Sprunghaft steigende Kosten für Gas, Öl und Strom, der Klimawandel und staatliche Vorgaben für die Einbindung erneuerbarer Energien zur Beheizung und Warmwasserversorgung auch im Altbau – Sparen und Klimaschutz fangen in den eigenen vier Wänden an. Alternativen und Ergänzungen zur gewohnten Heiztechnik stehen bereit und können jetzt konsequent eingesetzt werden. Aktuell werden erneuerbare Energien vom Staat sogar mit Zuschüssen erheblich gefördert. Dadurch rentieren sich die Investitionen in regenerative Energieträger noch schneller. Das Modernisierungs-Magazin stellt die drei wichtigsten Lösungen im Überblick vor.
Solarthermie
Alles Gute kommt von oben
Solarkollektoren funktionieren prinzipiell wie ein dunkler Gartenschlauch, der in der Sonne liegt. Seine Oberfläche absorbiert das Sonnenlicht und vor allem die Wärmestrahlung, sodass sich das Wasser darin erwärmt. Im Solarkollektor wird über einen Absorber eine spezielle Trägerflüssigkeit durch die Sonneneinstrahlung erwärmt und durch eine Umwälzpumpe zum Warmwasserspeicher transportiert. Dort gibt die Trägerflüssigkeit ihre Energie über einen Wärmetauscher an das Trink- oder Heizungswasser ab. Anschließend wird die Trägerflüssigkeit wieder zum Solarkollektor zurückgeführt.
Grundsätzlich lässt sich Sonnenenergie in Verbindung mit allen Gas- und Öl-Heizgeräten sowie mit Holzpelletkesseln nutzen. Aber auch die Kombination mit Wärmepumpen ist sehr effizient. Gebraucht werden unter anderem Solarkollektoren und ein Warmwasserspeicher, der sowohl Wärmeenergie aus den Solarkollektoren als auch zum Beispiel von einem Gas-Heizgerät aufnehmen kann, wenn die Sonneneinstrahlung den Wärmebedarf nicht decken kann. Warmwasserspeicher, die Wärme aus unterschiedlichen Energiequellen aufnehmen können, werden als bivalent bezeichnet. Darüber hinaus muss eine Regelung vorhanden sein, die in der Lage ist, das Zusammenspiel der Anlage wirtschaftlich zu steuern.
Deckt Sonnenenergie den kompletten Bedarf an Wohnwärme ab?
Die Solarthermie ist eine optimale Ergänzung zu bestehenden oder neuen Heizanlagen und erhöht die Effizienz des Gesamtsystems deutlich. Weil die Intensität der Sonneneinstrahlung variiert, kann die Solarenergie nicht ganzjährig ausschließlich zur Heizungsunterstützung oder Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Rund 60 Prozent der Energie zur Warmwasserbereitung und 20 Prozent der Heizenergie können im Jahresdurchschnitt durch Sonnenwärme gedeckt werden. Im Sommer kann die Warmwasserbereitung sogar komplett durch die Solarthermieanlage erfolgen. Die Sonnenenergie kann sowohl zur Warmwasserbereitung als auch Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Zur Heizungsunterstützung ist ein zusätzlicher Puffer- oder Kombispeicher erforderlich, in dem die Solarenergie zwischengelagert wird.
Sind alle Dächer für die Solarthermie geeignet?
In der Regel ja. Große Hersteller wie zum Beispiel Vaillant bieten ihre Solarthermiesysteme sowohl für Steil- als auch für Flachdächer, die Auf- und Indachmontage in einer Horizontal- und einer Vertikalversion an. Die Dachlasten durch Solarkollektoren sind minimal. Solarkollektoren nutzen sich übrigens nicht ab – sie bringen vom ersten bis zum letzten Tag die volle Leistung. Die Lebensdauer beträgt mindestens 20 Jahre, doch auch 50 Jahre sind nicht unrealistisch, weil Solarkollektoren keine bewegten Teile beinhalten.
