Serie – Smart Metering – (Teil 3)

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Bis spätestens 2032 muss jeder Haushalt in Deutschland mit modernen Messeinrichtungen oder einem intelligenten Messsystem (iMSys) ausgestattet sein. Damit können Vermieter und Mieter und auch Unternehmen deutliche Energieeinsparungen erzielen. Alleine schon die transparente Darstellung des Verbrauchs von Strom, Gas oder Wasser bewegt die Verbraucher zu sparsamerem und bewussterem Umgang mit Energie. Beispielsweise lassen sich Stromfresser viel leichter und schnelle identifizieren. Da die Visualisierung der Verbräuche nahezu in Echtzeit erfolgt, hat jeder eine bessere Kostenkontrolle, kann Nachzahlungen vermeiden und einfacher Vergleiche mit anderen Energieanbietern anstellen.

Die Wohnungswirtschaft, die den Großteil der Wohnungen in Deutschland bewirtschaftet, ist gefordert. Zusammen mit Messdienstleistern wie Brunata-Metrona, Ista, Kalo und Minol, die bereits über viele Jahre hinweg mit den Wohnungsunternehmen, den Wohnungsgenossenschaften und Immobilienverwaltern engen geschäftlichen Kontakt pflegen, wird die Digitalisierung vorangetrieben. Wir haben sie im Teil 1 und 2 gebeten, ihre Sicht auf die Marktentwicklung und den technischen Fortschritt darzustellen. Im abschließenden Teil 3 beschreiben die Unternehmen, welche Angebote sie für die Wohnungswirtschaft entwickelt haben, welche Hindernisse noch beseitigt werden müssen und wie das Echo auf die Lösungsvorschläge ausgefallen ist.

Smarte Lösungen gefunden

Ista entwickelt sein Produkt- und ServiceAngebot im engen Austausch mit seinen Kunden. Dazu halten wir gemeinsame Workshops ab, machen Webinare und laden unsere Kunden zu internen Innovationsveranstaltungen („Future Factory“) ein. Im Sinne von „Co-Creation“ wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden attraktive Lösungen für ein energieeffizientes, sicheres und komfortables Gebäude finden. Die Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts wird dabei genauso besprochen wie neue Geschäftsideen. Bei all dem gilt: Die Bedürfnisse, Anforderungen und das Feedback der Kunden sind uns sehr wichtig.

In unserem Kerngeschäft arbeiten wir zurzeit an einer Lösung, die Vermietern hilft, die Anforderungen der neuen europäischen Energieeffizienzrichtlinie (EED) schnell und unkompliziert umzusetzen. Im Mittelpunkt steht hierbei die digitale, zeitnahe und transparente Verbrauchsinformation für die Gebäudebewohner, die ab Herbst 2020 schrittweise in Kraft treten soll. Die gesetzliche Umsetzung steht in Deutschland im Detail bis dato noch aus. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist ein erster wichtiger Schritt. Denn das GEG ist die Grundlage für
die Novellierung der Heizkostenverordnung, in der die erhöhte Verbrauchstransparenz für den Bewohner geregelt werden soll. Wichtig wird sein, dass die Verbrauchsinformation digital erfolgt, um Aufwände und Ressourcenverbrauch für alle Beteiligten möglichst gering zu halten.

Neben unserem Kerngeschäft haben wir in unserem neuen Ista Venture Hub bereits weitere smarte Lösungen auf den Markt gebracht. Beispielsweise hilft das Start-up objego den Millionen privaten Vermietern in Deutschland, ihre Immobilie komplett digital zu verwalten. Unter anderem lassen sich versandfertige Nebenkostenabrechnungen für Mieter mit wenigen Klicks erstellen. Die objego-Software wird gut angenommen, die Resonanz aus dem Markt ist sehr positiv. Auch hier werden alle Features auf Basis von Kundenfeedback entwickelt.

