Deutschland wird immer mehr zum Pendlerland

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In Frankfurt/Main, Stuttgart oder Düsseldorf sind fast zwei Drittel der in der Stadt Beschäftigten Einpendler von Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets. Aber nicht nur die Zahl der Pendler, sondern auch die zurückgelegten Entfernungen steigen. Dies zeigt die aktuelle Quantum-Studie „Grenzenlose Mobilität – die Bedeutung von Pendlerströmen für die Immobilienmärkte“. Darin werden einerseits Wohnungsknappheit und Preisentwicklung in den Städten, andererseits die Entwicklung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor, die die Binnenmigration in Deutschland stark beeinflusst, untersucht. Die Pendlerzahlen variieren dabei deutlich hinsichtlich verschiedener Qualifikationsprofile, beruflicher Tätigkeiten und Wirtschaftszweige.

So ist erhöhte Mobilität gerade bei Hochqualifizierten eine Grundvoraussetzung. Am stärksten sind die Pendlerstrecken allerdings bei Personen mit niedrigerem Bildungsniveau angestiegen, was auf die steigende Mietbelastung in den Großstädten zurückgeführt werden kann. Im Zusammenhang mit Angebotsknappheit und dem rasanten Mietpreisanstieg führt das dortige Beschäftigtenwachstum dazu, dass immer mehr Berufstätige wegen der geringeren Kaufpreise und Mieten in den Speckgürtel ausweichen müssen. Wie die Analyse zeigt, haben alle deutschen Großstädte gegenüber dem Umland Wanderungsverluste verzeichnet. Dies wirkt sich auch auf die Bautätigkeit vor Ort aus. So ist die Zahl der Baufertigstellungen und -genehmigungen außerhalb der Großstädte deutlich angestiegen. Insbesondere verkehrsgünstig liegende Gemeinden übernehmen dabei eine Ventilfunktion für die Wohnungsmärkte der Großstädte.

Wichtig für eine nachhaltige Kernstadt-Umland-Beziehung ist daher eine Konzentration der Außenentwicklung entlang der Verkehrsachsen und die Erhaltung möglichst kompakter Siedlungsstrukturen. Der neue Schub der Suburbanisierung macht sich vielerorts im Umland der Metropolen durch stark steigende Mieten bemerkbar. In einigen Landkreisen sind die Bestandsmieten sogar stärker gestiegen als die Mieten in der Kernstadt. Gerade das Umland von München, aber auch die engeren Verflechtungsräume Berlins und Hamburgs haben eine überdurchschnittliche Mietpreisdynamik. „Die Marktanspannung der Metropolen schwappt auf ihr jeweiliges Umland über. Die daraus resultierende dynamische Nachfrage- und Mietentwicklung im Speckgürtel macht diese Wohnungsmärkte für institutionelle Anleger immer interessanter“, stellt André Scharmanski, Leiter Research bei Quantum, fest.
www.quantum.ag

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