Fassadenkonservierung durch biozide Wirkstoffe

Schutz gegen Algen- und Pilzbefall

Schutz gegen Algen- und PilzbefallAlgen und Pilze an Fassaden sind ein unerwünschtes Erscheinungsbild. Die Hersteller von Farben und Putzen bieten mittlerweile von ihnen favorisierte Lösungen für einen erhöhten Schutz gegen Algen- und Pilzbefall an. Die klassische und gängigste Lösung ist der Zusatz von bioziden Wirkstoffen, die eine abtötende Wirkung auf Kleinstlebewesen haben. Doch inzwischen gibt es eine neue Generation von Beschichtungen, die allein über eine intelligente Steuerung des Wasserhaushalts einen optimierten Schutz bieten und damit ohne biozide Stoffe auskommen.

Geeignete Untergründe, auf denen Algen und Pilze siedeln können, gibt es jeder Art. Während das Grünwerden vieler Alltagsgegenstände kritiklos hingenommen wird, wird der Befall von Fassaden oftmals mit einem Anspruch verknüpft, der einen Produktmangel unterstellt. Doch bei der Vielzahl der beeinflussenden Faktoren, die einen Befall begünstigen oder nicht begünstigen, und ihrem komplexen Zusammenwirken lässt sich im Einzelfall praktisch keine Vorhersage tätigen. Sind Faktoren wie Exposition, Beschichtungsaufbau, geografische Lage oder Witterungsbedingungen aber gleich, kommt nur ein Faktor infrage, ob Algen wachsen und sich flächig ausbreiten können oder nicht: die Wassermenge. Lediglich die Unterscheidung im Angebot der im Mittel zur Verfügung stehenden Wassermenge schafft klare Grenzen hinsichtlich Bewuchs oder Algenfreiheit. Dieser Eindruck wird einmal mehr unterstützt durch das Phänomen, dass selbst schon vorhandener dichter Algenbewuchs der Flächen, die länger nass bleiben, es nicht schafft, auf die mit weniger Wasser belasteten Flächen überzusiedeln beziehungsweise sich über die Grenze auszubreiten.

Der Kniff: Lebensgrundlage entziehen
Das bedeutet: Wenn es gelingt, den Wasserhaushalt, zum Beispiel einer Putzbeschichtung, so zu beeinflussen, dass sie im Jahresmittel deutlich weniger Nässe an der Oberfläche aufweist als ein Standard-Putz, dann ist es möglich, den Bewuchs von Algen und Pilzen zu verhindern. Nicht, indem man sie durch Zusätze abtötet, sondern indem man ihnen von vorneherein die Lebensgrundlage (Wasser) in der obersten Putzlage entzieht. Genau da setzen die neuesten Versuche der Hersteller an. Maxit hat schon vor vier Jahren die Chance gesehen, mit einer auf sehr schnell abtrocknende Oberflächen ausgerichteten Rezeptierung einen Algenschutz ohne biozide Fassadenkonservierung zu erreichen. Als eines der ersten Unternehmen hat man mit der Einführung der Maxit-Top-Produktfamilie konsequent auf die Lösung des Algenproblems mittels physikalischer statt chemischer Wirkmechanismen gesetzt.

Wie werden die Prognosen wissenschaftlich abgesichert?
Neben der anspruchsvollen Aufgabe für Forschung und Entwicklung galt es, ein geeignetes Prüfverfahren zu finden, das aussagekräftige Vorhersagen schnell und verlässlich liefert. Das Micor-Verfahren hat sich zwischenzeitlich als die Methode etabliert, die es erlaubt, innerhalb kürzester Zeit verlässliche Aussagen über die Befallsneigung von Beschichtungen zu treffen. Erfolgsgarant und einmalig ist der ganzheitliche Ansatz: biologisch optimale Wachstumsbedingungen werden kombiniert mit realistischen Fassadenverhältnissen (kompletter Systemaufbau, große Prüfkörper – neu und zwei Jahre alt –, reale Bewitterungseinflüsse). Die so erzielten Ergebnisse sind mit freibewitterten Systemen verglichen worden und haben den dort sichtbaren Befall wiedergegeben.

Vitalen Zellen den Garaus machen
Die Systeme mit dem heute bestmöglichen Algen- und Pilzschutz erreichen in den Prüfungen unter 200.000 vitale Zellen. Diese Ergebnisse werden technologisch erreicht, entweder durch Putze mit extra starker Filmkonservierung oder durch Putze mit dem Ansatz eines optimierten Wasserhaushalts – zum Beispiel kein Aufschaukeln der Wassermenge im Putz bei Beregnungszyklen – plus beschleunigter Oberflächentrocknung (zum Beispiel durch Kapillareffekte). Produkte wie Maxit-Top haben einen günstigen Wasserhaushalt (sie trocknen zwischen starken Belastungen immer wieder aus) und eine Kapillaraktivität, wie man sie sonst nur von mineralischen Putzen kennt. Im Ergebnis ist die Oberfläche kurz nach Beregnung oder Betauung frei von dem für das Wachstum von Algen und Pilzen notwendigen Wasser.

Dieter Stauder, Produktmanagement Wand/Fassade, Maxit

Bild: Grün, soweit das Auge reicht. Eine Hausfassade wirkt immer ungepflegt, wenn sie von Algen und Pilzen befallen ist.