Die Modernisierung von Etagenheizungen verhilft im Hinblick auf den Energiepass zu mehr Energieeffizienz – zum Vorteil auch für den Nutzer durch geringere Nebenkosten und verbesserte Wohnqualität. Besonders energiesparend arbeiten moderne Gas-Brennwertheizgeräte. In mehrgeschossigen Wohnhäusern ist die Umrüstung von Etagenheizungen auf Brennwerttechnik jedoch nur begrenzt möglich. Schwierigkeiten bereiten vor allem der bauliche Aufwand für die dazu notwendige Kaminsanierung und die Entwässerung des bei Brennwertnutzung anfallenden Kondensats. Ein innovatives, speziell für mehrgeschossige Altbauten entwickeltes Abgasrohrsystem vermeidet unliebsame Verzögerungen bei der Modernisierung von Etagenheizungen.
Zwei wesentliche Hindernisse stellen sich in den Weg, wenn in mehrgeschossigen Wohngebäuden die alte Gas-Etagenheizung durch moderne Gas-Brennwerttechnik ersetzt werden soll. Erstens die dazu notwendige Kaminsanierung, die gerade bei Mehrfachbelegung mit erheblichem baulichen wie installationstechnischen Aufwand verbunden sein kann. Zweitens ein kleines, aber wichtiges Detail: das bei der Brennwertnutzung anfallende Kondensat, das in Altbauten einem vorhandenen Entwässerungssystem zugeführt werden muss, das sich in der Regel an einer nicht zugänglichen Position befindet. Ein Heiztechnik-Hersteller hat für diese Situationen jetzt ein mehrfach belegbares Überdruck-Abgassystem für den raumluftunabhängigen Betrieb entwickelt. Basis hierfür ist ein flexibles, hochstabiles Kunststoffrohr in doppelwandiger Ausführung, das in Schornsteinquerschnitten ab 14 mal 14 Zentimetern bis zu einer maximalen Rohrlänge von 25 Metern eingesetzt werden kann.
Energiepass und Gaspreise drängen zu Einsparung
Das neu entwickelte Abgas-System ist speziell für die Modernisierung von Etagenheizungen in bestehenden, mehrgeschossigen Wohnhäusern konzipiert. Dieser Gebäudetyp, großteils erbaut in der Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zirka 1980, prägt vorwiegend in größeren Städten das Bild innenstadtnaher Straßenzüge. Für Wohnbaugesellschaften und Immobilienbesitzer wird es im Hinblick auf die Einführung des Energiepasses notwendig, den energetischen Zustand dieses Gebäudebestands näher zu betrachten. Parallel veranlassen auch die weiterhin erheblich steigenden Gaspreise zu einem kritischen Blick auf die Energiekosten. Künftige potenzielle Käufer und Mieter sind in dieser Hinsicht ebenso sensibilisiert, sodass die Einstufung auf dem Energiepass deren Entscheidung mit beeinflussen wird. Dabei bieten diese Stadthäuser eine Wohnqualität inmitten gewachsener Infrastruktur und gelten je nach Ausstattung und Modernisierungsgrad mitunter als hochwertige Wohnobjekte – bislang allerdings mit zwangsläufigen Abstrichen bei den Mietnebenkosten.
Etagenheizung mit Gas-Brennwerttechnik
Die Etagenheizung hat für Wohnungswirtschaft und Nutzer insofern Vorteile, da sie eine einfache und übersichtliche Heizkostenabrechnung ermöglicht. Der Nutzer kann außerdem durch das eigene Heizverhalten und seinen Warmwasserverbrauch die Energiekosten direkt beeinflussen. Um diesen Gebäudebestand energetisch aufwerten zu können, bedarf es einer effizienten Kombination aus aktuellem Wärmedämmstandard und moderner Heiztechnik. Um dabei aber auch einen durchgreifenden Energieeinspareffekt erreichen zu können, favorisieren Immobilieneigentümer und Wohnbaugesellschaften den Austausch alter atmosphärischer Wandheizgeräte gegen Gas-Brennwertgeräte. Dies wäre in zahlreichen bestehenden Gebäuden jedoch mit einer aufwendigen Kaminsanierung verbunden: Vielfach sind in Altbauten für jede Etage eigene Schornsteinzüge vorzufinden. Da beim Einsatz von Gas-Brennwerttechnik zum einen wesentlich niedrigere Abgastemperaturen und
-mengen anfallen, wäre die Anpassung jedes einzelnen Schornsteinzugs mit erheblichen Kosten verbunden.
