METRONA Wärmemesser Union GmbH


Neue Serie von Franz Alt: Vom Atom- ins Solarzeitalter

Die Kraft der Sonne ist grenzenlos

Die Kraft der Sonne ist grenzenlosIn den nächsten Jahren wird ein Atomkraftwerk nach dem anderen abgeschaltet werden. Darin sind sich alle Parteien endlich einig: Die Atomkraft ist ein Auslaufmodell. Das 21. Jahrhundert wird ein solares – daran führt kein Weg vorbei, wenn wir eine gute Zukunft wollen. Die Sonne schickt uns 15.000-mal mehr Energie, als derzeit alle Menschen verbrauchen. Es gibt gar kein Energieproblem auf der Welt. Es gibt nur falsches und gefährliches Energieverhalten.

Drei Fragen stellen uns zweifelnde Freunde immer: Funktioniert das auch mit den erneuerbaren Energien? Wie arbeiten die Solaranlagen auf eurem Hausdach? Und was kostet das? Unsere eigene Erfahrung: Eine solarthermische Anlage rechnet sich nach etwa acht Jahren. Sie läuft aber bis zu 30 Jahre. Langfristig wird durch vermiedene Heizkosten mit Solarwärme viel Geld gespart und die Umwelt entlastet. Eine Photovoltaikanlage, die mithilfe von Sonnenlicht Strom produziert, rechnet sich unter den Bedingungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes in Süddeutschland nach etwa 10 bis 13 Jahren. Sie läuft aber bis zu 40 Jahre. Im sonnenreichen Freiburg rechnet sich eine exakt nach Süden ausgerichtete Photovoltaikanlage bereits nach neun Jahren, aber 20 Jahre gibt es Einspeisevergütung. Langfristig wird damit der Geldbeutel geschont. Denn realistische Rechner wissen: Die alten Energien wurden und werden immer teurer. Unser Hausdach in Baden-Baden produziert etwa doppelt so viel Strom, wie eine durchschnittliche deutsche Familie verbraucht.

Solarthermie als erster Schritt

Wer sich ein Auto für 20.000 Euro leistet, hat in aller Regel auch 4000 Euro zur Verfügung, um sich zunächst einmal mit Sonnenkollektoren Warmwasser zu bereiten. Für eine Person genügt eine Anlage für 2000 Euro. Die Installation einer Solaranlage ist eine erfreulich saubere Angelegenheit. Die Außenarbeiten verursachen keinen Bauschutt, im Innern des Hauses entsteht nicht mehr Aufwand als beim Verlegen eines Telefon- oder Antennenkabels. Die sauberste Energie der Welt lässt sich ohne nennenswerte Belastung in fast jedem Haus bequem installieren. Und zwar innerhalb von drei Tagen. Die solare Energiewende ist also möglich. Ein Windrad ist in drei Monaten errichtet.

Sonnenenergie im Überfluss

Reicht das Potenzial der Sonnenenergien denn praktisch aus, um die herkömmlichen Energien in unseren Breitengraden abzulösen zu können? Theoretisch bietet uns die Sonne alle acht Minuten so viel Energie an, wie wir in einem Jahr verbrauchen. Menschen fliegen auf den Mond und betreiben Weltraumforschung. Warum sollten wir es nicht schaffen, wenigstens einen Bruchteil der Energien umzuwandeln, die die Sonne uns täglich kostenlos und umweltfreundlich zur Verfügung stellt? Es fehle jedoch das Geld, wird immer wieder behauptet.

Schönung der fossilen Energien

Das größte Problem der heutigen Energiepolitik ist, dass die alten Energieträger weder ökonomisch noch ökologisch die Wahrheit sprechen. In Kohle- und Atomenergie stecken hunderte Milliarden Euro Subventionen, die wir Steuerzahler finanzieren mussten. Und auch bei Erdgas, Erdöl sowie beim Benzin werden die Umwelt- und Klimabelastungen nicht oder zumindest noch nicht ausreichend mit einberechnet.

Zentralistische Energiewirtschaft

Das zweite große Problem der heutigen Energiepolitik ist die zentralistisch strukturierte Energiewirtschaft. Eine zentralistische Energiewirtschaft wird die Probleme der Energieversorgung von morgen nicht lösen können. Das Problem liegt vielmehr in der Struktur heutiger Energiekonzerne. Die Lösung der Energieversorgung in Zukunft heißt: Aus 22 Millionen mit herkömmlicher Energie versorgten Gebäuden werden 22 Millionen kleine Solarkraftwerke. Die Sonne hat niemals einen „Blackout“ – im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken. Im Sommer 2007 waren in Deutschland aus Sicherheitsgründen sechs Atomkraftwerke stillgelegt – ähnlich wie jetzt. Aber nirgendwo ging ein Licht aus, auch deshalb nicht, weil die Sonnen- und die Windenergie bereits viel Strom erzeugt haben.

