Trendsetter Nordrhein-Westfalen und Hessen

Unitymedia-Gruppe: Digitales Kabelnetz, Triple Play

Triple PlayMit der Initiative „Jetzt Digital“, die Unitymedia gemeinsam mit den Landesmedienanstalten und Unterstützung der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Hessen startet, will der Kabelnetzbetreiber seinen Kurs unterstreichen, die beiden Bundesländer als eine der bevölkerungsreichsten Regionen Europas für das digitale Medien- und Kommunikationszeitalter fit zu machen. Der Anfang ist gemacht: Bereits über 550.000 Verbraucherhaushalte haben mit dem digitalen Kabelanschluss den Anschluss an eine moderne Medienversorgung gefunden – ein Plus von 500 Prozent gegenüber 2006.

Neben Preis- und Leistungsvorteilen für den Verbraucher hat die digitale Offensive nach Angaben des Unternehmens auch eine volkswirtschaftliche Dimension: Erstmals schaffe das multimediale Kabel einen echten Infrastrukturwettbewerb auf einem Markt, der nach wie vor unter dem Quasimonopol des DSL-Netzes leide – beim Breitband-Wettbewerb gehört Deutschland bislang zu den Schlusslichtern unter den Industrienationen. Die Bedeutung dieses Wettbewerbs, eine „digitale Spaltung“ der Bevölkerung zu verhindern, zeigten die jüngsten Kundenbefragungen von Unitymedia: 33 Prozent der Internet-Kunden von Unitymedia finden durch das Kabel überhaupt zum ersten Mal den Anschluss ans schnelle Internet.

Analoger Engpass beendet
Auch der digitale Kabelanschluss, der dem Verbraucher in NRW und Hessen den Zugang zu weit über 200 Programmen eröffnet, habe eine medien- und volkswirtschaftliche Dimension: Er beende den „analogen Engpass“ von maximal 37 analogen TV-Programmen, deren Einspeisung (oder Nichteinspeisung) zum Teil durch Rangfolgeentscheidungen der Landesmedienanstalten reguliert werde. Während der digitale Antennenempfang (DVB-T) durch zirka 24 Programme und gegenüber dem Kabel hohen Verbreitungskosten keinen Ausweg aus dem Programm-Engpass darstelle, schaffe erst das Kabel die Basis für neuen Wettbewerb unter den Programmanbietern – und ermöglicht diesen erstmals auch neue Geschäftsmodelle jenseits der Werbefinanzierung. Pay-TV, das früher als teures Premium-Vergnügen für Betuchte wahrgenommen wurde, kostet im Kabel nur wenige Euro. Innovative Ideen – und innovative Programmveranstalter – fänden durch das digitale Kabel schneller den Weg zum Zuschauer. Dies nutzen neben kreativen Newcomern zunehmend auch die großen Player im Fernsehmarkt: Prosieben-Sat1 und RTL haben gemeinsam mit Unitymedia erstmals eigene, werbeunabhängige Sender im Kabel gestartet. Ab sofort sind zudem – als Novum in Deutschland und besondere technische Innovation – erstmals auch die Regionalfenster von Sat1 und RTL und der erste offene Kanal (in Kassel) digital zu empfangen. Aber auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter profitierten: Der Gebührenzahler bekomme erst mit digitalem Kabelanschluss die umfassende öffentlich-rechtliche Programmvielfalt zu sehen: Fast alle dritten Programme und die digitalen Sonderkanäle Eins-Extra, Eins-Festival, Eins-Plus, der ZDF-Theater-, -Doku- und Infokanal sind mit dem digitalen Kabelanschluss zu erreichen.

Fortschritt durch integrierte Netzebenen
Dem digitalen Aufschwung gingen massive Investitionen in die Infrastruktur, aber auch die Marktordnung im Kabel voraus – ausgehend vom Zusammenschluss der Kabelnetze von NRW und Hessen im Sommer 2005. Als die Kabelnetzbetreiber Ish in NRW und Iesy in Hessen zur Unitymedia-Gruppe vereinigt wurden, war dies der Startschuss für einen Integrationsprozess, der im Eilschritt vollzogen wurde. Unter der Führung des Geschäftsführers Parm Sandhu sollte das Unternehmen in kürzester Zeit konsequent fit gemacht werden für den Wettbewerb der Zukunft: Das Triple Play, also die digitale Dreieinigkeit aus Digital-TV, Internet und Telefon. Eile war geboten: Während andere Industrienationen längst vom Infrastruktur-Wettbewerb zwischen Kabel und Telefondraht um moderne Breitbanddienste profitieren, litt – und leide – Deutschland unter dem De-fakto-Monopol der Deutschen Telekom. Sandhus Ziel: Innerhalb von zwei Jahren soll Unitymedia erfolgreich mit den großen Marken um Internet-, Telefon- und Fernsehangebote konkurrieren können – und das Kabel seine Position als bevorzugte Medienquelle der Verbraucher wie der Wohnungswirtschaft in NRW und Hessen behaupten, ja ausbauen können. Vieles spricht dafür: NRW und Hessen mit ihren Ballungszentren an Rhein, Main und Ruhr gehören zu den bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich wichtigsten Regionen Europas. Zudem biete das rückkanalfähig ausgebaute TV-Kabel mit einer Transportkapazität von über 2 Gigabit pro Sekunde ein technisches Potenzial, das selbst den im Aufbau befindlichen VDSL-Netzen der Telekom weit überlegen sei. Dennoch gab und gibt es Skepsis: Am historisch zersplitterten Kabelmarkt und einem komplizierten regulatorischen Umfeld in Deutschland waren zuvor bereits andere Investoren gescheitert.

