Hocheffizienzpumpen

Ungeregelte Heizungspumpen im Austausch gegen modernste Energiespartechnik

Hocheffizienzpumpen - modernste EnergiespartechnikAngesichts steigender Energiepreise suchen immer mehr Gebäudebetreiber nach Einsparmöglichkeiten, mit denen die Betriebskosten gesenkt werden können. Dabei wird oftmals übersehen, dass sich im Heizungskeller mit alten ungeregelten Heizungspumpen echte „Stromfresser“ verbergen. Der Austausch gegen modernste Energiespartechnik nimmt hier nur wenig Zeit in Anspruch und rechnet sich deutlich schneller als andere Modernisierungsmaßnahmen. 

Die seit Jahren steigenden Energiepreise belasten Industrie und Gewerbe inzwischen bis an die Schmerzgrenze. Ein Bereich, in dem – oftmals unbemerkt – erhebliche Stromkos­ten verursacht werden, sind die Umwälzpumpen in den Heiz- und Kühlkreisläufen sowie in der Warmwasser-Zirkulation. In Verwaltungsgebäuden kann eine Vielzahl von Pumpen im Einsatz sein. Je nach Bauart, Einsatzbereich und Nutzungsprofil entstehen dabei jährliche Stromkosten von mehreren 100 Euro – pro Pumpe.

Enorme Einsparpotenziale ergeben sich hier durch den Einsatz sogenannter Hocheffizienzpumpen, wie sie der Dortmunder Pumpenspezialist Wilo AG im Jahr 2001 erstmals auf den Markt gebracht hat. Die Wilo-Stratos-Pumpen, die sich unter anderem für die Heizungsanlagen und Trinkwarmwasser-Zirkulationen größerer Gebäude eignen, verbrauchen gegenüber herkömmlichen ungeregelten Umwälzpumpen bis zu 80 Prozent weniger Strom. Dasselbe prozentuale Einsparpotenzial weisen die im Jahr 2005 eingeführten kleineren Modelle der Serie Wilo-Stratos Eco auf. Sie sind zum Beispiel für kleinere Heizkreisläufe konzipiert.

Die elektronisch geregelten Nassläuferpumpen mit wartungsfreien Frequenzumrichtern und Permanentmagnet-Rotoren basieren auf sogenannten elektronisch kommutierten Motoren (ECM) und bieten eine Verdoppelung des Wirkungsgrads im Vergleich zu elektronisch geregelten Pumpen mit herkömmlichen Antrieben. Durch die automatische Anpassung der Pumpenleistung an die wechselnden Betriebszustände der Heizungsanlage reduzieren sich die Stromkosten im Vergleich zu ungeregelten Standardpumpen auf ein Fünftel. Gerade im Teillastbereich, der bis zu 98 Prozent der Betriebszeit einer Heizungspumpe ausmacht, kann eine deutliche Stromverbrauchssenkung im Vergleich zu einer ungeregelten Pumpe erzielt werden.

Einsparungen in der Praxis nachgewiesen
Aktuelle Untersuchungen belegen die erheblichen Einsparpotenziale. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel wurden beispielsweise im Maritim-Airport-Hotel zehn Jahre alte ungeregelte Pumpen durch moderne Wilo-Stratos-Pumpen ersetzt. Durch Verbrauchsmessungen wurde hier eine durchschnittliche Stromeinsparung von 67 Prozent ermittelt, in einigen Heizkreisen konnten sogar über 90 Prozent erreicht werden. Hochgerechnet auf den kompletten Pumpenbestand wurde hier ermittelt, dass sich mit Investitionskosten von etwa 35.000 Euro für einen Komplettaustausch der alten Pumpen gegen Hocheffizienzpumpen jährliche Stromkosteneinsparungen von 15.000 Euro erzielen lassen – die Investition rechnet sich nach etwa zwei bis drei Jahren.

