Deutschland droht Graue Wohnungsnot

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Ab 2035 wird es rund 24 Millionen Über-65-Jährige in Deutschland geben – mit einer deutlich geringeren Rente als heute. Dies nennt das Pestel-Institut, Hannover, und schlägt Alarm. In den kommenden 20 Jahren wird sich der Anteil an Senioren, die für ihren Lebensunterhalt auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, gegenüber heute verzehnfachen. „Deutschland steht ein massives Alters-Wohnproblem bevor. Es wird einen enormen Mangel an altersgerechten und vor allem bezahlbaren Wohnungen geben, die sich die Senioren von morgen – und das sind die geburtenstarken Jahrgänge – mit den schmalen Renten, die absehbar sind, überhaupt noch leisten können. Wir steuern auf eine Graue Wohnungsnot zu“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Die Zahl der Menschen in der Altersgruppe 65 plus wird von 17,7 Millionen Personen Ende 2017 ansteigen und zwischen 2035 und 2040 knapp 24 Millionen erreichen. Im Jahr 2014 verfügten gut 1,9 Millionen Wohnungseigentümerhaushalte, davon ein Großteil aus der Altersgruppe 65 plus, über ein monatliches Nettoeinkommen unter 1300 Euro.

Größere Instandhaltungen sind ebenso wie Modernisierungen für Energieeffizienz oder Barrierearmut nur sehr begrenzt leistbar. Die bereits erkennbaren Probleme bei Mieter- und Eigentümerhaushalten der Altersgruppe 65 plus mit geringen Einkommen werden sich bei einer Fortsetzung der aktuellen Trends weiter verschärfen. Die Ausweitung des Bestands an barrierearmen Wohnungen um 2,5 Millionen in den kommenden Jahren müsse unterstützt werden. Zur Finanzierung der Investitionsbedarfe von 50 Milliarden Euro sei anzuraten, die Förderung von Umbauten und Modernisierungen stark auszuweiten. Insbesondere mit Blick auf Senioren seien attraktive Beratungs- und Zuschussprogramme und ein Fördervolumen von 5,6 Milliarden Euro erforderlich. Heutiges Handeln der Politik mit entsprechenden Förderungen und Pilotprojekten könne langfristig helfen, die Wohnkosten der Altersgruppe 65 plus in einem bezahlbaren Rahmen zu halten. Dies gelte umso mehr, als mit einem zunehmenden Anteil von Senioren zu rechnen ist, deren Wohnkosten über die Grundsicherung von der Gesellschaft getragen werden müssen.

www.bdb-bfh.de www.pestel-institut.de

Foto: Christiane Heuser/Pixelio.de

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