Technischer Kraftakt
Der mit den Mitarbeitern der Vorgängerfirmen Ish und Iesy entwickelte Firmenname Unitymedia gab das Programm und die Philosophie des neuen Unternehmens vor: Er steht für ein geeintes Team, vereinigte Netze und für ein integriertes Angebot aus Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Hand. So stand am Anfang der Geschichte von Unitymedia ein technischer Kraftakt: Innerhalb weniger Wochen wurden noch im Sommer 2005 die Kabelnetze von NRW und Hessen zur größten zusammenhängenden Netzinfrastruktur zusammengeschaltet. Ebenso wurden lokale Netzinseln an das neue Unitymedia-Netz per Glasfaser angebunden, Richtfunkstrecken und Kabelkopfstationen verschwanden. Resultat: Das gesamte Netz wird seither zentral von einem der modernsten Netzbetriebszentren der Welt, dem Network Operation Center in Kerpen bei Köln, gesteuert und rund um die Uhr überwacht. Die integrierte Netzinfrastruktur garantiert Kabelkunden von Unitymedia Betriebssicherheit. Störungen – etwa durch ein bei Straßenbauarbeiten beschädigtes Kabel – würden innerhalb von Sekunden erkannt. So könnten die im gesamten Netzgebiet stationierten Reparaturtrupps sofort eingreifen.

Kabel auch auf dem Land
Waren bei der Vereinigung von Ish und Iesy 2005 gerade mal 20 Prozent des Netzes rückkanalfähig ausgebaut, werden es nach Angaben des Unternehmens bis Ende dieses Jahres zwei Drittel sein. Damit versorgt Unitymedia nicht nur die Ballungszentren in Hessen und NRW mit Triple Play,  sondern längst auch die Speckgürtel der Städte, Kreisstädte und erste ländliche Gebiete. Digitalfernsehen ist darüber hinaus im gesamten Unitymedia-Kabelnetz verfügbar. Die digitale Einspeisung von Lokal- und Regionalprogrammen, die Unitymedia im Rahmen der Initiativen „Jetzt Digital“ und „Nordig – Nordhessen Digital“ verwirklicht, stellt bundesweit ein Novum dar und unterstreiche die Leistungsfähigkeit des Unitymedia-Netzes.

Gestattungsvertrag wird fortgeführt
Beim Netzausbau greift ein weiterer Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie: „Unity“ stehe auch für „Zusammenhalt“, und so kooperiert Unitymedia intensiv mit den Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Vermietern und Verwaltern und den dazugehörigen Verbänden. Auf diese Weise habe der Multimediaanschluss als neuer Standard in der Wohnungswirtschaft etabliert werden können: Er führt das klassische Kooperationsmodell zwischen Kabelnetzbetreiber und Wohnungswirtschaft – den Gestattungsvertrag – ins digitale Zeitalter fort. Die Mieter erhalten auf diese Weise als serienmäßigen Bestandteil ihrer Wohnung über den gewohnten analogen TV- und Radioanschluss hinaus auch Internet, und, je nach Ausgestaltung, Telefon und digitales Fernsehen, zu Konditionen, die weit unter den gängigen Preisen für Einzelvertragskunden liegen. Das entlaste den Mieter massiv von Nebenkosten (allein beim Internet-Anschluss rechnet Unitymedia eine jährliche Ersparnis von rund 600 Euro vor) und steigere die Attraktivität der Immobilie. Der Multimediaanschluss wurde 2005 erstmals mit der kommunalen Wohnbaugesellschaft in Marburg etabliert und wurde seitdem bei über 77.000 Haushalten in NRW und Hessen realisiert.

Zurück ans Netz
Während sich noch in den 90er-Jahren zahlreiche Wohnbaugesellschaften und private Vermieter von der Versorgung durch das Kabel abkoppelten und auf eine zentrale Sat-Schüssel auf dem Dach setzten, heißt der Trend jetzt: Zurück ans Netz. Zumindest in NRW und Hessen. Die Gründe für die Trendumkehr sind vielfältig. Das Kabel liefert längst eine Programmvielfalt, die den Vergleich mit dem Satelliten nicht scheuen braucht. Das gilt besonders für das digitale Kabel mit zahlreichen Fremdsprachenprogrammen. Vermieter, die den optischen Wert ihrer Immobilie nicht durch Sat-Schüsseln an Fassaden, Dächern und Balkonen verwirkt sehen wollen, können ihre Mieter mit Rechtssicherheit auf das Kabel verweisen. Unitymedia erreicht mittlerweile rund 90 Prozent der Kabelhaushalte in NRW und Hessen direkt.
www.unitymedia.de

red
Bild: Konzept des Triple Play: Aus dem Kabel kommen nicht nur Fernsehen, sondern auch Internet und Telefon. (Unitymedia)