Wärme, Wasser, Strom und Gas

Minol stellt neues Funksystem zur Nutzung von Smart Metering vor

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit hat Minol ein Funksystem vorgestellt, das schon jetzt die Plattform für künftige sogenannte Smart-Metering-Anwendungen bietet. Sämtliche Zähler eines Hauses, insbesondere die neuen intelligenten Zähler (Smart Meters), lassen sich in das Netzwerk integrieren.

Minol stellt neues Funksystem zur Nutzung von Smart Metering vor

Das Minol-Funksystem kommuniziert mit allen Messgeräten für Wärme, Wasser, Strom und Gas – darüber hinaus auch mit Rauchwarnmeldern, Feuchtigkeitssensoren und Wohnungsdisplays sowie weiteren Applikationen für das Facility Management. Vorteil des Systems ist, dass sich alle Energieverbräuche aus der Ferne erfassen und abrechnen lassen. Zusätzliche Services, wie zum Beispiel das Energie-Monitoring, werden ebenso ermöglicht wie umfangreiche Wartungs- und Steuerungsfunktionen.

„Ein solch universelles Erfassungssystem für alle Zählerarten wird auf dem europäischen Markt dringend benötigt“, sagt Marcus Lehmann, Geschäftsführer von Minol Messtechnik.

Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt erfassen
Innerhalb des Funksystems kommunizieren die Heizkostenverteiler, Wärme-, Wasser-, Strom- und Gaszähler über Funk, PLC, M-Bus, LON oder Puls mit den Datensammlern des Wärmemessdienstleisters. Der zentrale Datensammler (Master) wird über GSM, DSL, Breitband oder Ethernet angesteuert und ausgewertet. Das selbstüberwachende Funksystem arbeitet bidirektional und besonders weiträumig. Bis zu 12.000 Zähler können mit dieser Mesh-Technologie erfasst werden. Die Zählerstände werden monatlich oder täglich für die Energiekostenabrechnungen bereitgestellt. Bei Bedarf lässt sich der Stromverbrauch sogar im Minutenbereich erfassen – beispielsweise im 15-Minuten-Takt für Tarifzähler. Der Nutzer kann seinen Verbrauch auf einem Display oder einem PC in der Wohnung verfolgen und zeitnah reagieren. Der Netzbetreiber oder Energieversorger kann über das Funksystem verschiedene Stromtarife einstellen und die Stromzähler fernwarten. Der Facility Manager ist in der Lage, alle Messstellen im Haus zu überwachen und die Energieversorgung zu optimieren.

Die gesetzlichen Impulse für Smart Metering kommen von der EU (Richtlinie 2006/32/EG) und von der Bundesregierung (Integriertes Energie- und Klimaprogramm, Liberalisierung des Messwesens). Anschlussnutzer dürfen seit September 2008 frei entscheiden, wer ihre Strom- und Gaszähler betreibt. Zum 1. Januar 2010 werden sogenannte Intelligente Zähler (Smart Meters) bei Neubauten und größeren Gebäudesanierungen Pflicht. Endverbraucher haben ab Ende Dezember 2010 ein Recht auf eine monatliche, vierteljährliche, halbjährliche oder jährliche Abrechnung. „Smart Metering ist erst komplett, wenn alle Messstellen im Haus integriert sind. Schließlich entfallen zwei Drittel des Energieverbrauchs in Gebäuden auf Heizung und Warmwasser. Mit unserem neuen Funksystem bieten wir der Wohn- und Energiewirtschaft die Lösung, alle Messsysteme und Sensoren für die moderne Gebäudetechnik intelligent zu vernetzen“, sagt Minol-Geschäftsführer Marcus Lehmann. An der Marktreife des neuen Funksystems wird bei Minol mit Hochdruck gearbeitet. Nach den ersten erfolgreichen Feldversuchen ist die Markteinführung für Ende 2009 bis Anfang 2010 vorgesehen.

red
Bild: Alle Zähler im Haus senden ihre Daten über Datensammler an das Minol-Rechenzentrum. Aus den Daten erstellt Minol die Abrechnung und bietet ein Energie-Monitoring an.