METRONA Wärmemesser Union GmbH


Ein Gebäude und zwei Dämmsysteme

Vorhangfassade trifft WDVS

Vorhangfassade trifft WDVS - Ein Gebäude und zwei DämmsystemeAm Münchener Petuelring ist eine Mischfassade realisiert worden, die neben der Optik auch den Wärme- und Schallschutz optimiert. Die Sanierung des Gebäudes aus den 60er-Jahren lief im Rahmen der objektbezogenen Kooperation von Keimfarben und Eternit.

Ein Gebäude, zwei Dämmsysteme – das ist heute kein Problem mehr, denn die Anschlüsse und Übergänge lassen sich selbst zwischen Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) und Vorhangfassade problemlos umsetzen, auch wenn sie von verschiedenen Systemherstellern stammen.

So zum Beispiel im Münchner Norden, am viel befahrenen Petuelring, wo ein ehemals rundum gefliestes Wohn- und Geschäftsgebäude mit immerhin 53 Wohnungen sowie zwei Läden zur Sanierung anstand. Zur Straße hin wählten die Architekten eine hinterlüftete Vorhangfassade mit farbig beschichteten Faserzementplatten des Herstellers Eternit, die auf Höhe des zurückgesetzten Ladengeschosses in ein Wärmedämm-Verbundsystem mit Putzoberfläche wechselt. Ein großes L-förmiges Alu-Profil sorgt für den sauberen Übergang zwischen VHF und WDVS. Mit der Vorhangfassade ließ sich die Umwandlung der ehemals offenen Loggien zu geschlossenen Wintergärten elegant lösen. Rückfassade und Giebel werden vom WDVS mit seinen 14 Zentimeter dicken EPS-Platten der WLG 035 ebenfalls auf den energetisch aktuellen KfW-40-Standard gehoben. Berechnungen ergaben, dass sich der Kohlenstoff-Fußabdruck von ehemals 159 Tonnen CO2 pro Jahr um 60 Prozent auf nur noch 63 Tonnen CO2 pro Jahr verkleinerte. Durch den Einbau des optional vorgesehenen Blockheizkraftwerks ließen sich die Emissionen sogar auf jährlich 36 Tonnen CO2 reduzieren.

Die mechanische Entlüftung sorgt für ausreichende Luftwechselraten in den Wohnungen und saugt zentral aus den Bädern und Küchen über Dach ab, während Frischluft über Schalldämmlüfter in der VHF nachströmt. Durch das Schließen der Loggien mit nach außen öffnenden Fenstern erhielt die Fassade des Gebäuderiegels eine ausgesprochen horizontale Orientierung. Vertikal angeordnete Bänder unterbrechen nach dem Prinzip des Webens die Horizontalen – auf der Straßenseite durch eine farbige Differenzierung, auf der verputzten Rückseite mittels verschiedener Putzstrukturen bei gleicher Farbigkeit.

Mischfassaden, wie hier realisiert, bieten neben ihrer optischen Qualität auch die Möglichkeit, auf spezifische Anforderungen einzelner Bereiche der Gebäudehülle ebenso spezifisch zu antworten. Voraussetzung allerdings ist die zuverlässige Lösung der Schnittstellen, der Anschlüsse und Übergänge zwischen den Dämmebenen. Kooperieren die Systemlieferanten wie hier Keimfarben und Eternit bereits im Vorfeld, so sind Planung wie auch Umsetzung sicher zu handhaben.

Bauherr:
Eigentümergemeinschaft

Sanierungsarchitekt:
Zillerplus Architekten, München

Farbkonzept:
Michael Ziller und Professor Thomas Bechinger

Ausführung:
Hörmannshofer Fassaden, Süd GmbH, Marktoberdorf

Standort:
Frauenstädtstraße, München

red
Bild: Zur Straßen hin ist eine Eternit-Vorhangfassade zu sehen. Die Seitengiebel und die Rückseite tragen Wärmedämm-Verbundsysteme. Deren Putzstrukturen nehmen das Streifenmotiv der Straßenfront subtil auf.