Weru-Thermico – weniger Heizkosten, mehr Komfort


Im Gespräch mit Joachim Knör, Astra Deutschland

„Satellitenempfang ist störanfällig? Was für eine Mär!“

„Satellitenempfang ist störanfällig? Was für eine Mär!“Kabel oder Satellit? Das Thema polarisiert die professionelle Wohnungswirtschaft. Und nicht nur diese, wie die Zahlen zeigen: Von den 39 Millionen Haushalten hierzulande schauen 43 Prozent über Satellitendirektempfang fern und 49 Prozent über Kabel. Der Rest teilt sich auf in IPTV (Fernsehen über eine Internetverbindung) und DVB-T (Fernsehen über eine digitale Zimmerantenne). Dabei kommen Satellitenlösungen vor allem in Flächenstaaten und Kabelempfang vor allem in Ballungszentren zum Einsatz. Warum der Satellitenempfang aber auch für größere Objekte in Ballungszentren immer attraktiver wird und was man unter optischem Satellitenempfang versteht, darüber hat sich das Modernisierungs-Magazin mit Joachim Knör unterhalten, der bei Astra Deutschland unter anderem die Belange der Wohnungswirtschaft im Blick hat.


Herr Knör, Medienversorgung per Satellit oder Kabel kam schon immer fast einer Gretchenfrage gleich – nun gibt es mit IPTV, wie es zum Beispiel die Telekom anbietet, noch mehr Konkurrenz. Warum sollte ein Wohnungsunternehmen also auf Satellitenempfang setzen?

Joachim Knör: Ein Wohnungsunternehmen reagiert wie jeder Dienstleister: Es will seinen Kunden das bestmögliche Produkt, das es auf dem Markt gibt, auch möglichst günstig anbieten. Und das ist Satellitendirektempfang, sowohl was die Programmauswahl als auch das Preisgefüge betrifft. Über Astra 19,2° Ost werden über 300 Programme für den deutschsprachigen Markt ausgestrahlt, rund 260 davon sind kostenfrei und unverschlüsselt empfangbar. Zudem sind ab Dezember 24 HD-Programme inklusive der Angebote von Sky und HD+ verfügbar. Somit ist der Satellitendirektempfang bestens im Wettbewerb zu anderen Empfangswegen aufgestellt und daher auch gerade für Unternehmen der Wohnungswirtschaft interessant.

Bei der Satellitenversorgung denkt man unweigerlich auch an die Stör- und Serviceanfälligkeit des Satellitenspiegels – wie lässt sich das mit dem Angebot von HDTV, also hochauflösendem Fernsehen, vereinbaren?

Knör: Das Thema Störanfälligkeit von Satellitenempfang ist eine weitverbreitete, leider sehr hartnäckige Mär. Unsere Satellitensignale werden schließlich auch von den Kabelnetzbetreibern und anderen Infrastrukturbetreiben für die Signalzuführung und Einspeisung in deren Netze genutzt. Das heißt: Wenn der Satellitenempfang flächig gestört wäre, würde auch der Kabelempfang nicht funktionieren. Natürlich kann es zu Problemen kommen, wenn die jeweilige Empfangsanlage nicht ordentlich  installiert wurde. So kann es in Einzelfällen bei extrem schlechtem Wetter, zum Beispiel bei sehr starkem Regen, zu Empfangsbeeinträchtigungen kommen, wenn die Satellitenempfangsantenne von Laien und ohne Messgerät installiert wurde. Bei größeren Satellitenempfangsanlagen, mit zum Beispiel 100 oder mehreren 1000 Teilnehmern, sind die Installationen in der Regel von Profis durchgeführt worden und garantieren auch bei schlechtem Wetter besten Empfang – natürlich auch für HDTV.

Was ist optischer Satellitenempfang? Worin unterscheidet er sich von herkömmlichem Satellitenempfang?

Knör: Prinzipiell basieren beide Lösungen auf dem gleichen Signal, das Astra über seine Satelliten anbietet. Der große Unterschied liegt im sogenannten LNB – dem ‚Empfangsauge‘, das vor dem Satellitenspiegel auf einem Ausleger fixiert ist. Beim herkömmlichen Satellitenempfang wird das Signal von dort aus über ein Koaxialkabel zu den Teilnehmern weitergeleitet, beim optischen zunächst über eine dünne Glasfaserleitung. Dadurch kann das Satellitensignal über weite Strecken weitestgehend verlustfrei verteilt werden. Da das Glasfaserkabel so dünn und flexibel ist, passt es problemlos in fast alle Leerrohre. Somit sind auch Nachrüstungen ohne Weiteres durchführbar, und auch die Versorgung großer Wohnanlagen ist kosteneffizient machbar. Früher waren Sat-Empfanganlagen für 1000 Wohneinheiten eine Herausforderung – mit einer optischen Lösung können mehrere Tausend Wohneinheiten ohne Signal- und Qualitätsverlust bestens versorgt werden. Auf den letzten Metern, also in der Wohnung selbst, wird das Signal dann über herkömmliche Koaxialleitungen geführt. Es sind keine aufwendigen Umbauten in den Wohnungen notwendig.

Sie sprechen von Kosteneffizienz - welche Einsparpotenziale ergeben sich für Wohnungsunternehmen beim optischen Satellitenempfang denn konkret?

