Eigentümer Providence trennt sich von Unternehmensanteilen

Kabel Deutschland ist an der Börse

Kabel Deutschland ist an der BörseMit Kabel Deutschland (KDG) ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit einem guten Ergebnis an die Börse gegangen. Eigentümer Providence will mit dem Börsengang Anteile des Netzbetreibers abgeben.
Der erste Kurs der KDG-Aktie lag am 22. März mit 22,50 Euro genau 50 Cent über dem Ausgabepreis von 22 Euro. In der Spitze kletterte das Papier an seinem ersten Börsentag auf Xetra und an der Frankfurter Börse bis auf 22,83 Euro. Mit einem Gesamtvolumen von 760 Millionen Euro ist KDG der größte Börsengang in Deutschland seit fast dreieinhalb Jahren.

Insgesamt platzierte der Netzbetreiber 34,5 Millionen Aktien zum Preis von 22 Euro je Aktie. Laut DPA ist das Börsendebüt der KDG auf ein geteiltes Echo gestoßen. Experten zufolge war es für die Geschäftsleitung nicht leicht, Investoren für ihre Anteilsscheine zu finden. Das verwundert nicht, denn KDG hat rund 3 Milliarden Euro Schulden, und eine Dividende ist vorerst nicht in Sicht. Die Erträge aus dem Börsengang fließen nicht in die Kassen von Kabel Deutschland, sondern gehen an den Eigentümer Providence.
Der US-Finanzinvestor nutzt den Börsengang dazu, einen Teil seiner Anteile an Kabel Deutschland abzustoßen.

Operatives Geschäft bleibt auf Erfolgskurs
Im operativen Geschäft zeigt sich Kabel Deutschland von alledem unbeeindruckt und verzeichnet starke Zuwächse bei Kundenzahlen, Umsatz und Ergebnis. Das Unternehmen konnte nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2009/ 2010 (1. April bis 31. Dezember) den Umsatz um 9,3 Prozent auf 1,114 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,019 Milliarden Euro) steigern. Das operative Ergebnis legte um 13,8 Prozent auf 486,4 Millionen Euro (Vorjahr: 427,3 Millionen Euro) zu. Der Nettogewinn betrug 23,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es noch einen Nettoverlust von 48,6 Millionen Euro gegeben. Erneut waren die Bereiche Internet und Telefonie die stärksten Wachstumstreiber.

Größter Kabelnetzbetreiber Deutschlands
Kabel Deutschland betreibt Kabelnetze in 13 Bundesländern in Deutschland und versorgt fast neun Millionen Haushalte mit Fernsehen sowie Telefon- und Internetdiensten. Im Geschäftsjahr 2009/2010, das bis Ende März dauert, peilt das Unternehmen einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 650 Millionen Euro an. Beim durchschnittlichen Umsatz pro Kunde erzielt Kabel Deutschland bisher nur 12 Euro und hinkt damit der europäischen Konkurrenz weit hinterher. Zum Vergleich: Der spanische Festnetzbetreiber Ono erzielt mit seinen Kunden durchschnittlich 50 Euro im Monat, beim britischen Anbieter Virgin Media sind es 48 Euro, und beim belgischen Telenet-Konzern liegt der Umsatz bei 35 Euro.
www.kabeldeutschland.com

om
Bild: Eigentümer Providence hat Kabel Deutschland an die Börse gebracht.