Der jährliche Fassadenwettbewerb der Nürnberger Sparkasse prämiert nicht nur pittoreskes Fachwerk oder prunkvolle historische Gebäude, sondern auch ganz profane Zweckbauten, die das Erscheinungsbild einer Stadt ebenso stark prägen wie prestigeträchtige Hochglanzarchitektur. Und so erscheint die optisch eher unspektakuläre Fassadensanierung einer zwölfstöckigen Wohnanlage in Nürnberg erst auf den zweiten oder gar dritten Blick preiswürdig.
Die Jury um Nürnbergs Baureferent Wolfgang Baumann erkannte dem von der Wbg errichteten und von Sven Thole Architekten und Ingenieure sanierten Hochhaus einen Preis in der Sonderkategorie für Nachkriegsbauten zu. Berücksichtigt wurde dabei unter anderem die Konsensfähigkeit der großen Eigentümergemeinschaft, die sich nach langem Ringen auf eine Renovierung einigen konnte. Richard Müller, der mit einigen Mitstreitern vom Verwaltungsrat in persönlichen Gesprächen mit den 70 Wohnungsbesitzern Überzeugungsarbeit leistete, lobt deren Einsatz: „Immerhin handelte es sich um Beträge zwischen 2000 und 3000 Euro – je nach Größe der Wohnung gestaffelt.“
Vorsicht, Asbest!
Zu Buche schlugen hierbei allerdings weniger die Kosten für die hochwertige mineralische Fassadenfarbe als für die aufwendige Vorbereitung der Fassade. Im Gesamtumfang waren zudem notwendige Sanierungsarbeiten am Flachdach und im Bereich des Betonsockels enthalten. Die Außenflächen des Gebäudes sind mit asbesthaltigen Faserzement-Wellplatten als vorgehängte Fassade verkleidet. Diese Platten waren unbehandelt, das heißt weder gestrichen noch beschichtet, und wiesen starke Veralgung, Vermoosung und Pilzbefall auf. Aufgrund der Asbesthaltigkeit der Platten erforderte die Reinigung besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Fassade durfte ausschließlich drucklos und manuell gereinigt werden, was wegen des gewellten Profils der Platten besonders aufwendig war. Außerdem musste das Abwaschwasser komplett über Auffangrinnen in speziellen Behältern gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Um einen geeigneten Hersteller für die Oberflächenbeschichtung zu finden, wurden im Vorfeld verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt – insbesondere hinsichtlich der Dampfdiffusionsoffenheit und der Haftzugfestigkeit. Nach einem Vergleich verschiedener Beschichtungssysteme fiel die Wahl schließlich auf Produkte aus dem Hause Keim: Zur Reinigung der algen- und pilzbefallenen Faserzementplatten wurde das anwendungsfertige, wässrige Algicid-Plus-Spezialreinigungsmittel eingesetzt, das aufgrund seiner mikrobioziden Wirkung außerdem vorbeugend gegen erneuten Befall wirkt.
Der solchermaßen vorbereitete Untergrund erhielt einen Grund- und Schlussanstrich mit Soldalit. Soldalit ist aufgrund seiner innovativen Bindemittelkombination aus Kieselsol und Wasserglas auf nahezu allen Untergründen problemlos zu verarbeiten. Dabei bietet die Sol-Silikatfarbe alle Vorteile klassischer Silikatfarben, insbesondere die hochwertige Optik sowie ausgesprochene Langlebigkeit und geringe Verschmutzungsneigung.
Freundlich, heiter gestimmt
Die Farbtöne wurden nach den Wünschen der Eigentümer und dem Farbkonzept von Sven Thole angemischt. Der Grundkörper bekam einen reinweißen Anstrich, die vorspringenden Volumina wurden in zwei unterschiedlichen Gelbtönen beschichtet. Die realisierte Farbigkeit gibt dem Wohnturm eine freundliche und heitere Anmutung und unterstreicht die Vertikale, sodass der Bau insgesamt schlanker und eleganter erscheint. Für die Eigentümer hat sich ihre Bereitschaft zur Investition in mehrfacher Hinsicht gelohnt, denn der optische Eindruck eines Gebäudes beeinflusst nicht nur seinen Marktwert, er ist auch prägend für das städtebauliche Umfeld und mitbestimmend für die Wohnqualität.
www.keimfarben.de
red
Bild: „Das soll vorbildlich sein?“, mag sich der eine oder andere Passant fragen, der das Vorher – Nachher des im Jahr 1969 errichteten Gebäudes nicht kennt. Und in der Tat: gegenüber dem augenscheinlich sanierungsbedürftigen Zustand vor der Sanierung wirkt allein der frische Anstrich in verschieden Farbnuancen von Weiß bis Zitronengelb stark aufwertend. (keim)