 

Partnerschaftliches Smart Metering

Brunata-Metrona pflegt langfristige, partnerschaftliche Beziehungen mit der Immobilienwirtschaft. Neu ist, dass Brunata-Metrona auch mit energiewirtschaftlichen Lösungen und im speziellen mit dem wettbewerblichen Messstellenbetrieb in Verbindung gebracht wird. Dies ist für die Immobilienwirtschaft eine äußerst interessante und vorteilhafte Kombination, da die bewährten Lösungen in der Heiz- und Betriebskostenabrechnung um weitere Leistungen ergänzt werden. Dadurch vereinfachen sich die Geschäftsprozesse im Immobilienmanagement und es entstehen Kostenvorteile für den Immobilienverwalter.
Smart Metering bildet die Basis für zahlreiche energiewirtschaftliche Lösungen, von variablen Energietarifen bis zum Laden von Elektrofahrzeugen. Mit einer Smart-Metering-Infrastruktur erhalten Wohnungsunternehmen ein zukunftssicheres System. Für die Kunden von Brunata-Metrona wird die Kombination von Prozessvereinfachung und Mehrspartenanbindung – zum Beispiel für Strom und Wärme – ein attraktives Gesamtpaket bilden. Durch die Fernablesung von Wärme und Wasser im sogenannten Submetering und der Sparte Strom (Hauszähler
und Unterverteilung für die Wohnungen) können manuelle Ablesungen in den Liegenschaften entfallen – dies spart Zeit und Geld.

Zudem wird das zugehörige Kundenportal die einfache Darstellung aller Sparten der Liegenschaft auf einen Blick bieten. Nicht zuletzt können die Smart-Metering-Ausstattung und die bestehenden Prozesse zwischen Wohnungsunternehmen und Brunata-Metrona auch für zukünftige Sparten und interessante Kostenoptimierungen genutzt werden. Die rechtlichen Grundlagen und die Prozesse für die Einbindung von Gas und Fernwärme in das intelligente Messsystem müssen noch weiter ausgearbeitet werden. Diese Sparten, die derzeit exemplarisch bei Brunata-Metrona München entwickelt werden, sind für die Kunden sehr wichtige Kostenbestandteile für die Bewirtschaftung von Immobilien. Eine Zusammenführung aller Sparten erhöht die Qualität der Energieabrechnungen und die Kostentransparenz zur Immobilie. Sie schafft außerdem die Grundlage für weitere datenbasierte Produkte und Geschäftsmodelle in der Wohnungswirtschaft. Unsere Kunden nehmen es sehr dankbar auf, wenn wir mit ihnen im Rahmen eines Workshops erarbeiten, welche Vorteile sie
konkret mit Smart Metering erzielen können. In puncto Digitalisierung sind die Akteure der Wohnungswirtschaft mit sehr unterschiedlichem Tempo unterwegs: Während einige noch abwarten, wohin die Reise geht, geben andere bereits Vollgas. Wir holen jeden dort ab, wo er gerade steht, und geben ihm die Lösungen an die Hand, die ihm den größten Nutzen bringen.

 

Echten Mehrwert schaffen

Die Immobilien- und Wohnungswirtschaft ist seit Jahrzehnten die Kernzielgruppe von Minol. Mit unseren Leistungen schaffen wir einen echten Mehrwert für Wohnungsunternehmen, Eigentümer, Vermieter, Verwalter und Hausbewohner. Deshalb binden wir unsere Kunden auch aktiv in Neuentwicklungen wie beispielsweise die Connect Insights mit ein.

| Leistungen
Das Leistungsportfolio von Minol umfasst (www.minol.de):

| Abrechnung und Energieeffizienz
-Heizkosten- und Betriebskostenabrechnung
-Datentausch und Integrierte Abrechnung (ProBeko)
-Verbrauchsanalyse
-E-Monitoring (Unterjährige Verbrauchsinformation)
-Energieausweise
-MiniJoule (Do-it-yourself-Solaranlage)

| Immobilienservice
-Funksystem Minol Connect
-Rauchwarnmelder-Services
-Legionellenservice (Trinkwasseruntersuchung)
-Connect Insights (Mehrwertdienste)

| E-Mobility & Sharing
-Minol Drive – powered by GP Joule Connect ist das modulare Baukastensystem für smarte Mobilität.
Mehr unter: www.minol.de/drive

| Smart Devices
-Großes Portfolio an IoT-fähigen Mess- und Erfassungsgeräten sowie Rauchwarnmeldern

