Bildschirmflexibilität im Homeoffice

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Passende Mitarbeiter für die Immobilienverwaltung zu finden ist bekanntlich eines der Hauptprobleme unserer Branche, was sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern dürfte.

Diese Situation ist für manche Verwalterbüros existenzbedrohend, für sehr viele mindestens stark wachstumshemmend. Das bringt nun auch die bisher papierlastigen, eher unflexiblen Unternehmen dazu, sich mit dem Attraktivitätsmerkmal Homeoffice intensiv zu beschäftigen. Es hat sich herumgesprochen, dass der Begriff Homeoffice in einem Stellenangebot besser ankommt als die langweiligen, immergleichen Floskeln wie dem vermeintlich guten Betriebsklima. Davon abgesehen, dass der Bewerber von heute häufig von sich aus die Frage stellt nach der teilweisen Arbeit von seinem Zuhause.

Durch das Einscannen der Tagespost, des Einsatzes von Verwalterportalen und Diensten wie Microsoft Office 365 mit seinen Team-Funktionalitäten sind Homeoffice- Arbeitsplätze ohne große Investitionen einzurichten. Sogar die lokale Installation des Office-Pakets von Microsoft auf den Home-Office-Notebooks oder PCs ist meist kostenneutral, je Office-365-Lizenz sind bis zu 15 Endgeräte installierbar. Bei der Arbeit von zu Hause muss es also kein Herumärgern mehr geben mit unzuverlässigen und langsamen Remote-Zugriffen sowie dem Einrichten von VPN-Tunneln.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Bildschirm-Flexibilität beim Homeoffice. Manche Mitarbeiter sehnen sich nur deswegen ab und zu nach dem Büroarbeitsplatz zurück, da es dort den großen Monitor gibt oder gar deren zwei zur Verfügung stehen. Es ist schon lange bekannt, dass großzügige Bildschirmflächen der Arbeitsmotivation äußerst zuträglich sind und das Gegenrechnen von Kosten hierfür albern ist. Platz genug bieten die meisten Büros, insbesondere wenn die Papierlastigkeit reduziert wird, die vielen Ordner im direkten Arbeitsumfeld endlich reduziert werden.

Beim Homeoffice hingegen stellt es sich meist so dar, dass ein betriebliches Notebook zur Verfügung steht, oft mit Dockingstation, damit auch ein größerer Monitor mit eingebunden wird. Allerdings untergräbt dies schnell die gewünschte Flexibilität. Das Arbeiten auf dem Balkon, einem anderen Zimmer, näher am Kind oder ganz woanders klappt so eben nicht. Ein deutlich größeres Notebook ist gewiss keine Lösung, da die Mobilität sich dann ebenfalls in das Gegenteil verkehrt. Drei interessante Problemlösungen gibt es hierzu:

| 1. Verwandlung eines Tablet in einen zusätzlichen Bildschirm

Duet Display nennt sich eine von ehemaligen Apple-Technikern hergestellte 10-Euro-App, die das betriebliche oder auch private I-Pad in einen zusätzlichen Bildschirm verwandelt. Dafür ist weder WLAN noch Bluetooth erforderlich, es genügt die Verbindung des Standardkabels zwischen Notebook und I-Pad. Ein problemloses und flottes Arbeiten funktioniert tatsächlich, mit einem Aufbau von 60 Bildern pro Sekunde gibt es keine Verzögerungen. Dieser zusätzliche Bildschirm steigert die Produktivität um bis zu 48 Prozent, so zumindest der Hersteller. Es ist übrigens notwendig, sich auf das Notebook das kostenlose Duet-Display-Desktop-Programm herunterzuladen. Ebenfalls muss I-Tunes auf dem Notebook installiert sein. Weitere Einstellungen sind nicht notwendig. Falls nur ein kleines oder mittelgroßes I-Pad vorhanden ist, bietet es sich an, auf diesem Bildschirm einen eher statischen Bereich wie den Outlook-Kalender oder E-Mail-Eingang abzubilden. Mit einem großen I-Pad beziehungsweise der 12,9-Zoll-Variante steht hingegen ein respektabler Zweitmonitor zur Verfügung, mit dem sich ganz ordentlich arbeiten lässt.

