Virtuelle Ausstellung in Second Life

Marketing im Internet: 3D-Simulation mit Web 2.0

Virtuelle Ausstellung in Second LifeDie interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 gelten für viele Unternehmen als Königsweg des Marketings im Internet. Im Zentrum der Aktivitäten steht dabei immer häufiger die Online-Simulation Second Life. Mit über neun Millionen Nutzern gehört die virtuelle Welt zu den derzeitig stärksten Trends im Internet. Insbesondere internationale Top-Unternehmen wie Adidas, IBM, Sony BMG oder Toyota nutzen die komplexe 3D-Simulation verstärkt als Marketing-Plattform. Als einer der ersten deutschen Mittelständler setzt jetzt auch der Massivhausanbieter Town & Country auf die Möglichkeit, in Second Life direkt mit Bauinteressenten zu kommunizieren. Auf einer eigenen Insel präsentiert das Thüringer Unternehmen eine Auswahl seiner mehr als 30 Typenhäuser als realistisch gestaltete, begehbare 3D-Simulation.

Wer heute neue Zielgruppen erreichen will, der muss besonders im Internet dahingehen, wo die Menschen sind. Und Second Life ist einer der Hot Spots“, ist Unternehmensgründer Jürgen Dawo überzeugt. Dabei passt die Town-&-Country-Hauspalette, die vor allem auf junge Familien mit Kindern ausgerichtet ist, zu den Nutzern von Second Life. Laut den Betreibern von Second Life, Linden Lab, liegt das Alter der Nutzer im Durchschnitt bei 36 Jahren. Zudem sind deutsche Bewohner in der virtuellen Welt überproportional vertreten. Schätzungen von Experten gehen davon aus, dass jeder dritte Nutzer, der Second Life ausprobiert hat, aus Deutschland stammt. Davon loggen sich 240.000 regelmäßig mindestens einmal pro Woche in die Online-Welt ein.
Für Dawo ein riesiges Potenzial. Und der Erfolg scheint ihm Recht zu geben. Schon nach kurzer Zeit gehörte die Town-&-Country-Insel zu den beliebtesten Treffpunkten in Second Life. Zwischen 2000 und 4000 Besucher zählt das Unternehmen täglich in seiner Musterhausausstellung. Damit liegt es in der internen Rangliste der 3D-Simulation in den Top 10 für die Bereiche Business und Park & Natur.

Hausbesichtigung vom Sofa aus
Dabei hat der weitsichtige Unternehmer nicht nur die Gewinnung neuer Interessenten im Auge. Auch in Verkaufsgesprächen bei bereits bestehenden Kontakten zu Bauinteressenten kann die virtuelle Welt genutzt werden. „Wir haben wohl die einzige Musterhausausstellung, die Bauinteressenten vom heimischen Sofa aus besuchen können“, erklärt Dawo. In Second Life können Bau-Interessierte insgesamt fünf Town-&-Country-Haustypen bequem von zu Hause aus besichtigen. Zudem liegt in den virtuellen Häusern Infomaterial zu den jeweiligen Haustypen aus.
www.towncountry.de

red
Bild: Der Markt ist auf allen Kanälen. Town & Country stellt seine Musterhäuser nun auch in der virtuellen Welt des Second Life aus. Ungefähr 4000 Besucher schauen sich die Häuser dort an – täglich. (Town & Country)


Second Life ist eine komplexe Web-3D-Simulation, die 2003 online gestellt wurde. Seitdem haben sich mehrere Millionen Nutzer registriert, um die neue Online-Welt zu erkunden und nach ihren Wünschen zu gestalten. Der Kreativität der Bewohner sind dabei kaum Grenzen gesetzt. So ist die ständige Weiterentwicklung von Second Life ausdrücklich erwünscht. Dabei erhält jeder Nutzer einen grafischen Stellvertreter, den Avatar, mit dem er in der virtuellen Welt von Second Life interagieren, Handel betreiben, kommunizieren und sich bewegen kann. Auch der Avatar lässt sich in Aussehen, Körperbau und Kleidung individuell nach den eigenen Wünschen gestalten. Durch eine virtuelle Währung, den Linden-Dollar, ist Second Life auch in den realen Wirtschaftskreislauf eingebunden. Zu wechselnden Kursen, derzeit rund 270 Linden-Dollar pro US-Dollar, kann die virtuelle Währung in echtes Geld getauscht werden. Dabei setzen die Nutzer momentan mehr als 150.000 US-Dollar pro Tag um.