Vera-Verfahren

Umfassende Rechnungs- und Datenanalysen für Handwerkerleistungen

Umfassende Rechnungs- und Datenanalysen für HandwerkerleistungenImmer mehr Wohnungs- und Immobilienunternehmen planen den Einsatz einer elektronischen Handwerkerkopplung oder nutzen bereits eine elektronische Handwerkeranbindung. Aber lassen sich die tatsächlichen Kosten der einzelnen Handwerksleistungen nicht noch weiter optimieren? Dieser Frage geht der folgende Beitrag nach.

Ziel des Einsatzes einer Handwerkerkopplung ist, die Zusammenarbeit von Geschäftspartnern zu optimieren. Wohnungs- und Immobilienunternehmen verknüpfen mit ihren Handwerkern die gemeinsame Auftrags- und Rechnungsbearbeitung bei Reparaturen im Bereich der laufenden Instandhaltung und auch bei Modernisierungen im Internet.

Wo die Optimierung durch die Handwerkerkopplung aufhört, setzt nun das Vera-Verfahren an. Das Verfahren ist ein speziell für Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft erarbeitetes Abrechnungssystem. Ziel des Verfahrens ist die Senkung der Instandhaltungskosten und die Einsparung von Arbeitszeit durch eine vereinfachte Auftrags- und Rechnungsabwicklung.
Es wird mit Fest- und Einheitspreisen gearbeitet. Festpreise gibt es für artverwandte Kleinreparaturen an Objekten und Einrichtungen. Der Preis wird aus Durchschnittswerten gebildet, die aus den Abrechnungsunterlagen zurückliegender Reparaturfälle ermittelt werden. Einheitspreise werden hauptsächlich beim Austausch höherwertiger Einrichtungen und bei Modernisierungen eingesetzt. Hier werden bestimmte Leistungen zu einer Komplettleistung zusammengefasst.

Claudia Heymanns von der Wohnstätte Krefeld bestätigt aus Sicht der internen Revision, dass das Vera-Verfahren mit allen Einheitspreis- und Festpreislisten in Verbindung mit der Handwerkerkopplung aus dem laufenden Geschäft nicht mehr wegzudenken ist. Bei der Wohnstätte Krefeld war ein wesentliches Entscheidungskriterium, das Verfahren einzusetzen,  die Kosteneinsparungen von Fremd- und Prozesskosten.

Das Vera-Verfahren setzt auf umfassende Rechnungs- und Datenanalysen von abgewickelten Instandhaltungsaufträgen. Diese werden zu immer wiederkehrenden typisierbaren Fällen in Form von Pauschalen zusammengefasst. Für Kleinreparaturen, wie zum Beispiel die Reparatur einer Wasserarmatur, werden Festpreise ermittelt und den Handwerkern des Unternehmens erläutert. Für den Austausch hochwertiger Komponenten werden Einheitspreispakete mit den Handwerkern verhandelt. Im Vera-Benchmark wurden sämtliche Handwerksleistungen, die typischerweise bei Wohnungs- und Immobilienunternehmen anfallen, nach Materialanteil und Lohnminuten erfasst.

Für die Preisverhandlung mit örtlichen Handwerkern stellt dieses Wissen eine optimale Verhandlungsgrundlage dar. Für die Wohnungsunternehmen bedeutet das häufig die Senkung der Instandhaltungskosten und die Einsparung von Arbeitszeit im Unternehmen durch die Nutzung der standardisierten Auftragschecklisten. Die Vereinfachung der Prozesse zur Auftragsabwicklung in Verbindung mit einer Handwerkeranbindung werden durch die Reduktion des Zeit- und Verwaltungsaufwands für die beiden Geschäftspartner sichtbar.
Die Wohnstätte Krefeld hat derzeit über zehn Gewerke mit Vera-Einheits- und Festpreislisten im Einsatz und arbeitet derzeit mit 36 Handwerksbetrieben über dieses Verfahren zusammen. „Wir wickeln zirka  85 Prozent aller Aufträge der laufenden Instandhaltung darüber ab“, zeigt sich Claudia Heymanns zufrieden.
www.qis-deutschland.de

red
Bild: Nach 20 Jahren Entwicklung und erfolgreichem Einsatz des Vera-Verfahrens bei Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland übergab Wolfgang Richter (links), der Erfinder der Methode, das Ruder an Guido Richter.