Bei einem Mehrfamilienhaus Baujahr 1928 in München sind die Fenster zum Sanierungsfall geworden. Die Holzfenster sind substanziell nach wie vor in Ordnung. Aber unter energetischen Gesichtspunkten ist dringend eine Sanierung geboten. Dabei müssen aufgrund des Alters von Gebäude und Fenstern die Vorschriften des Denkmalschutzes beachtet werden. Die Moll-Gruppe, ein Bauunternehmer und Immobilienverwalter aus München, hat sich als Eigentümer dazu entschlossen, neue Holzfenster einzubauen, die nach dem Longlife-Konzept hergestellt und montiert wurden.
Bei diesem Mietwohnobjekt sind 1928 ausschließlich Holzfenster eingebaut worden– zur Straßenseite als Kastenfenster, zum Innenhof hin als einfach verglaste Holzfenster. „Eigentlich waren die Holzfenster immer noch in Schuss und haben sich 80 Jahre lang in punkto Maßhaltigkeit, Funktionalität und Optik bestens bewährt“, erklärt Moll-Objektleiter Wilhelm Hausner. „Ein wichtiger Grund für den Austausch waren die energetischen Gesichtspunkte. Aufgrund der Standards von 1928 verursachten die Fenster viel zu hohe Luftwechselraten, die aus heutiger Sicht unter Berücksichtigung der Energiesparverordnung (EnEV) viel zu hohe Heizkosten mit sich bringen.“ Die alten Fenster hatten kein Isolierglas und keine Dichtung. Aufgrund der günstigen Leistungsbilanz der zurückliegenden 80 Jahre sowie der stringenten Auflagen der Denkmalschutzbehörden entschloss man sich im Hause Moll, wieder Holzfenster einzubauen – Holzfenster nach den Longlife-Kriterien. Die Verantwortlichen der Moll-Gruppe sowie Objektleiter Wilhelm Hausner hatte das Longlife-Konzept von Sikkens überzeugt. Das Unternehmen bietet eine Option auf Objektservices und eine zehnjährigen Oberflächengewährleistung. „Der erste Schritt war, die Rahmenbedingungen für einen qualifizierten Erhalt der Bausubstanz zu definieren“, berichtet Longlife-Koordinator Heinz Willi Wittmann. Man definierte alle wichtigen technischen Merkmale – von der Wahl des Holzes über die Konstruktion, Lackierung und den fachgerechten Einbau bis hin zum kontinuierlichen Objektservice. Die Holzfenster wurden vom zertifizierten Longlife-Fachbetrieb Hama in Rottenburg gefertigt, der auch die Gewährleistung übernimmt.
Maßgeschneidert – die Longlife-Holzfenster und der Einbau
Die Holzfenster wurden nach den Longlife-Kriterien gefertigt: Sie haben eine Vierfach-Beschichtung mit einer weißen, deckenden Schlusslackierung erhalten. Die alten Fenster hatten Holzrollläden zum Ausstellen. Die Rollläden sind komplett nach den vereinzelt vorhandenen Originalrollläden nachgebaut und im Originalfarbton lackiert worden. Der Austausch der Fenster hat problemlos funktioniert – Hausverwaltung und Mieter zogen an einem Strang. In dem Mietwohnobjekt wurden 400 fünfflügelige Kastenfenster und 400 dreiflügelige IV68-Fenster eingebaut. Der Fensterbauer war in der jeweiligen Wohnung angemeldet und hat die alten Fenster ausgebaut, ohne die jeweilige Laibung und Außenfassade zu verletzen. Zu den alten historischen Kupferbänken wurde der Anschluss wiederhergestellt. Die neuen Fenster bringen einige Vorteile für die Bewohner – zum Beispiel bei der Reinigung: Während die alten Oberlichter noch ausgehängt werden mussten, sind die neuen Oberlichter als Drehflügel konzipiert worden. Darüber hinaus erfüllen die neuen Fenster sowohl die Kriterien der Energieeinsparverordnung als auch des Denkmalschutzes.
Sanierte Holzfenster mit zehn Jahren Oberflächengewährleistung
Mit dem Einbau ist das Longlife-Konzept jedoch nicht abgeschlossen. „Hama sieht sich nicht nur als reiner Fensterproduzent, sondern gerade im Rahmen des Longlife-Konzepts auch als Dienstleister und als Partner für einen dauerhaft zufriedenen Kunden“, betont Heinz Bergermeier vom Fensterbauer. Da die Moll-Gruppe als Auftraggeber wieder eine vergleichbar lange Lebensdauer der Fenster erzielen wollte, wurde bei dem Sanierungsprojekt ein objektspezifischer Objekt-Service- Vertrag für die Holzfenster des Miethauses ausgearbeitet. Nach dem Longlife-Konzept gibt der Fensterbauer dem Eigentümer auf die Holzfenster eine Oberflächengewährleistung von zehn Jahren. Bestandteil des Konzepts sind die jährliche Anwendung des Sikkens-Pflegesets sowie eine funktionale Inspektion im dritten und siebten Jahr. Diese Maßnahmen stellen den dauerhaften Werterhalt der Longlife-Holzfenster sicher. „Und das Gute daran ist, dass dies sich für uns noch rechnet“, betont Moll-Objektleiter Wilhelm Hausner. „Wir haben zwei weitere identische Mietwohnhäuser. Bei einem dieser Objekte, das nicht dem Denkmalschutz unterliegt, haben wir vor Jahren Kunststofffenster einbauen lassen mit dem Ergebnis, dass wir hohe laufende Unterhaltskosten haben. Mit der Lage an einer verkehrsreichen Straße macht den Fenstern die Umweltbelastung zu schaffen. Die hartnäckigen Verschmutzungen lassen sich augenoptisch nicht rückstandslos entfernen. Darüber hinaus treten nach acht Jahren an den Kunststofffenstern Farbveränderungen auf. Auch die Qualität der Dichtungen zwingt uns bereits teilweise zum Austausch. Daher sind wir bei dem beschriebenen Mietwohnobjekt mit der Lösung Holzfenster nach dem Longlife-Konzept sehr zufrieden.“
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red
Bild: Die neuen Holzfenster sind auf dem aktuellen energetischen Stand, schließen dicht und passen ins architektonische Gesamtbild des Gebäudes aus dem Jahr 1928. (sikkens)

