Digitales Nachhaltigkeitsmanagement: Daten strategisch nutzen
Unternehmen müssen immer mehr Daten zu Energieverbrauch, Emissionen, Lieferketten und Ressourceneinsatz erfassen. Regulatorische Vorgaben und Anforderungen von Kunden, Investoren und Geschäftspartnern erhöhen den Aufwand zusätzlich. Ein Whitepaper des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA zeigt, wie digitale Technologien das Nachhaltigkeitsmanagement unterstützen können.
Zentral ist eine strukturierte Datenbasis. Informationen liegen häufig in verschiedenen Systemen, Formaten und Unternehmensbereichen vor. Werden sie digital zusammengeführt, geprüft und einheitlich ausgewertet, können sie nicht nur für Nachhaltigkeitsberichte dienen. Sie schaffen zugleich Grundlagen für Prozessoptimierung, Automatisierung, Investitionsentscheidungen und neue Geschäftsmodelle.
Das Whitepaper beschreibt dafür mehrere Technologien: Digitale Zwillinge können Anlagen, Gebäude oder Prozesse virtuell abbilden. Digitale Produktpässe bündeln Informationen über Herkunft, Materialien und Lebenszyklus. Nachhaltigkeitsplattformen verbinden Datenquellen und unterstützen Berichte. Hinzu kommen künstliche Intelligenz, Blockchain, das Internet der Dinge sowie datenanalytische Verfahren.
Als Praxisbeispiel nennt Fraunhofer das Forschungsprojekt EcoHub. Dessen digitale Plattform soll Daten aus unterschiedlichen Quellen erfassen, strukturieren und analysieren. Zugleich ermöglicht sie den Austausch von Produkt- und Nachhaltigkeitsinformationen entlang von Lieferketten. Entscheidend bleibt dabei die Datenqualität: Unvollständige, uneinheitliche oder nicht nachvollziehbare Werte können Berichte und Entscheidungen gleichermaßen beeinträchtigen.
Für die Immobilienwirtschaft ist der Ansatz besonders relevant. Verbrauchs-, Emissions-, Material- und Betriebsdaten entstehen in Gebäuden bereits an vielen Stellen.
Quelle: Fraunhofer IPA

