Geringes Brandrisiko bei Dämmstoffen

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Die Feuergefahr von Dämmmaterialien ist in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Tatsächlich spielen diese Baustoffe bei Bränden jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Das haben auch die vorläufigen Ergebnisse der ersten Untersuchungsphase beim Londoner Hochhausbrand gezeigt. Die Wetterschutzverkleidung brannte völlig ab und hat zur schnellen Verbreitung des Feuers geführt, während die Wanddämmung in großen Teilen erhalten blieb. Darauf weisen die Experten von Zukunft Altbau hin, dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm. „Bewohner und Baufachleute sollten die Feuergefahr durch Dämmung realistisch einschätzen“, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Gebäudedämmungen bestehen in der Regel aus nicht brennbaren oder nur schwer entflammbaren Materialien.“ Die wesentlich größere Gefahr besteht beim Brand der Inneneinrichtung. Dämmstoffe auf der Außenseite von Gebäuden sind im Brandfall höchst selten das Problem. In Deutschland brechen jeden Tag durchschnittlich 500 Wohnungsbrände aus. Nur an jedem 20.000. Brand ist die Fassade beteiligt. Die meisten Brände haben ihren Ursprung in den Innenräumen. Brandherd Nummer 1 ist die Küche. Neben technischen Defekten und Fahrlässigkeit spielt Brandstiftung eine Rolle bei den Brandursachen. Da die meisten Dämmstoffe äußerst schlecht brennen, halten die Materialien einen Brand lange aus. In vielen Fällen werden mineralische Stoffe wie Glas- oder Steinwolle als Dämmmaterialien eingesetzt, die überhaupt nicht brennen können. Neben Naturdämmstoffen mit entsprechenden Zusätzen eignen sich als Dämmstoffe auch organische Stoffe wie Kunststoffschäume. Aus Kostengründen kommen dabei vor allem Dämmplatten aus Polystyrol zum Einsatz. Bei der Produktion der Dämmplatten fügen die Hersteller Flammschutzmittel hinzu, die die Platten schwer entflammbar machen.

www.zukunftaltbau.de

Foto: Gregor Reisch/Net-bull Media Production/Pixelio.de

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