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Schutz im Lift vor Rauchvergiftung

Brandfalle Aufzugschacht vermeidbar

Brandfalle Aufzugschacht vermeidbarModerne Techniken der Aufzugunternehmen schützen die Insassen in Personenlifts vor Rauchvergiftungen und panikartigen Fehlentscheidungen. Frühwarnsysteme übernehmen im Notfall die Kontrolle über die Kabinen und bringen die Bewohner selbstständig in Sicherheit.

Ein Schwelbrand in der Wohnanlage entwickelt sich langsam zu einem Feuer. Dunkle Rauchschwaden ziehen durch die Gänge, Menschen rennen panisch durch die Hausflure und versuchen sich zu retten – über den Aufzug. Ein schreckliches Szenario. Denn bei einem Brand werden Aufzüge zu einer tödlichen Falle. Oft fällt die Steuerungselektronik aus, der Aufzugschacht füllt sich mit Rauch, der nach wenigen Minuten den Insassen im Kabineninneren die Atemluft nimmt. Um diesen Fall zu verhindern, entwickeln die Aufzughersteller ständig neue Techniken, um die Insassen in Personenlifts zu schützen.

Gesteuerter Fluchtweg
Das Berliner Unternehmen Otis hat eine Aufzugsteuerung entwickelt, die bei einem Brand in der Wohnanlage sofort reagiert. Um das Frühwarnsystem auszulösen, genügt ein brennender Zigarettenstummel, der unachtsam in den Aufzugschacht geworfen wird. Die Raucherkennungsanlage analysiert die Gefahrenquelle und schlägt Alarm. Gleichzeitig nimmt die Steuerung den Personen in der Kabine die Entscheidung ab, welcher Fluchtweg denn der beste sei. Die Anlage prüft, welches Stockwerk noch rauchfrei ist, der Aufzug steuert diese Ebene automatisch an und öffnet die Türen. Personen, die bis dahin im Aufzug standen, werden evakuiert. Die Kabinentüren bleiben geöffnet, und der Aufzug kann nicht mehr benutzt werden. Um das Rauchmeldesystem von Otis anzubringen, verlegen die Techniker ein Ansaugrohr im Aufzugsschacht. Durch das Rohr werden ständig Luftpartikel zu einer Auswerteeinheit gepumpt. Das Gerät prüft die Luftproben auf Rauchpartikel und überträgt im Notfall ein Evakuierungssignal an die Kabinensteuerung. Die Europanorm EN 81 ist dabei berücksichtigt.

Sicheres Stockwerk wird automatisch angefahren
Ähnlich funktioniert die Brandfallsteuerung bei Aufzügen des Unternehmens Thyssenkrupp. Sobald sich Rauch im Gebäude entwickelt, fährt die Kabine automatisch ein vordefiniertes Stockwerk an und öffnet die Türen. Während die Bewohner aus dem Gebäude flüchten, können Einsatzkräfte den Aufzug weiterhin nutzen. Feuerwehrleute können über ein speziell angebrachtes Bedienfeld die Kabine kontrollieren, auch wenn zuvor Alarm ausgelöst wurde. Die Rettungsleute können alle Ebenen anfahren, die Rufknöpfe in den verschiedenen Stockwerken werden deaktiviert. Um bei einem Zwischenfall im Aufzugschacht schnell zu reagieren, bietet Thyssenkrupp zudem einen Überwachungsservice an. Teleservice nennt sich die Dienstleistung, die bei Fehlfunktionen eine Benachrichtigung an Mitarbeiter des Unternehmens sendet. Per Telefonleitung gelangen die Informationen an verschiedene Zentralstellen, wo Mitarbeiter auf Ausfälle reagieren können – 24 Stunden an jedem Tag.
www.otis.com
www.thyssenkrupp.de

Jörg Breithut
Bild: Bei einem Brand werden Aufzüge zu einer tödlichen Falle. Moderne Aufzugtechnik kann jedoch das Schlimmste verhindern. (pixelio)