Energiequelle Sonne

Die Sonne ist unbegrenzt verfügbar. Keine andere Energiequelle funktioniert so grenzenlos und preiswert. Solaranlagen können mit wenig Aufwand und ohne Eingriffe in das Landschaftsbild installiert werden, und zwar exakt dort, wo Strom, Wärme und Kühlung gebraucht werden, nämlich im eigenen Haus. Die dezentrale Energieversorgung geschieht regenerativ, geräuschlos, emissionsfrei und ohne Folgekosten.
Im Inneren der Sonne herrscht eine Hitze von 15 Millionen Grad. Wenn die Sonne nur drei Wochen nicht schiene, wäre auf unserer Erde alles Leben tot. Allein nach Deutschland liefert die Sonne jedes Jahr viermal so viel Energie, wie die ganze Welt zurzeit verbraucht. 2011 sind in Deutschland bereits mehr als 25 Millionen Quadratmeter Solaranlagen installiert. Bei 22 Millionen Gebäuden können es in 15 oder 20 Jahren etwa 600 bis 800 Millionen Quadratmeter werden. Bayern ist Solarweltmeister und gewinnt bereits 6 Prozent seines Stroms aus Sonnenkraft. Allein 2010 hat sich die Zahl der Solarpaneele im Freistaat etwa verdoppelt. Würde dieses Tempo beibehalten, könnte Bayern schon in sechs Jahren zu 100 Prozent mit Sonnenstrom versorgt werden. Aber daneben gibt es ja auch noch Wind, Wasser, Bioenergie und Geothermie.

Der solare Gewinn

Umweltschutz und Klimapolitik haben nichts mit Verzicht zu tun, sondern mit Gewinn: Die solare Energiewende bringt ökonomische Fortschritte, weil sich daraus Millionen neuer Arbeitsplätze entwickeln, Exportschlager organisiert werden können, preiswerte Energie geliefert und die Umwelt geschont wird. Die solare Energiewende bedeutet – genau betrachtet – Reichtum und Wohlstand für alle, und zwar auf der ganzen Welt. Denn künftig kann alle Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Stellen Sie sich, liebe Leser, kurz einmal vor: Afrika und die Sonne – welch eine Chance zur Überwindung des Hungers!
Die Armut und der Hunger in den Ländern des Südens haben ganz wesentlich damit zu tun, dass sich die Menschen der Dritten Welt die immer höheren Preise für die alte Energie nicht leisten können. Die Schuldenfalle der armen Länder ist weitgehend eine Energiefalle. Kostengünstige, natürliche Energie ist die Voraussetzung für ökonomische Entwicklung. Und ökonomische Entwicklung ist – neben Bildung – die Voraussetzung dafür, dass die Frauen in den armen Ländern künftig weniger Kinder bekommen und das Problem der Überbevölkerung gelöst werden kann.

Raubbau muss enden

Die Sonne schickt uns keine Rechnung, das heißt: Der größte Vorteil der künftigen ökologischen Energieversorgung ist ökonomischer Art. Ich möchte in dieser Serie Schritt für Schritt aufzeigen, was die sechs großen Pfeiler eines solaren Energie-Mix – Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme, Biomasse und die Wellenenergie der Ozeane – jeweils zu leisten vermögen. Der 100-prozentige Umstieg auf erneuerbare Energieträger bietet ökologische, ökonomische und soziale Chancen und ist ethisch-moralisch gegenüber künftigen Generationen vertretbar. Heute hingegen verbrennen wir an einem einzigen Tag so viel Kohle, Gas und Öl, wie die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat. Wie wollen wir diesen Raubbau je vor unseren Kindern und Enkeln verantworten? In meiner letzten Fernsehsendung sagte der Dalai Lama: „Ohne Menschen ginge es der Erde besser.“ Menschen können aber auch lernen, sich intelligenter zu verhalten und mit der Natur zu wirtschaften anstatt gegen sie.
www.franzalt.de

Franz Alt, Freier Journalist
Bild: Die Menge an Energie, die die Sonne in acht Minuten zur Erde schickt würde theoretisch genügen, um den heutigen weltweiten Jahresbedarf der Menschheit bestreiten zu können. (Wikimedia Commons, NASA/SDO)