| 2. Tragbarer USB-Monitor

Für den kompletten Arbeitstag im Homeoffice bietet sich im Vergleich zum beschriebenen Tablet-Monitor eher die Variante eines mobilen „richtigen“ Monitors an. Hier gibt es bereits seit Jahren gut funktionierende Lösungen. Der Autor schrieb diesen Artikel auf der Terrasse mit dem Notebook und einem weiteren, mobilen 15,6 Zoll-Monitor mit mattem Display und Helligkeitseinstellung. Das 250-Euro-Produkt von Asus ist ganze 8 Millimeter dick, wiegt 800 Gramm und wird per USB-Kabel mit dem Notebook verbunden. Die Stromversorgung erfolgt über das Notebook. Auf dieser Basis kann sehr professionell gearbeitet werden. Einmalig ist ein mitgelieferter Treiber zu aktivieren, darüber hinaus ist nichts zu beachten. Lenovo führt demnächst einen noch schlankeren und leichteren 14-Zoll-Monitor ein, der jedoch zwingend eine USB-C-Buchse beim Notebook verlangt.

| 3. Steuerung mehrerer Computer mit einer Maus und Tastatur

Eine verblüffende Produktivitätslösung nicht nur für das Homeoffice bietet das Programm Sharemouse für 70 Euro von Bartels Media, dem Hersteller des weltmarktführenden Textbaustein-Programms Phrase-Express. Wenn das Notebook neben einem anderen Rechner steht, können Mauszeiger und Tastatur von einem Gerät auf das andere zugreifen. Der Mauszeiger wandert tatsächlich nahtlos von einem Monitor zum anderen, eine ganz überraschende Erfahrung. Dies funktioniert über eine beliebige Netzwerkverbindung, auch schnurlos über eine kabellose WLAN-Verbindung. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind vielfältig. Unter anderem die erweiterte Monitor-Nutzung, da das Programmfenster beispielsweise der Hausverwaltungs-Software nun mit der Maus auf den privaten PC herübergezogen und dort bearbeitet werden kann. Der Notebook-Bildschirm steht für andere Zwecke wie dem Schreiben einer E-Mail zur Verfügung. Statt Dateien aufwendig mittels USB-Stick, komplizierter Netzwerkfreigabe oder über eine Cloud zwischen lokalen Rechnern zu kopieren, können mit Sharemouse Dateien oder ganze Verzeichnisse per Drag & Drop zwischen den Rechnern verschoben werden. Das funktioniert auch zwischen Mac und Windows. Die Möglichkeiten dieser Software hier zu erläutern, würde den Rahmen sprengen. Daher nur ein paar Teilaspekte in wenigen Worten, insbesondere mit dem Fokus auf die Homeoffice-Vorteile.

Mit Sharemouse werden datenschutztechnisch einwandfrei mehrere Rechner mit nur noch einer Maus und Tastatur gesteuert. Damit ist ein sofortiger Zugriff auf jeden Rechner möglich, egal, welche Maus und Tastatur gerade verwendet wird. Für eine intuitive Bedienung ist gesorgt, da die Bewegung der Maus genügt.
Es gibt kein Kabelgewirr, ganz im Gegensatz zu sogenannten Hardware-KVM- Lösungen, die ähnliche Effekte erzielen. Vielmehr existiert bei Sharemouse eine komplett kabellose Übertragung. Die Eingaben mittels Maus und Tastatur werden über die bestehende Netzwerkverbindung beziehungsweise das WLAN übertragen.
So ist der vorhandenen Hardware kostengünstig eine neue Funktionalität zu entlocken, wobei die betrieblichen und privaten Geräte bedenklos zu koppeln sind. Vereinfacht ausgedrückt, stellt diese Szenerie eine virtuelle, temporär verlängerte Werkbank dar. Potenziale sind auch unabhängig vom Arbeitsplatz zu Hause für das Büro des Immobilienverwalters ersichtlich, bis zu neun Rechner sind mit einer Lizenz steuerbar.

Die Einsatzbereitschaft von Sharemouse ist in weniger als einer Minute gegeben. Allerdings sind wie bei fast jedem Programm in den Einstellungen die richtigen Häkchen zu setzen. So gibt es Sperr-Möglichkeiten für einzelne Rechner, die Art des Übergangs von einem Monitor auf den anderen ist zu justieren und anderes mehr. Das ganze Potenzial ist hier gar nicht von Relevanz. Es geht nur darum, das Homeoffice mit unkomplizierten Mitteln und geringen Kosten so zu positionieren, dass der Mitarbeiter sich wohlfühlt und die Immobilienverwaltung als Arbeitgeber mehr an Attraktivität gewinnt.

Foto: Contrastwerkstatt/Fotolia.de

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