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Energetische Modernisierung der Fenstern

Alte Fenster neu gedämmt

Energetische Modernisierung der FensternEine energetische Modernisierung läuft besonders bei Fenstern häufig nach dem Schema "Altes raus – Neues rein". Oftmals ist dies auch die günstigste und beste Art der Sanierung. Doch es gibt Alternativen, wenn es die Substanz zulässt. In einer Wohnanlage aus den siebziger Jahren sind Eigentümergemeinschaft und Kreisbau Waiblingen (Kreisbau) bei den Fenstern einen ungewöhnlichen Weg der energetischen Modernisierung gegangen.
Die Wohnanlage Salierstraße in Waiblingen ist 1972/73 erbaut worden. 82 Eigentumswohnungen in verschiedenen Größen verteilen sich über vier Eingänge. Die Kreisbau besitzt 26 Wohnungen in der Anlage, die alle vermietet sind. Die 56 restlichen Wohneinheiten werden zum überwiegenden Teil selbst genutzt. Die Anlage befindet sich in gepflegtem Zustand: Die Hälfte der Grünanlagen wurde vor zwei bis drei Jahren neu angelegt. Nur die Fenster sind Bewohnern und Kreisbau ein Dorn im Auge: Die soliden Holzfenster mit Isolierverglasungen schließen schlecht, sind schwergängig und undicht. Extreme Zugluft bis hin zu Pfeifgeräuschen bei starkem Wind oder lautem Straßenlärm gehen mit einem hohen Energieverlust einher.

Nur ein geringer Teil der Fenster sind vorgesetzt und damit der Witterung ausgesetzt. Die meisten Fenster sind durch Balkone vor Wettereinflüssen geschützt. Hausverwaltung und Eigentümergemeinschaft sind sich einig: wegen der guten Substanz der Holzfenster kommt ein Austausch nicht in Frage. Stattdessen sind Alternativen gefragt. Denn: Auch Holzfenster können durch den Einbau von Spezialabdichtungen saniert werden. Eine solche Sanierung führt zum Beispiel das Familienunternehmen Bau-ko durch. In Waiblingen hat der Spezialist für Fenstersanierungen 484 Fenster und 107 Balkontüren nach dem W-K-Verfahren saniert. Dabei hängen die Monteure das Fenster aus, fräsen in den Überschlag des Fensterflügels eine Nut, bringen dort eine hochwertige Anpressdichtung ein und hängen das Fenster wieder ein. Danach werden die Fenster versiegelt. Das geschieht vor Ort in einem Servicewagen des Unternehmens, sodass im Haus kein Schmutz entsteht. Die Dichtungen werden passgenau eingearbeitet, so dass man die Fenster weiterhin ohne größeren Druck und Kraftaufwand mit einer Hand schließen kann. Insgesamt sind in dem Waiblinger Mehrfamilienhaus 2800 laufende Meter Dichtungsnut eingefräst und ebenso viel Dichtungsband eingebracht worden.

Bei 586 Fenstern mussten die Fenstersanierer in Waiblingen ihr ganzes Können zeigen. Hier konnte man durch die Schließplatte sehen. Das bedeutet für die Sanierung: Schließplatte versetzen und anheben, Beschläge nachstellen, Fenster gehobelt einstellen und gangbar machen. Auch hier konnte so ein Dichtschluss gewährleistet werden. In Waiblingen kam noch ein weiterer Service des Fenstersanierers zum Einsatz: Die Monteure haben 42 trübe Isolierverglasungen nach den Richtlinien der Energieeinsparverordnung vor Ort getauscht. Auch bei Fenstern, die nicht im Nachgang gestrichen wurden, ist die Isolierverglasung so sorgsam demontiert worden, dass keine nachträglichen Malerarbeiten im Außenbereich notwendig waren.

Nach der Sanierung erreichen die Fenster eine bis zu 40 Prozent verbesserte Schalldämmung. Die Zugluft ist gestoppt, ohne dass das Raumklima leidet. Die neue Dichtung verhindert außerdem, dass Kalt- und Warmluft zusammentreffen und sich Schwitzwasser in den Scheibenzwischenräumen bildet. So verhindert eine fachgerechte Sanierung das Verfaulen oder Schimmeln alter Holzfenster. Pro Fenster dauert die Sanierung höchstens 60 Minuten und ist bei jedem Wetter möglich, sogar im Winter. Pro Tag haben die Fenstermonteure in Waiblingen zwei Wohnungen fertiggestellt. Nach insgesamt 41 Arbeitstagen waren alle Fenster auf dem neusten Stand.

Die vorgesetzten Fenster an der Süd- und Westseite der Wohnanlage sind im Nachgang gestrichen und mit Aluprofilen versehen worden. Die Kosten beliefen sich auf rund 90.000 Euro. „Wir sind mit der Fenstersanierung sehr zufrieden. Ein Komplettaustausch der Fenster wäre wesentlich teurer gewesen – die Kosten hätten auch nicht alle Eigentümer tragen können. So haben wir eine gute Alternative gefunden“, zeigt sich Dirk Braune, Geschäftsführer der Kreisbau, zufrieden. Sowohl Mieter als auch die Eigentümer seien mit den Arbeiten zufrieden gewesen, zumal sie überdies während der Sommermonate stattgefunden haben. „Alles klappte wie am Schnürchen. Die Fenstersanierung ist genau mit den Bewohnern abgesprochen und koordiniert worden. So kam es auch nicht zu nur einer Verzögerung“, resümiert Braune. Alle haben an einem Strang gezogen. Doch auch wenn bei Eigentümergemeinschaften keine Einigkeit herrscht, kann eine derartige Fenstersanierung eine sinnvolle Lösung sein. Denn: Das Unternehmen aus Schwäbisch-Gmünd saniert auch in einzelnen Wohnungen die Fenster.
www.bau-ko.de,
www.kreisbau-waiblingen.de

Bild: In eine eingefräste Nut werden neue Anpressdichtungen eingesetzt – pro Fenster dauert das W-K-Verfahren höchsten 60 Minuten. Vor Ort werden die Fenster in einem Servicewagen saniert. So entsteht im Haus kein Schmutz und die Sanierung schreitet schnell voran. (Bau-ko)