Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV)

Befragung zur Akzeptanz von KfW-Förderangeboten bei Verwaltern

Dr. Burkhard Touché ist Abteilungsdirektor im Vertrieb der KfWWer kennt sie nicht, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW? Aber kennt man auch die einzelnen Förderprogramme und weiß, welche davon von Eigentümergemeinschaften in Anspruch genommen werden können? Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) startet gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau eine Befragung unter seinen Mitgliedern. Dabei wollen beide Partner mehr über die Akzeptanz der einzelnen KfW-Förderprogramme erfahren.

Ziel ist es, dass die Immobilienverwalterbranche und die Wohnungseigentümergemeinschaften besser über mögliche Förderprodukte informiert sind und die KfW erfährt, wie die Förderprodukte durch die Immobilienverwalter beurteilt und genutzt werden. Da der Schwerpunkt im Bereich der energetischen Sanierung liegt, soll auch ein Beitrag geleistet werden, das ambitionierte Energiekonzept 2050 der Bundesregierung umzusetzen.

Wie kann der Immobilienverwalter mit dem Bankendurchleitungsprinzip am besten umgehen, und haben Verwalter die Kapazitäten, bei allen Eigentümern entsprechende Unterschriften zur Kreditbeantragung einzuholen? Sind die Förderprogramme für WEGs und Bauträger geeignet? Diese und andere Fragen wollen nun die KfW und der Spitzenverband der Immobilienverwalter, durch die Umfrage bei den Immobilienverwaltern wissen. Wir haben mit Dr. Burkhard Touché, Abteilungsdirektor im Vertrieb der KfW, gesprochen.

Herr Touché, was genau wollen Sie mit dieser Fragebogenaktion erreichen?

Touché: Die wohnwirtschaftlichen Förderprogramme der KfW werden sehr stark nachgefragt. Immobilienverwalter sehen jedoch – nach unserem Eindruck – noch nicht alle Möglichkeiten, diese Programme auch für ihre Immobilien optimal einzusetzen. Um Immobilienverwalter zu unterstützen, erforderliche Investitionen bestmöglich zu finanzieren, möchten wir die Kommunikation mit ihnen über den DDIV intensivieren.

Sieht die KfW bei einem entsprechenden Umfrageergebnis auch Ansatzpunkte, Verbesserungen für WEG-Verwaltungen vorzunehmen?

Touché: Die KfW bietet mit den Investitionszuschüssen in den Programmen Energieeffizient sanieren und Altersgerecht umbauen den WEGs mit natürlichen Personen als Wohnungseigentümern bereits ein passendes Förderangebot an. Unser Eindruck ist, dass die Produkte bei den WEG-Verwaltungen oftmals leider noch nicht ausreichend bekannt sind. Einzelne Kreditinstitute bieten zudem maßgeschneiderte Finanzierungslösungen, die von der KfW immer unterstützt werden. Handlungsbedarf sehen wir insbesondere bei den Informationen über die Förderangebote und mögliche Lösungsansätze.

Auch Bauträgerfinanzierungen sind für Wohnungsgesellschaften durchaus interessant. Was hat die KfW hier zu bieten?

Touché: Bauträgerfinanzierungen sind für die KfW ein tägliches Geschäft. Hier sind wir bereit, auch immer wieder individuell passende Lösungen zu finden. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen für ein Gespräch zu Einzelprojekten gern zur Verfügung.

Wie beurteilt die KfW die zunehmenden Verschärfungen der energetischen Sanierung im Wohnungsbereich?

Touché: Deutschland und die EU haben weitgehende und langfristige Ziele gerade im Bereich der energetischen Gebäudesanierung beschlossen. Die KfW hat den Auftrag, diesen Prozess nicht nur durch Förderprogramme abzufedern, sondern auch technische Entwicklungen und Standards mit voranzubringen. Hier hilft es allen Beteiligten, dass die KfW nicht nur Finanzierungs-Know-how hat, sondern inzwischen auch viele technische Erfahrungswerte in der energetischen Sanierung aufweisen kann. Wir sehen häufig, dass die Kosten der energetischen Sanierung überschätzt und die langfristigen Einsparpotenziale unterschätzt werden. Gern würden wir daher auch in diesem Punkt mit den Immobilienverwaltern in einen intensiveren Diskussionsprozess kommen.

Interview: Martin Kassler

Bild: Dr. Burkhard Touché ist Abteilungsdirektor im Vertrieb der KfW und will die Förderprogramme des Bunds bei Verwaltern bekannter machen.