Nachhaltigkeit ist eines der Themen, das künftig in den Mittelpunkt der Immobilienbewertung rücken wird. Zumindest behauptet dies eine neue Studie, die nun vorgestellt worden ist. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Klimawandels komme der Nachhaltigkeit von Immobilien eine herausragende Bedeutung zu – das Bewusstsein dafür sei allerdings bislang nur unzureichend gewachsen. „Für Investoren und Projektentwickler ist es daher in zunehmendem Maße notwendig, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Themas Nachhaltigkeit zu verstehen“, so Sascha Hettrich, Managing-Partner von King Sturge Deutschland, die die Studie erstellt hat.
Eingehend damit werde die Werthaltigkeit von Bausubstanz zunehmend wichtiger für die gesamte Immobilienbranche. Während bei vielen Neubauten bereits auf Energieeffizienz geachtet wird, bestehe Nachholbedarf in der Umsetzung dieser Ansprüche auch bei Bestandsimmobilien. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer weiteren Urbanisierung ließen die zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen zwar steigende Kosten erwarten, diese Investitionen seien jedoch erforderlich, um einen weiteren Werteverfall der Immobilien zu stoppen. „Die Studie verdeutlicht, dass die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit oberste Priorität bei der Festigung oder Steigerung von Immobilienwerten haben“, betont Hettrich.
Trend: Management
King Sturge entwickelte zwölf Nachhaltigkeitsfaktoren, um Trendaussagen für Bewertungen und Wertentwicklungen von Immobilien ableiten zu können. An erster Stelle stehen Umweltaspekte wie die Steuerung und Reduzierung von Energie, des Wasserverbrauchs, von Abfall und Recyclingmaterialien sowie die Reduzierung der Luftverschmutzung und Staus. Darüber hinaus gewinnen sowohl soziale (Attraktivität und Lebensfähigkeit von Quartieren, aber auch die Verbrechensbekämpfung) und wirtschaftliche (Qualität der Bausubstanz, flexible Gestaltung, Misch- beziehungsweise vielfältige Nutzung von Gebäuden und die Schaffung einer nachhaltigen Nachfrage) als auch staatliche Faktoren (Bereitstellung einer guten Infrastruktur und Grünanlagen und -flächen) im Rahmen nachhaltiger städtebaulicher Entwicklung an Bedeutung. Zusätzlich ist der Erhalt und die Förderung eines ausgewogenen Mietermixes und ein kontinuierliches Asset Management unabdingbar. Dieses Asset Management muss über ein konsequentes Ressourcenmanagement hinaus auch weiche infrastrukturelle Themen (Kultur, Gesundheit, Bildung, Finanzen) integrieren.
„Nur wenn die Bedeutung der Nachhaltigkeit von Immobilien branchenübergreifend erkannt und umgesetzt wird, werden Immobilien künftig den gestiegenen Ansprüchen gerecht. In diesem Fall wird sich die Wertminderungswahrscheinlichkeit von Kerninvestments in den kommenden 25 Jahren verringern“, so Hettrich. Die Studie ist online abrufbar im Internet.
www.kingsturge.co.uk/research/#int.
red
Bild: Wie hoch der Wert einer Immobilie anzusetzen ist, liegt heute – und noch mehr in Zukunft – auch an ihrer Nachhaltigkeit. Im abgebildeten Fall jedenfalls besteht dringend Handlungsbedarf. (Archiv)