Mehrfachbelegung für bis zu fünf Brennwertgeräte
Das Heiztechnik-Unternehmen, dessen Name seit jeher in Verbindung mit der Etagenheizung steht, ermöglicht mit dem mehrfach belegbaren Überdruck-Abgassystem die Abgasabführung von Brennwertgeräten für bis zu fünf übereinanderliegende Wohnungen. Die Auswahl der Werkstoffe und der Verbindungstechnik für die einzelnen Bestandteile erfolgte dabei unter der Prämisse, dass das Abgassystem unter Sanierungsbedingungen problemlos und zeitsparend eingebaut werden kann. Damit lassen sich im Vergleich zur Sanierung jedes einzelnen Schornsteinzugs erhebliche Kostenvorteile erzielen. Gleichzeitig wurde mit dieser Neuentwicklung das Problem gelöst, wie das beim Betrieb von Brennwert-Heizgeräten anfallende Kondensat ohne ein zusätzliches Entwässerungssystem sicher abgeleitet werden kann.
Nicht selten im Altbau: Verzüge im Dachbereich
Erschwert wird die Sanierung der gemauerten Schornsteinzüge durch enge Querschnitte, raue Innenflächen und scharfkantige Vorsprünge von Mörtelfugen, an denen starre Abgasrohre beim Einzug hängen bleiben können. In Altbauhäusern sind zudem Verzüge im Dachbereich mit Winkeln bis zu 30 Grad keine Seltenheit. So bliebe bei einer Heizungsmodernisierung bislang nur der Austausch gegen konventionelle Heizwert-Gasgeräte übrig, die, abgesehen von verbessertem Bedienungs-, Heizungs- und Warmwasserkomfort, nicht an das Energieeinsparpotenzial von Brennwertgeräten heranreichen. Die Alternative mit außen an der Fassade geführten Abgasschornsteinen kommt meist nicht in Betracht, weil innen die vorhandenen Geräteanschlüsse beibehalten werden müssen, oder es sprechen optische Gründe dagegen.
Blick in den Schornstein bestimmt Konstruktionsvorgaben
Der Einsatz von Brennwerttechnik bietet den Vorteil, dass die Abgasrohre aus Kunststoff bestehen können. Dagegen würde zunächst allerdings die erhebliche mechanische Beanspruchung durch die zuvor erwähnten baulichen Eigenschaften der vorhandenen Schornsteine sprechen, in die das Abgasrohr eingezogen werden soll. Die Aufgabenstellung im Hause Vaillant lautete deshalb, dem Heizungsbau-Fachhandwerk und der Wohnungswirtschaft ein Abgassystem für die Modernisierung von Etagenheizungen in mehrgeschossigen Wohnhäusern zur Verfügung zu stellen. Unter den gegebenen Sanierungsbedingungen sollte es leicht, schnell und dauerhaft betriebssicher zu installieren sein. Zudem sollten Gas-Brennwert-Heizgeräte daran angeschlossen werden können, nicht zu vergessen seine Einsatzmöglichkeit auch bei kleinen Schornsteinquerschnitten und in hohen Gebäuden. Zudem wurde ein flexibles Rohrsystem aus Kunststoff für geringen Installationsaufwand gefordert. Die Zuführung von Verbrennungsluft zum Gasgerät sollte über einen Ringspalt (raumluftunabhängiger Betrieb) erfolgen, und das Kondensat aus Brennwertgeräten innerhalb des Abgassystems abgeleitet werden. Weitere Forderung an das Abgassystem: sein problemloser Einbau auch bei Versätzen in Schornsteinen bestehender Gebäude. Das Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit ist ein doppelwandiges Überdruck-Abgassystem aus flexiblem PP-Kunststoff für den konzentrischen Anschluss von Gasgeräten Ecotec-Plus in den Dimensionen 60/100 Millimeter und 80/125 Millimeter. Einsetzbar ist das System ab einem Schachtquerschnitt von 14 mal 14 Zentimetern Durchmesser, sodass eine große Anwendungsbreite abgedeckt werden kann. Die Schornsteinhöhe kann abhängig vom Querschnitt sowie von Belegung und Geräteleistungen bis zu 25 Meter betragen.
