf abgestimmten Farbkonzept das Haus adäquat in das Straßenbild einzufügen. Baulich wurden Gesimse und Dachgauben ergänzt sowie die Sockelöffnungen harmonisiert. Der Farbentwurf potenziere, nach dem Urteil der Jury, die damit erzielte markantere Optik: Der ungewöhnliche Mischfarbton aus Grau und Braun gibt der Putzfassade in jeder Lichtsituation ein weiches, griffiges Äußeres und nimmt die typische pastellfarbige Atmosphäre des gesamten Straßenzugs auf. Mit der Gestaltung der Putzfaschen, Fensterlaibungen und Gesimse in Reinweiß erhält die Fassade ein individuelles Profil.
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red
Bilder: Der Sieger des 19. Brillux-Fassadenpreis in der Katergorie Wohn- und Geschäftshaus: die Wohnanlage in Hamburg-Barmbek (oben), das Studentenwohnheim Hansa-Campus in Münster (Mitte) und das sanierte Arbeiterhaus im Münchner Franzosenviertel. (BRILLUX)