Damit rückt dieser Bereich der technischen Gebäudeausrüs­tung zunehmend in den Blickpunkt der Immobilienbewirtschaftung. Auch Facility-Manager Horst Lothar B. ist hellhörig geworden, als er von den enormen Stromsparpotenzialen und den kurzen Amortisationszeiten des Pumpenaustauschs erfuhr. Er betreut im Auftrag einer Immobiliengesellschaft verschiedene kleinere und größere Büroobjekte, die von unterschiedlichen Mietern genutzt werden. Bei einem dieser Objekte handelt es sich um ein älteres freistehendes Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 550 Quadratmeten. Vor einigen Jahren wurden die Büroetagen modernisiert und an die Wünsche des derzeitigen Mieters angepasst. Dieses Unternehmen ist der alleinige Nutzer und trägt dementsprechend auch alle anfallenden Betriebskosten. Die Beheizung erfolgt über eine Erdgas-Zentralheizung, die bereits vor dieser Modernisierung vorhanden war. Die Wartung lässt der Verwal-ter jährlich von einem örtli-chen Heizungsbauunternehmen durchführen.

Horst Lothar B. beschließt, dieses Objekt als erstes hinsichtlich eines Pumpenaustauschs unter die Lupe nehmen zu lassen. Denn rechtzeitig vor Beginn der nächsten Heizsaison steht ein ausführlicher Heizungs-Check auf dem Programm. Installateur Günter B. kontrolliert nicht nur den Brennraum auf etwaige Verunreinigungen, sondern bezieht alle Komponenten der Heizungsanlage in die Überprüfung ein. Das Ergebnis wird in einer Check-Lis­te dokumentiert, die dem Kunden übergeben wird. So ist die Heizung selbst zwar schon ein paar Jahre alt, entspricht aber im Wesentlichen dem aktuellen Stand der Technik. Anlagenkomponenten und Betriebsweise ermöglichen einen – gemessen an den Gebäudedaten – relativ niedrigen Erdgasverbrauch.

Durch den Heizungs-Check werden jedoch weitere Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen der Energieverbrauch abgesenkt werden kann. Erhebliches Einsparpotenzial bietet die Heizungspumpe. Denn in diesem Objekt ist noch eine alte ungeregelte Heizungspumpe eingebaut, die viel zu viel Strom verbraucht. „Mit einer modernen elektronisch geregelten Wilo-Stratos-Eco-Hocheffizienzpumpe lässt sich der Stromverbrauch je nach Anlagenart und Pumpenmodell um bis zu 80 Prozent reduzieren“, erfährt Horst Lothar B. von seinem Heizungsprofi.

Alte Pumpen sind oft überdimensioniert
Zudem seien in vielen Heizungsanlagen die alten Pumpen völlig überdimensioniert, ein Modell mit geringerer Leis­tung reiche in den meisten Fällen aus. Um eine Überdimensionierung zu vermeiden, zieht der Installateur nicht den Austauschspiegel zu Rate, sondern führt im Heizungskeller des Kunden eine überschlägige Auslegung der neuen Pumpe durch. Dazu nutzt er den „Wilo-Pumpenrechner“, dessen Funktionsprinzip auf dem Rechenschieber basiert. Damit kann in wenigen Schritten die optimal für die jeweilige Anlage geeignete Pumpe ermittelt werden. Im konkreten Fall ist es die Wilo-Stratos Eco 30/1-3. Ein kleineres Modell dieser mit dem Energielabel der Effizienzklasse A ausgezeichneten Pumpenbaureihe wurde von der Stiftung Warentest getestet und belegte bei der Bewertung der Energieeffizienz den Spitzenplatz. Dieser Test bescheinigt einer Wilo-Stratos Eco 25/1-3 jährliche Stromkosten von lediglich 12 Euro im Vergleich zu einem veralteten Modell mit Kosten in Höhe von bis zu 150 Euro. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von über 130 Euro. Bei einem Anschaffungspreis von zirka 360 Euro für die neue Pumpe lohnt sich diese Investition sehr schnell. Die Ergebnisse dieses Tests können auch auf die größeren Pumpen der Baureihe Wilo-Stratos Eco übertragen werden. Sie verbrauchen zwar etwas mehr Strom, doch im Vergleich zu einer entsprechenden ungeregelten Pumpe bleibt das Verhältnis von etwa 80 Prozent Stromeinsparung erhalten.