Für widrige Einbausituationen gerüstet
Wesentlich zur Kosteneffizienz trägt der geringe Zeitaufwand bei, da das flexible Kunststoff-Doppelrohr auch unter – für starre Systeme – schwierigen Bedingungen leicht zu installieren ist. Für das ausführende Fachhandwerksunternehmen ist die Montagezeit damit genau und ohne unvorhersehbare Risiken kalkulierbar. So muss beispielsweise beim Einbau der T-Stücke nicht mit zusätzlichen Bauteilen und Werkzeugen hantiert werden. Die einfache Verbindungstechnik ist so konzipiert, dass das T-Stück auf das Rohr aufgeschoben wird und der Monteur lediglich zwei im Formteil integrierte Klammern umlegen muss. Die Zeit- und Kostenvorteile zeigen sich besonders bei einem Versatz im oberen Schornsteinbereich, wie er häufig unter den Dächern älterer Großstadt-Wohnhäuser zu finden ist. Das flexible Rohrsystem erleichtert die Einbringung erheblich, da der Versatz nicht komplett geöffnet werden muss. Speziell bei der Ausführung der Heizungsmodernisierung im bewohnten Zustand ist diese Zeitersparnis zusätzlich von Bedeutung, um die Dauer der Betriebsunterbrechung so gering wie möglich halten zu können.
Komplettlösung aus einer Hand
Die doppelwandige Konstruktion des flexiblen Abgasrohrs bildet einen zusätzlichen Schutz für das abgasführende Innenrohr, sodass nach Angabe des Herstellers die Dichtheit des Abgaswegs uneingeschränkt gegeben ist. Für Sonderfälle wie bauliche Situationen mit noch engeren Schornsteinquerschnitten, größeren Kamin-Belegungszahlen oder längere Schornsteinhöhen steht eine Zwei-Schacht-Lösung zur Verfügung. Abgasabführung und Zuluftversorgung werden dabei auf zwei parallele Schachtgruppen aufgeteilt. Die Verbrennungsluft erhält das angeschlossene Gas-Brennwertgerät dabei über ein separates Zuluftelement. Für das mehrfach belegbare Überdruck-Abgassystem wurde eine Systemzulassung erteilt, sodass das SHK-Fachhandwerk zusammen mit den Ecotec-Plus-Brennwert-Wandheizgeräten eine Komplettlösung aus einer Hand anbieten kann. Den Einbau des Abgasrohrs kann der Heizungsfachbetrieb selbst durchführen.
Ohne Kalkulationsrisiko für das Handwerk
Das Abgasrohr kann wahlweise entweder vom Dach aus oder – wie empfohlen abgelängt nach Stockwerkshöhen – etagenweise installiert werden. Ebenso ist der Montageablauf vom Keller aus beginnend möglich. Die T-Stücke können nachträglich in die flexible Abgasleitung eingesetzt werden, sodass zwischen den Etagenanschlüssen keine passgenauen Leitungsstücke gemessen werden müssen. Temperaturbedingte Längenänderungen gleicht das flexible PP-Rippenrohr in sich aus. Somit sind keine zusätzlichen Bauteile zur Längenkompensation nötig, die darüber hinaus im ohnehin schwer zugänglichen Schornstein eine Befestigung erfordern würden. Der nachträgliche T-Stück-Einbau ermöglicht auch eine spätere Heizungsmodernisierung einzelner Wohnungen: Immobilienunternehmen und Heizungsfachbetriebe werden häufiger damit konfrontiert sein, dass von vier Besitzern übereinanderliegender Wohnungen einer noch sein vorhandenes Gerät weiter betreiben will. Da in vielen Gebäuden für jede Etage ein eigener Schacht vorhanden ist, kann in diesem Fall ein Schacht mit dem mehrfachbelegten Abgassystem saniert werden. Der Eigentümer, der erst später umrüsten möchte, kann sein Heizgerät weiter unabhängig betreiben – auch bleibt seine Wohnung solange von Bauarbeiten verschont.

