Fünf Jahre wird die umfangreiche Modernisierung der aus 534 Wohneinheiten bestehenden Wohnanlage Burg in Wolfsburg dauern. Die Neuland-Wohnungsgesellschaft hat die Mieter deshalb schon in die Planungsphase einbezogen. Mit Erfolg: Denn zum Bürgerfest sind rund 1500 Besucher gekommen, um den Baubeginn zu feiern. Das Modernisierungs-Team hat vorher gemeinsam mit den Mietern passende Ersatzwohnungen ausgewählt. Besonders begeistert waren die Besucher von einem fast 1000 Quadratmeter großen Plakat. Dieses prangt bis zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts an einer Fassade und zeigt schon heute, wie das Wohnen nach Rückbau und Neugestaltung aussehen wird.
Etwa jede vierte Wohnung stand leer, die Bebauung ist gleichförmig, die Grundrisse veraltet und der Anteil älterer Mieter stieg – die Wohnanlage Burg im Wolfsburger Stadtteil Detmerode steht exemplarisch für die Bauweise der 60er-Jahre, geprägt von der Rationalisierung des Wohnbaus. „Das Wohnen ist nicht mehr attraktiv, die Infrastruktur im Stadtteil und die Lage am Waldrand sind jedoch nach wie vor ideal. Wir wollen mit der Maßnahme erreichen, dass sich die Mieter wieder wohl fühlen“, so Neuland-Geschäftsführerin Mallwitz. Mehr als zehngeschossige Gebäude werden teilweise auf bis zu vier Etagen rückgebaut, energetisch modernisiert, und es entstehen zeitgemäße Grundrisse: Das Angebot umfasst moderne Ein- bis Vierzimmerwohnungen mit hellen und offenen Zuschnitten. Im Dachgeschoss folgen Penthouse-Wohnungen mit privaten Dachgärten. Alle Erdgeschoss-Wohnungen erhalten eine Terrasse mit eigenem Zugang zu den neuen Grünanlagen. Außerdem entsteht förderfähiger Wohnraum für Senioren: breite Türen, bodengleiche Duschen und Balkone mit schwellenlosem Zugang sorgen für Komfort – weitere technische Services wie Notruftelefone lassen sich installieren. Auch Wohngemeinschaften wird es geben.
Ohne Einbindung der Mieter kein Erfolg
Am Ende bleiben von den 534 noch 400 Wohneinheiten. Im ersten Bauabschnitt sind 142 Wohnungen betroffen. Zunächst herrschte Unsicherheit unter den Bewohnern. Inzwischen stehen sie der Sanierung positiv gegenüber, denn durch kontinuierliche Information und persönliche Betreuung schaffte die Wohnungsgesellschaft das nötige Vertrauen. Mallwitz: „Gemeinsam mit den Mietern hat unser eigens gegründetes Modernisierungs-Team maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet. Kein Bewohner, der in eine andere Wohnung ziehen musste, brauchte Einbußen seiner Lebensqualität hinzunehmen.“ Schon im August war der Umzug fast aller betroffenen Mieter vollständig abgeschlossen.
Wie die Anlage im Jahr 2013 aussieht, können Mieter, Anwohner und Besucher seit dem Bürgerfest an einem 1000 Quadratmeter großen Plakat an der Fassade eines Gebäudes erleben. Hier ist schon heute erkennbar, wie hell und offen sich die Anlage künftig präsentieren wird. „Trotz der bevorstehenden Belästigungen durch Schmutz und Lärm erleben wir fast nur positive Reaktionen auf die geplante Neugestaltung. Das Plakat bleibt während der gesamten ersten Bauphase hängen“, freut sich Kerstin Mallwitz.
www.neuland.wolfsburg.de
red
Bild: Rückbau, offene Grundrisse, Nähe zu Natur – das erfolgreiche Entwurfsgutachten von KSP Architekten zeigt, wie attraktives städtisches Wohnen in einer modernisierten
60er-Jahre-Wohnanlage aussehen kann. (Neuland Wohnungsgesellschaft)