Erdgasverbrauch senken durch hydraulischen Abgleich
Zusätzlich lässt Horst Lothar B. einige Tage später auch den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführen. Denn der Fachmann hatte ihm erläutert, dass man die Pumpe nicht isoliert betrachten dürfe, sondern sie in das Gesamt­system Heizung einbeziehen müsse. In diesem Zusammenhang bietet der hydraulische Abgleich Möglichkeiten zur weiteren Optimierung. Damit wird das Ziel verfolgt, alle Räume gleichmäßig mit Wärme zu versorgen. Zu den Komponenten, die im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs eingesetzt werden, zählen voreinstellbare Thermostatventile, Rücklaufverschraubungen, die Strangregulierventile und Differenzdruckregler. Diese Komponenten werden so eingestellt, dass sich eine optimale Wärmeverteilung innerhalb der gesamten Heizungsanlage ergibt. Das erhöht den Komfort, und es können gleichzeitig weitere Einsparpotenziale erschlossen werden.

Nun beginnt für Facility-Manager Horst Lothar B. der eigentliche Feldversuch. Dabei profitiert er davon, dass er auf die bei seinen monatlichen Begehungen erhobenen Daten zum Strom- und Gasverbrauch zurückgreifen kann. Drei Monate nach Pumpentausch und hydraulischem Abgleich zieht er zufrieden Bilanz: Der Strom- und Gasverbrauch in diesem Objekt ist – auch witterungsbereinigt – signifikant geringer geworden.     
www.wilo.de

Klaus Teders
Bild: Nachdem der Heizungsfachmann das Werkzeug in seinem Servicefahrzeug verstaut und den Arbeitsplatz gereinigt hat, präsentiert er dem Verwalter das Ergebnis seiner knapp einstündigen Tätigkeit. Sein Kunde ist angesichts des reibungslosen Ablaufs und der kompetenten Beratung sichtlich zufrieden. (Wilo AG)


Getestet und ausgezeichnet
Die Stiftung Warentest hat Heizungspumpen verschiedener Bauarten und Hersteller getestet. Die Hocheffizienzpumpe Wilo-Stratos Eco ist dabei mit der Bestnote sehr gut (1,4) bewertet worden. In puncto Energieeffizienz lag die Pumpe mit der Note 1,3 an der Spitze der getesteten Pumpen. Hier werden auch ihre enormen Einsparpotenziale deutlich: Denn die ungeregelte Heizungspumpe nimmt laut dieser Untersuchung mit einem Jahresverbrauch von 520 bis 800 Kilowattstunden (kWh) den Spitzenplatz unter den Stromverbrauchern in bundesdeutschen Haushalten ein.  Selbst ein Elektro-Herd benötigt weniger Strom. Die mit dem Energielabel A ausgezeichnete Wilo-Stratos Eco ist für Ein- und Zweifamilienhäuser geeignet und verbraucht laut Stiftung Warentest lediglich 63 kWh pro Jahr. Im Vergleich dazu ist der Strombedarf eines TV-Geräts mit 190 kWh schon fast dreimal so hoch. Angesichts dieses enormen Stromsparpotenzials lautet die Empfehlung der Stiftung Warentest, mit der Investition in die neue Pumpe nicht bis zum Ausfall des Altgeräts zu warten. Dies gelte auch für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte. Für diesen Einsatzbereich stehen Stratos-Hocheffizienzpumpen mit entsprechender Pumpenleis­tung zur Verfügung.
Eine von ihnen, die Wilo-Stratos 25/1-6, setzte sich beim europaweiten Projekt „Energy + Pumps“ als Siegerin in der obersten Kategorie der Pumpen mit einem Volumenstrom von über 2,35 m3/h durch. Als energieeffi­zientes­te Pumpe wurde sie im März mit dem „Energy + Award 2008“ ausgezeichnet.