Keine kalten Füße in Düsseldorf

935 Quadratmeter Fußbodenheizung nach Zustandsanalyse von innen saniert

Fußbodenheizung nach Zustandsanalyse von innen saniert Wenn die Heizung nicht heizt, ist das ein großes Problem, zumal wenn es sich um eine Fußbodenheizung handelt. Und wenn diese Heizung saniert werden muss, befürchten viele Dreck, Baulärm, aufgerissene Böden und hohe Kosten. Dass es auch anders geht, zeigt eine Sanierung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Egal wie hoch die Bewohner eines von uns betreuten Mehrfamilienhauses in Düsseldorf das Thermostat der Fußbodenheizung gestellt haben, in ihren Räumen wurde es nicht mehr warm“, so Holger Koschwitz vom Immobilienbüro Kosch­witz. „Das Einzige, was in die Höhe stieg, waren der Energieaufwand und die Heizkostenrechnung.“ Die Hausgemeinschaft entschloss sich daraufhin, den Zustand der Fußbodenheizung des Elf-Parteien-Hauses überprüfen zu lassen.

Zum Zuge kam Sanierungsspezialist Holter, der seit Jahren auf die Verfahren zur Sanierung und Zustandsanalyse der Schweizer LSE System AG setzt. In Düsseldorf wurde das Heizungswasser mithilfe eines mobilen Labors vor Ort untersucht. Das Ergebnis zeigte einen deutlich überschrittenen Sauerstoff- und Eisengehalt. Ein klares Indiz für versprödete Heizungsrohre. Denn was bei der Installation vor 25 Jahren keiner ahnte: Die damals verwendeten Kunststoffrohre sind augrund ihres molekularen Aufbaus sauerstoffdiffus. Die an sich geschlossenen Heizkreisläufe wurden fortwährend mit neuem Sauerstoff angereichert, was das Auftreten von Korrosion und letztlich starker Verschlammung förderte. Beschleunigt wurde der drohende Kollaps des Systems durch vorangegangene Leitungsspülungen. Der Schlamm ließe sich nicht vollständig lösen, stattdessen gelangte mit dem frischen Wasser neuer Sauerstoff ins System, der Korrosion verstärkte und damit noch mehr Schlamm produzierte.

Die Eigentümergemeinschaft musste handeln, um größere Wasserschäden zu vermeiden, und entschied sich bewusst gegen einen Totalersatz und für eine Innenrohrsanierung der Fußbodenheizung. Holger Koschwitz begründet die Entscheidung: „Ausschlaggebend war die Möglichkeit einer neuwertigen Sanierung, ohne die hohen Kosten und den Zeitaufwand einer Totalsanierung. Besonders angenehm: Alle Wohnungen blieben die ganze Zeit über bewohnbar.“ Lediglich vier Wochen benötige das Unternehmen aus Korschenbroich, um insgesamt 6500 Meter altes Heizungsrohr mit dem HAT-System von innen neu zu beschichten. Hierfür wurden an jedem der Heizkreisläufe in einem ersten Schritt die Rohrinnenflächen gereinigt. Dies ist vergleichbar mit dem Effekt eines Schleifpapiers. Ein Spezialkompressor presst mit Druckluft ein für den jeweiligen Einzelfall komponiertes Granulat an die Rohrwände. Selbst kleinste Winkel und Verzweigungen werden erfasst. Am Rohrende saugt eine Recyclingmaschine das Granulat und die Korrosionsrückstände ab, das Rohr ist blank.

Anschließend wurde der Leitungsverlauf der hinter Wänden und Böden verborgenen Installationen detailgenau rekonstruiert und berechnet. Dies gibt Aufschluss über die notwendigen Epoxydharzmengen, damit das komplette Rohrsystem nahtlos innen beschichtet werden kann. Allein Druckluft lässt das Harz während der Innenbeschichtung durch jede Rohrverbindung fließen, bis es schließlich am Ende der Leitung austritt. Sofort werden Druck und Luftvolumen reduziert, damit das an den Rohrwänden haftende Harz nicht mehr weiter fließen kann. Die Beschichtung verhindert eine weitere Versprödung der Kunststoffrohre und glättet die Rohrinnenflächen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Sanierung mit dem HAT-System mindestens 20 Jahre hält“, so Peter Holter, Geschäftsführer der Holter GmbH. Um die hohe Qualität der Sanierungen auf Dauer zu gewährleisten, wurden vor einigen Jahren alle Lizenznehmer der LSE System AG nach dem Qualitätsmanagement ISO 9001:2000 zertifiziert. „Eine der größten Herausforderungen besteht für uns als Lizenzgeber in der Auswahl der Lizenznehmer. Mit der Holter GmbH arbeiten wir beispielsweise schon seit 15 Jahren zusammen“, so Werner Näf von LSE System. „Wenn ein erfolgreiches Qualitätsmanagement gewährleistet ist, dann sind Rohr­-innensanierungen eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zu konventionellen Sanierungen.“ Eine Erfahrung, die die Bewohner des Düsseldorfer Mehrfamilienhauses nach erfolgreicher Sanierung bestätigen können. Ihre kalten Füße sind passé.

red
Bild: Das Epoxydharz bildet ein Rohr im Rohr und hat innen eine glatte Oberfläche, an der nichts haften bleibt.