Der deutsche Markt für Breitband-Internet ist bisher einseitig dominiert von den DSL-Angeboten. Egal, ob der Kunde seinen Vertrag mit der Telekom schießt oder einem anderen DSL-Anbieter – bis dato sind die Internet-Daten fast immer über das alte Telefonkabel geflossen. Internet-Interessierte haben zu dieser relativ kapazitätsarmen Infrastruktur kaum Alternativen gehabt. Doch nun kommt Bewegung in die Mono-Kultur.
Die deutschen Kabelnetzbetreiber haben in den vergangenen Jahren massiv investiert und sind dabei, das alte TV-Kabel zu einer schnellen und kapazitätsstarken Alternative aufzurüsten. Damit zeichnet sich für viele Kunden und Mieter erstmals eine echte Alternative zu der herkömmlichen DSL-Infrastruktur ab.
Kabel leistet mehr Gigabyte
Allein Kabel Deutschland, der größte deutsche Kabelnetzbetreiber, investiert binnen drei Jahren 500 Millionen Euro in die Modernisierung der eigenen Kabelnetze. Ermöglicht wird dadurch für den Kabelkunden ein Servicepaket, das nicht nur Fernsehen, sondern auch Breitband-Internet und kostengünstige Telefondienste ins Haus liefert. Und das – so zeigen viele Preisvergleiche – zu günstigeren Konditionen. Das TV-Kabelnetz bietet dabei mit bis zu 5 Gigabyte pro Sekunde eine enormen Kapazität (zum Vergleich: das DSL-Netz leistet maximal 0,1 Gigabyte). So haben im TV-Kabel heute gleichzeitig 33 analoge und rund 250 digitale TV-Programme Platz, plus reichlich Bandbreite für die Internet-Nutzung und Telefonie.
Historische Trennung überwinden
Diese Vorteile des TV-Kabels haben inzwischen viele Kunden erkannt. Ende Juni 2007 hatte Kabel Deutschland bereits 386.000 Internet-Kunden gewonnen – Tendenz schnell steigend. Aktuell entscheiden sich mehr als 30 Prozent aller neuen Internet-Kunden für das Kabel – vorausgesetzt, dass dieses als Alternative verfügbar ist. Doch das wird demnächst für zusätzliche 1,2 Millionen Haushalte der Fall sein, denn Kabel Deutschland hat Ende September von Orion Cable etwa 1,2 Millionen Kabel-Haushalte erworben. Damit wird für diese Haushalte die historisch entstandene Trennung von Verteil- und Hausnetzen überwunden. Durch diesen Zusammenschluss der sogenannten Netzebenen 3 und 4 kommen viele Mieter erstmals Zugang zum kabelbasierten Breitband-Internet. Bislang hatte die Trennung der Netzebenen die Entwicklung des Kabels in Deutschland massiv behindert. Die hohen Investitionen in die Aufrüstung der Verteilnetze (Netzebene 3) versickerten häufig vor der Haustür der Kunden, weil entweder die Hausnetze noch nicht modernisiert waren oder weil der Betreiber der Netzebene 4 aus Sorge um seine exklusive Kundenbeziehung keinen Zugang zu den Mietern gewährte. Dieses Problem wird nun in den acht Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern weitgehend der Vergangenheit angehören.
Netze sind mehr wert
Für die Wohnungswirtschaft hat diese Entwicklung eine Reihe von Vorteilen. Zum einen muss jeder Vermieter ein Interesse daran haben, dass seine Wohnungen mit schnellen und kostengünstigen Internet-Anschlüssen ausgestattet sind. Das verbessert unmittelbar die Vermietbarkeit der Objekte. Schöner noch, wenn das über eine Infrastruktur geschieht, die dem Wohnungsunternehmen selbst gehört. Bei Millionen Wohneinheiten sind die TV-Kabelnetze im Eigentum der Wohnungswirtschaft. Der Wert dieser Netze steigt, wenn man über sie auch Internet und Telefonie anbieten kann. Während das Kabel als neuer starker Wettbewerber in den Markt für schnelle Internet-Anschlüsse eindringt, gibt es gleichzeitig auch eine entgegengesetzte Entwicklung: Neue Spieler kommen auf den Markt für Fernsehübertragung. So gibt es in immer mehr Städten heute Betreiber von lokalen Glasfasernetzen. Und auch die DSL-Betreiber treten mit IPTV zunehmend als Lieferanten von Fernsehprogrammen auf. Auch das ist eine Entwicklung, die der Wohnungswirtschaft nur recht sein kann. Denn obwohl sich die Kabelnetzbetreiber der verschiedenen Netzebenen zusammenschließen, um auf dem Markt für schnelle Internet-Anschlüsse bestehen zu können, gibt es bei der Versorgung mit TV-Signalen weiterhin ausreichend Alternativen. Das sichert der Wohnungswirtschaft auch für die Zukunft faire Preise und einen guten Service.
Der zunehmende Wettbewerb der Infrastrukturen für Internet und für TV bringt den Markt gehörig in Schwung. Das verspricht für die Kunden einen breiten Strom von innovativen und kundenorientierten Produkten sowie einen guten Service. Kabel Deutschland etwa stellt für seine Partner aus der Wohnungswirtschaft eigene Call-Center-Kapazitäten zur Verfügung, sodass interessierte Mieter sofort kompetente Auskünfte zu allen angebotenen Produkten erhalten. Mieter genauso wie Vermieter können diese Entwicklung nur begrüßen.
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red
Bild: Triple Play für alle Haushalte? Jedenfalls für die Kunden von Kabel Deutschland. 500 Millionen Euro investiert das Unternehmen derzeit in die Modernisierung des Kabelnetzes. (Kabel Deutschland)