Knör: Zunächst fallen beim Umstieg auf Satellitendirektempfang natürlich die bisherigen Kabelgebühren weg. Je nach Größe des Objekts und Anbieter werden so im Handumdrehen mehrere Tausend Euro jeden Monat gespart. Der zweite Einspareffekt findet sich bei den Umbaumaßnahmen: Das dünne Glasfaserkabel kann in vorhandene Leerrohre eingezogen werden, dadurch erübrigen sich teure Baumaßnahmen. In der Regel amortisieren sich die Investitionen für eine Umrüstung auf optischen Sat-Empfang innerhalb von drei bis vier Jahren.

Die Kabelnetzbetreiber promoten ihr Triple Play, also Internet, Telefonie und Fernsehen aus einer Hand. Kann Satellit auch mehr als nur Fernsehen?

Knör: Im Prinzip ja. Mit Astra 2Connect bieten wir auch eine Triple-Play Lösung via Satellit an, die gerade in entlegeneren Regionen sehr attraktiv ist. Allerdings ist dieses Produkt nicht für den Einsatz in großen Wohnanlagen konzipiert. Wir empfehlen den Wohnungsunternehmen jedoch ohnehin, sich nicht langfristig zu binden: Der Telefon- und Internetmarkt ist extrem wettbewerbsintensiv. Eine langfristige, exklusive Bindung schränkt die Flexibilität eines Wohnungsunternehmens und seiner Mieter, an der Dynamik des Wettbewerbs zu profitieren, erheblich ein.

Thema Grundverschlüsselung: In den letzten Jahren kamen immer wieder Gerüchte auf, dass alle digitalen Programme, auch die frei empfangbaren, verschlüsselt werden und nur gegen Gebühr zu empfangen sein sollten. Was ist denn nun Sache?

Knör: Für eine Grundverschlüsselung von frei empfangbaren Programmen via Satellit gibt es keinerlei Pläne. Das Thema ist vom Tisch. Natürlich schließe ich nicht aus, dass vereinzelt Programmanbieter ihr Geschäftsmodell vom Free-TV in Richtung Pay-TV ändern werden. Anders bei den hochauflösenden Programmen: Hier ist eine Tendenz der privaten Anbieter erkennbar, ihre Programme weitestgehend nur noch verschlüsselt mit einem sogenanntem Signalschutz anzubieten, wie zum Beispiel über HD+.

Nach HD folgt 3D: Können Satellitenempfänger entspannt in die Zukunft schauen oder stehen aufwendige Nachrüstungen an?

Knör: Haushalte mit Satellitendirektempfang können immer entspannt in die Zukunft schauen. Die meisten HDTV-Sat-Receiver sind auch 3D-tauglich. Allerdings benötigen 3D-Interessierte ein 3D-taugliches Fernsehgerät: Ohne 3D-Fernseher ist auch kein 3D-Fernsehen möglich. Immerhin haben schon sehr viele im Handel verfügbaren 3D-Fernsehgeräte direkt Satelliten-HDTV-Empfangsgeräte integriert und sind damit per se 3D-tauglich via Sat-Empfang.

Das Interview führten Dieter A. Kuberski und Jörg Bleyhl

Technischer Hintergrund

Beim optischen Satellitenempfang werden alle empfangenen Frequenzen über ein schlankes Glasfaserkabel in den Gebäuden verteilt. Mithilfe eines optischen Konverters können dann die vorhandenen Koaxialleitungen in den Wohnungen in vielen Fällen für die letzten Meter der Signalzuführung verwendet werden. In den umgerüsteten Haushalten reicht schließlich ein beliebiger Satellitenreceiver aus, um in den Genuss der großen Programmvielfalt zu kommen. Das Besondere am optischen Satellitenempfang ist, dass die Übertragung auch über weite Strecken und mehrere tausend Teilnehmeranschlüsse nahezu ohne Qualitätsverlust möglich ist.

Vorteile für den Endverbraucher

  • Mehrere hundert TV-Programme empfangbar
  • Satellitenreceiver aller Hersteller sind kompatibel – vom preisgünstigen digitalen Einstiegsreceiver bis hin zum PVR (Satellitenreceiver mit eingebauter Festplatte für Aufnahmen)
  • Astra bietet mit den öffentlichrechtlichen HD-Angeboten, den privaten HD-Sendern über HD-plus sowie kostenpflichtigen Angeboten wie Sky die größte Auswahl an HDTV

Vorteile für die Wohnungswirtschaft

  • In der Regel können 30 bis 60 Prozent der Kosten (im Vergleich zu einer Medienversorgung via Kabel) eingespart werden*
  • Der „optische Satellitenempfang“ erhält den Wohnwert des Gebäudes: dauerhaft schüsselfreie Fassaden; keine unsachgemäß gebohrten Wandhalterungen durch Fenster oder Fassade.
  • Störunanfällige Medienversorgung steigert die Mieterzufriedenheit; der Empfang nahezu aller deutschen und internationalen Heimatprogramme (TV und Radio) wird gewährleistet.
  • Die Analogabschaltung 2012 ist kein Thema mehr; kein Mieter muss einen schwarzen Bildschirm fürchten.
  • Entgegen einer Medienversorgung via Kabel besteht beim optischen Satellitendirektempfang keinerlei Vertragsbindung an einen Betreiber (lediglich ein Wartungsvertrag für die Anlage sollte abgeschlossen werden).

*Angabe der BIG Medienversorgung