Elektrische Defekte zählen zu den möglichen Ursachen schwerer Gebäudebrände. Für Gewerbeimmobilien können neben Sachschäden insbesondere Betriebsunterbrechungen hohe Folgekosten verursachen. Zum bundesweiten Brandschutz-Tag am 9. Oktober rücken die E-Handwerke deshalb Planung, Schutztechnik, Prüfung und Dokumentation elektrischer Anlagen in den Mittelpunkt.
Der steigende Strombedarf verschärft die Anforderungen. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen erweitern die Zahl und Leistung der Verbraucher. Werden Stromkreise, Leitungsquerschnitte oder Zählerschränke nicht angepasst, können Überlastungen und gefährliche Wärme entstehen. Vor Erweiterungen sollte ein Elektrofachbetrieb daher den Bestand, die geplanten Lasten und die erforderlichen Schutzmaßnahmen bewerten.
Zur Grundausstattung gehören passend dimensionierte Leitungs- und Fehlerstromschutzschalter. Überspannungsschutz begrenzt Schäden durch Blitz- oder Schaltüberspannungen. Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen, sogenannte AFDD, können bestimmte gefährliche Störlichtbögen erkennen und den betroffenen Stromkreis abschalten. Ob und wo sie erforderlich oder sinnvoll sind, hängt von Anlage, Nutzung und den einschlägigen Vorgaben ab. Thermische Überwachung, Brandmeldetechnik und vernetzte Gebäudesysteme können die Prävention ergänzen, ersetzen aber keine fachgerechte Installation.
Wiederkehrende Prüfungen helfen, beschädigte Leitungen, lockere Verbindungen, Übergangswiderstände und Überlastungen früh zu erkennen.
Für Eigentümer und Betreiber ist auch die Dokumentation wichtig. Prüfprotokolle, Mängelbeseitigungen und Änderungen sollten zentral und nachvollziehbar archiviert werden. Bei Modernisierungen empfiehlt es sich, Brandschutz, Anschlussleistung und spätere Erweiterungen gemeinsam zu planen. So wird aus einer Einzelprüfung ein belastbares Sicherheitskonzept für die Gewerbeimmobilie.
Quelle: Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

