Zukunft sichern durch Ausbildung

0

Fachkräftemangel als Herausforderung beklagen nahezu alle Branchen. Auch die Immobilienverwaltung mit ihren vielfältigen Anforderungen. Durch Ausbildung die Zukunft sichern ist ein Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ausbildung wird auch deshalb innerhalb der Kunze-Gruppe, die mit neun eigenständigen Tochterfirmen an sieben Standorten und einem Verwaltungsbestand von etwa 23.000 Einheiten mit rund 80 Mitarbeiter und fünf Azubis zu den zehn größten Immobilienverwaltungen in Deutschland gehört, mit Erfolg praktiziert.

Welche Faktoren sprechen für eine Ausbildung im eigenen Betrieb? Mit einer abwechslungsreichen und praxisorientierten Ausbildung im Betrieb erfahren junge Leute die Vielfältigkeit und den Abwechslungsreichtum des Berufs. Die Kombination aus Theorie und Praxis, die klassische Ausbildung im dualen System, vermittelt das nötige Know-how für den Beruf. Fundiertes Wissen erleichtert einen reibungslosen Berufseinstieg und bietet die Grundlage für berufliches Weiterkommen. Die von Unternehmen zunächst investierte Zeit und finanzielle Investition wird nach der Ausbildung durch ausgebildete Fachkräfte belohnt. Darüber hinaus kennen die selbst ausgebildeten Mitarbeiter schon die Arbeitsprozesse des Unternehmens.

| Umfassendes Berufsbild

Der Beruf der Immobilien-Kaufleute ist sehr umfassend und zählt zu Recht zu den schwierigsten kaufmännischen Ausbildungsberufen. Neben einem breiten Fachwissen und technischem Verständnis ist Affinität zu juristischen Fragen, EDV-gestütztem Arbeiten und Allgemeinwissen gefragt. Dem Nachwuchs eine Chance zu geben, um kontinuierlich in den großen Verantwortungsbereich der Immobilienverwaltung hineinzuwachsen ist für die Kunze-Gruppe ein wichtiger Auftrag. Auf die Frage nach dem Warum, nennt Ausbildungsleiterin Anja Schrader gleich mehrere Aspekte: „Wir haben einen sozialen Auftrag, als Betrieb und in der Gesellschaft, um jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Wir wollen die Personalplanung auf den knapper werdenden Mitarbeitermarkt ausrichten. Wir können je nach Unternehmensziel bei Wachstum adäquat auf höheren Personalbedarf reagieren.“

Dem Fachkräftemangel in der Immobilienverwaltung muss jetzt entgegen gewirkt werden

Bei der Umsetzung der Ausbildungsziele hat das Unternehmen gute Erfahrungen mit dem Patenkonzept gemacht. Hier übernehmen erfahrene Mitarbeiter, die mindestens vier Jahre in dem Betrieb beschäftigt und sozial gut vernetzt sind, freiwillig die Patenschaft für einen Auszubildenden. Der Pate ist sowohl Auskunftsgeber – wie läuft was in der Firma – als auch Ansprechpartner bei Konflikten mit Kollegen und Vorgesetzten. Deshalb ist bei der Patenbildung ein wichtiges Auswahlkriterium, dass die Chemie zwischen Azubi und Pate stimmt. Team- und Kommunikationsfähigkeiten sind ebenso wichtig wie problem- und lösungsorientiertes Denken und Handeln. Informelle Gesprächstreffen finden mindestens monatlich bei Bedarf auch öfter statt. Halbjährlich lädt der Ausbildungsleiter zu einer großen Gesprächsrunde mit dem Auszubildenden und seinem Paten ein. Daneben finden in unregelmäßigen Abständen interne Aus- und Weiterbildungsschulungen statt, teilweise auch mit externen Referenten sowie externe Schulungen.

| Patenschaft bringt Vorteile

Wir fragten Alexandra Gabel, die als Buchhalterin in der Kunze-Gruppe beschäftigt und seit einem Jahr Patin ist, was ihr in der Zusammenarbeit mit ihrem Paten besonders wichtig erscheint? „Gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit. Die Chemie muss stimmen, wenn die Sympathie fehlt, dann wäre das Miteinander schwierig.“ Auf die Frage, welche positiven Aspekte sie persönlich aus der Zusammenarbeit mit Auszubildenden zieht: „Es stärkt meine eigene Entwicklung, denn durch diesen Prozess lerne ich effektiv weiterzuhelfen. Das hat auch Vorteile für meine eigene Arbeitsweise, da ich mich mit den Arbeitsprozessen wieder vertieft auseinandersetze. Zudem fühlt man sich geehrt, dass man Pate sein darf, und bekommt von diesem Dankbarkeit zurück.“

Ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau hat Anna Degenhardt gerade sehr erfolgreich abgeschlossen. Von ihr wollten wir wissen, welche Rolle dabei die Betreuung durch einen Firmenpaten spielte. „Wir hatten im beruflichen Alltag viel Kontakt, und der rege Austausch hat mir sehr viel gebracht. Nicht nur in fachlicher Richtung, sondern auch im Umgang mit Prüfungsstress, wofür ich hilfreiche Tipps erhalten habe. Aus der Patenschaft hat sich quasi ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.“ Auf die Frage, welche Eigenschaften oder Fähigkeiten ein Pate besitzen sollte, damit sich ein gutes Miteinander entwickeln kann, antwortet Anna Degenhardt: „Eine große Toleranzgrenze beziehungsweise gute Nerven, um bei den vielen Fragen nicht zu verzweifeln. Bei mir persönlich war es toll, dass meine Patin vor nicht allzu langer Zeit selbst eine Prüfung ablegte und sich dadurch gut in die Prüfungssituation hineinversetzen konnte.“

Die Kunze-Gruppe ist langjähriges Mitglied im Verband zertifizierter Immobilienverwalter und pflegt eine gute Zusammenarbeit mit der zuständigen IHK. Letzteres zeigt sich unter anderem im ehrenamtlichen Engagement von Kollegen im Prüfungsausschuss.

Neben Schulabgängern werden auch Umschüler ausgebildet, und das mit großem Erfolg. Ein Blick auf die Ausbildungsergebnisse mit überdurchschnittlichen Ausbildungserfolgen, zum Teil mit Prädikat, zeigt, der Weg geht in die richtige Richtung. Die Zufriedenheit beider Parteien zeigt sich auch durch die Firmenzugehörigkeit nach der Ausbildung, und so manch ehemaliger Azubi sitzt heute im Leadership-Team, dem erweiterten Führungskreis. Im Spätsommer starten zwei weitere junge Leute ihre Ausbildung in der Kunze-Gruppe

Anja Schrader, Kunze Gruppe, Mitglied im VZI 

Fotos: Robert Kneschke/Fotolia.com, Lichtkunst.73/Pixelio.de

Quelle

Kommentieren Sie diesen Artikel