Wärmepumpe
Meister im Energiesparen
Wärmepumpen bieten die Möglichkeit, sich komplett von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen. Sie gewinnen 75 Prozent der benötigten Energie aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft. Nur 25 Prozent werden als Antriebsenergie in Form von Strom zugeführt. In einem Kreislaufprozess wird die im Grundwasser, dem Erdreich oder der Luft gespeicherte Sonnenenergie auf eine für die Beheizung und Warmwasserbereitung nutzbare Temperatur gebracht.
Bilden Fußbodenheizungen mit Vorlauftemperaturen von 35 Grad Celsius den Idealfall, sind in Altbauten oft Radiatorenheizungen vorhanden, die auf Vorlauftemperaturen von rund 75 Grad Celsius ausgelegt worden sind. Hier sollte genau geprüft werden, ob eine Wärmepumpe diesen Anforderungen wirtschaftlich gerecht werden kann. Gegebenenfalls sollte auch eine energetische Sanierung des Gebäudes in Betracht gezogen werden. Generell eignen sich für den Betrieb einer Wärmepumpe Temperaturen der Heizflächen von nicht höher als 55 Grad Celsius, da bei höheren Gradzahlen der wirtschaftliche Betrieb der Wärmepumpe nicht gewährleistet sein könnte.
Welche Energiequelle ist am besten geeignet?
Bei der Auswahl der Wärmequelle sind viele individuelle Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Als ergiebigste und konstante Energiequelle hat sich das Grundwasser erwiesen. Doch auch das Erdreich bietet ideale Voraussetzungen. Die Energiequelle Luft ist vor allem wegen der einfachen Installation der Wärmepumpe attraktiv. Aufgrund höherer Temperaturschwankungen arbeiten Wärmepumpen mit den Energiequellen Grundwasser oder Erdreich effizienter.
Worauf sollte man bei der Investition in eine Wärmepumpe achten?
Das Herz einer Wärmepumpe ist der Kompressor. Untrügliches Zeichen für die hohe Qualität des Kompressors ist eine eigens darauf gewährte langfristige Garantie. Diese sollte zehn Jahre betragen. Im aktuellen Wärmepumpen-Test 6/2007 der Stiftung Warentest positionierte sich der Heiztechnik-Hersteller Vaillant als Preis-Leistungs-Sieger: „Das beste Gerät im Test heißt Vaillant Geotherm-Plus. Es überzeugt durch gute Qualität und niedrige Betriebskosten“, so das Urteil der Tester.
Bietet der Hersteller Komplettpakete aus einer Hand?
Generell sollte auch darauf geachtet werden, dass der Hersteller nicht nur Wärmepumpen für unterschiedliche Energiequellen anbietet, sondern auch das dazu passende Zubehör wie zum Beispiel verschiedene Warmwasserspeicher, Hydraulikstationen oder auch Solarthermieanlagen. Besonders beliebt sind Wärmepumpen mit bereits integriertem Warmwasserspeicher, die platzsparend in den Heizungsraum eingebracht werden können. Als Nadelöhr hat sich in den vergangenen Jahren die oft notwendige Erdbohrung für eine Wärmepumpe erwiesen. Bis zu einem Jahr Wartezeit war keine Seltenheit. Deshalb sind große Hersteller zu bevorzugen, die nicht nur fest mit einem Bohrunternehmen zusammenarbeiten, sondern auch über eigene Bohrgeräte verfügen. So bietet zum Beispiel Vaillant seinen Kunden die Wärmepumpe und die benötigte Erdbohrung durch eigene Tochterunternehmen aus einer Hand.
Holzpelletkessel
So heizt man klimaneutral
Pellets sind Holzpresslinge, die aus naturbelassenem Restholz ohne chemische Bindemittel hergestellt werden. Das Rohmaterial für Pellets – Sägespäne und Sägemehl – fällt als Nebenprodukt bei der Holzverarbeitung an, sodass für die Produktion von Holzpellets nicht ein Baum extra gefällt werden muss.
