Die Ergebnisse der Bauministerkonferenz setzen Akzente bei Baukosten und sozialer Absicherung. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt insbesondere die geplante Plattform „Kostenreduziertes Bauen“. Sie soll Wissen und praxiserprobte Lösungen bündeln. Entscheidend wird sein, ob daraus Standards, Planungsgrundlagen und Verfahren entstehen, die Kommunen, Planer und Wohnungsunternehmen tatsächlich nutzen können.
Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht der Verband beim Gebäudetyp E. Das Konzept soll einfacheres Planen und Bauen ermöglichen, indem von nicht zwingenden Komfortstandards abgewichen werden kann. Der GdW fordert dafür eine bundesrechtliche Absicherung im Bürgerlichen Gesetzbuch. Ohne klare Vertragsregeln bleibt für Bauherren, Planer und ausführende Unternehmen das Risiko, dass vereinbarte Abweichungen später als Mangel bewertet werden. Die Ausgestaltung befindet sich im politischen Verfahren und ist noch nicht geltendes Recht.
Positiv bewertet der Verband das Bekenntnis der Länder zum Wohngeld. Die Leistung unterstützt Haushalte mit geringem Einkommen bei den Wohnkosten. Angesichts hoher Mieten und wirtschaftlicher Unsicherheit warnt der GdW vor Kürzungen. Für Vermieter und Wohnungsunternehmen ist eine verlässliche Bewilligung zudem wichtig, weil sie Wohnkostenbelastungen stabilisieren kann.
Kritik übt der Verband an den europäischen Schwerpunkten. Eine stärkere Regulierung der Kurzzeitvermietung löse die deutschen Neubauprobleme nicht.
Als offene Baustelle nennt der GdW die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Eine geringere förderfähige Kostenbasis für Mehrfamilienhäuser könne Sanierungen ausbremsen. Der Verband fordert, Förderung stärker an erreichbarer CO₂-Minderung, Einfachheit und Kostenwirksamkeit auszurichten. Für Wohnungsunternehmen bleiben damit drei Punkte zentral: rechtssichere Vereinfachungen beim Neubau, stabile soziale Leistungen und langfristig kalkulierbare Bedingungen für die energetische Modernisierung.
Quelle: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