Neben dem Smart Meter Rollout und dem GEG ist derzeit vor allem die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) relevant. Sie macht die Fernablesung der Verbrauchswerte und unterjährige Verbrauchsinformationen für die
Bewohner zum Standard. Bis 25. Oktober dieses Jahres muss die EED in deutsches Recht umgesetzt werden. Mit dem Fernablesesystem Minol Connect lassen sich die Anforderungen der EED schon heute erfüllen.
Mehr Infos: www.minol.de/eed

Allein in Deutschland erstellt Minol jährlich rund 1,5 Millionen Heizkostenabrechnungen. Mitte 2018 wurden die ersten Liegenschaften in Deutschland mit dem neuen IoTbasierten Funksystem Minol Connect
ausgerüstet. Zurzeit vernetzt das System bereits zirka 1 Million Sensoren und Messgeräte sowie mehr als 12.000 IoT-Gateways in insgesamt knapp 1600 Städten. Hausbewohner sparen bisher jährlich 18,5 Millionen
Minuten Zeit durch den Wegfall der Anwesenheit bei Ablesung, und die Umwelt profitiert durch mehr als 120.000 Kilogramm weniger CO2 pro Jahr.

 

Wir heben Synergien

Bedingt durch die vielen regulatorischen Neuerungen ist in der Zusammenarbeit zunächst ein Informationstransfer zu leisten. Insgesamt nimmt das Thema Smart Metering aber immer mehr Fahrt auf. Man erkennt den Wunsch der Wohnungswirtschaft, zukünftig nur noch auf einen Abrechnungsdienstleister als zentralen Ansprechpartner zurückzugreifen und gleichzeitig tiefere Einblicke in die Verbräuche der eigenen Immobilie zu erhalten. Kalo digitalisiert Immobilien, um Synergien zu heben. Neben der Einbindung des Submetering als unserem Kernprodukt gehört dazu auch die Erfassung der Metering-Bereiche durch Ausprägung des wettbewerblichen Messstellenbetriebs. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Verbrauchsvisualisierung. Neben der Erfüllung gesetzlicher Pflichten gegenüber dem Bewohner dient sie der Wohnungswirtschaft dazu, Einsparpotentiale im Gebäude genauer zu bestimmen.

Auch der Bereich der intelligenten Anlagensteuerung wird immer spannender. Kommt sie zum Einsatz, erzeugt die Heizanlage nur so viel Wärme, wie die Bewohner tatsächlich benötigen. Der Energieverbrauch des Gebäudes kann so deutlich gesenkt werden. Mit dem Gebäudeenergiegesetz sowie dem Messstellenbetriebsgesetz hat der Gesetzgeber die notwendige Grundlage geschaffen, um mehr Energieeffizienz ins Gebäude zu bringen. Die zunehmende Verbrauchstransparenz, die durch die Bündelung von Smart- und Submetering erreicht wird, ermöglicht Eigentümern sowie Mietern Energie und Kosten einzusparen. Um die Digitalisierung der Immobilie konsequent weiter zu gehen, sollte die Politik nun auch die Einbeziehung von Fernwärme und Wasser in die Bündelung vorantreiben.

Die Resonanz auf unser Angebot ist äußerst positiv. Die Kunden versprechen sich viel von den neuen technischen Möglichkeiten und erkennen in uns einen Partner mit dem nötigen Know-how. Im Gespräch ergeben
sich regelmäßig neue Kundenwünsche und Anwendungsfälle. Ein wichtiges Thema kristallisiert sich etwa im Bereich der Einbindung von Zwischenzählern heraus. Sie werden hinter dem Allgemeinstromzähler eingesetzt,
um einzelne Verbraucher, wie etwa Aufzüge zu erfassen. So können Kosten verursachungsgerechter aufgeschlüsselt werden.

 

Quelle

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