Neben dem Holzpelletkessel ist ein Lagerraum für den Brennstoff erforderlich. Dies kann entweder ein vorhandener Kellerraum oder ein Sacksilo sein, das zum Beispiel auch die Heiztechnik-Hersteller anbieten. Zwischen dem Lagerraum und dem Holzpelletkessel sorgt ein Zufuhrsystem für den Transport der Pellets. Rund 70 Prozent aller installierten Holzpelletkessel werden mit Solarkollektoren ergänzt. Durch die Nutzung von Sonnenwärme sinken der Brennstoffbedarf und somit auch die Heizkosten nochmals deutlich. Natürlich können Holzpelletkessel auch mit Warmwasserspeichern kombiniert werden.
Wie funktionieren Holzpelletkessel?
In einem Holzpelletkessel werden Pellets verbrannt – nicht anders als in Gas- oder Öl-Wärmeerzeugern, die allerdings mit fossilen Energieträgern betrieben werden. Der Brennstoff Holz für den Einsatz in Pelletkesseln ist jedoch erneuerbar und wächst im wahrsten Sinne des Wortes nach. Die Holzpellets werden aus einem Lagerraum zugeführt. Wichtig ist bei einem Holzpelletkessel insbesondere eine automatische Brennerrost- und Wärmetauscherreinigung wie zum Beispiel beim Renervit-Holzpelletkessel von Vaillant. Diese verhindert nicht nur mögliche Verschlackungen auf dem Brennerrost, sondern gewährleistet auch permanent höchste Effizienz des Verbrennungsprozesses.
Bieten Holzpelletkessel den Komfort einer Gas- oder Öl-Heizanlage?
Holzpelletkessel decken den kompletten Warmwasser- und Wohnwärmebedarf eines Gebäudes ab. Dabei stehen sie anderen Heizsystemen in puncto Komfort in nichts nach. Von der Luft- über die Brennstoffzufuhr und die Anpassung an die geforderte Heizlast ist eine Pelletheizanlage vollautomatisiert. Nach mehreren Wochen ist lediglich die Aschelade zu leeren. Die aus der Pelletverbrennung entstandene Bio-Asche kann entweder im Hausmüll entsorgt oder als hochwertiger Gartendünger verwendet werden. Holzpelletkessel sind für nahezu alle Gebäude geeignet. So kann auch im Altbau schnell und sicher vollständig auf regenerative Energien gesetzt werden.
Wie werden sich Preise für Pellets entwickeln?
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der in Deutschland in großen Mengen vorhanden ist und beständig forstwirtschaftlich nachgepflanzt wird. Wie jeder Rohstoff unterliegen auch Pellets natürlichen Preisschwankungen. Wer mit Holz heizt, macht sich jedoch unabhängig von ausländischen Energiepreisvorgaben und setzt auf nachhaltige Planungs- und Brennstoffsicherheit.
Wie umweltfreundlich sind Holzpelletkessel?
Wird Holz verbrannt, entsteht dabei genauso viel Kohlendioxid wie ein Baum im Laufe seines Lebens der Luft durch Photosynthese entzieht. Dieselbe Menge Kohlendioxid würde auch bei der natürlichen Verrottung des Baums wieder freigesetzt werden. Die Grenzwerte des Umweltsiegels Blauer Engel bezüglich Feinstaubemissionen werden von Holzpelletkesseln namhafter Anbieter unterschritten. Holz ist daher ein klimaneutraler Brennstoff.
www.vaillant.de
Bild: Eine Wärmepumpe ist eine der effizientesten Technologien zum Heizen. Rund 75 Prozent der benötigten Energie werden dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft entzogen. Nur 25 Prozent müssen als elektrischer Strom zugeführt werden. (Vaillant)

