Bosco Verticale – Großstadt-Dschungel auf eine ganz andere Art

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Stadtgebiet umweltverträglich verdichten

Den Internationalen Hochhauspreis 2014 haben jetzt die Architekten von Boeri Studio, Mailand, für ihr Projekt „Bosco Verticale“ erhalten: zwei Wohn-Hochhäuser, in deren Fassade namensgebend ein „vertikaler Wald“ integriert ist. Die beiden auf einem rechteckigen Grundriss stehenden 87 und 119 Meter hohen Türme beherbergen auf ihren Terrassen und Balkonen rund 800 Bäume und viele weitere Pflanzen, die Urbanität und Natur eindrucksvoll verbinden.

Seit 2004 verleiht die Stadt Frankfurt/Main gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum und der Deka-Bank in einem Turnus von zwei Jahren den „Internationalen Hochhaus-Preis“ oder auf Englisch den „International Highrise Award“. Die Auszeichnung wird für Bauwerke vergeben, die exemplarische Nachhaltigkeit und äußere Form mit innerer Raumqualität sowie sozialen Aspekten verbinden. Das Bosco Verticale der Architekten von Boeri Studio wurde nun mit diesem Preis prämiert: Es setzte sich erfolgreich gegen insgesamt 26 nominierte internationale Projekte durch.

Der im Norden Mailands entstandene Bosco Verticale im Park Porta Nuova zwischen der Via Gaetano de Castilla und der Via Frederico Confalonieri ist Teil des städtischen Revitalisierungsprogramms Metrobosco. Das Programm hat das Ziel, das Mailänder Stadtgebiet unter umweltverträglichen Bedingungen zu verdichten – unter anderem entstehen rund 7700 Quadratmeter neue Grünanlagen, 5500 davon öffentlich zugänglich. Hier stehen auch die beiden Wohn-Hochhäuser, die mit 19 (Turm D) und 27 (Turm E) Stockwerken Raum für 113 unterschiedlich große Wohnungen bieten.

8900 Quadratmeter Platz zum Sonnenbaden und Entspannen

Das Erscheinungsbild der Türme ist so ungewöhnlich wie innovativ: Um den Gebäudekern herum wurden die Stockwerkplatten unregelmäßig angeordnet. Die verschiedenen Terrassen und Balkone kragen asymmetrisch über die Fassade hinaus – 8900 Quadratmeter Platz zum Sonnenbaden und Entspannen für die Bewohner, inmitten eines dort angelegten, fast 1 Hektar großen vertikalen Walds, dessen Pflege und Bewässerung Teil des Gebäudekonzepts ist: 480 mittelgroße bis große und 300 kleine Bäume sowie 11.000 Bodendeckerpflanzen und 5000 Sträucher sowie Stauden für die Absorbierung von Staub und CO2. Dieser in die Fassade integrierte Wald produziert Sauerstoff, dient als Sonnen- und Lärmschutz und aktiviert bewusst auch die Fauna: Die intensive Fassadenbepflanzung trägt zur Erhöhung der innerstädtischen Biodiversität bei.

Für ein ganzjährig optimales Raumklima sorgen auch rund 10.000 Quadratmeter Sonnenschutzglas von Interpane, Lauenförde. In unterschiedlicher Orientierung wurden je nach Anforderung verschiedene Sonnenschutzverglasungen eingesetzt: Ipasol neutral 73/42 verfügt über einen g-Wert von 42 Prozent. Gleichzeitig beträgt die Tageslichttransmission hervorragende 73 Prozent – so gelangt ein Maximum an Tageslicht in die Wohnräume. Wo etwas stärkerer Sonnenschutz gefordert ist, kommt Ipasol neutral 48/27 zum Einsatz. Durch den niedrigen g-Wert von 27 Prozent heizen sich die Räume hinter der Glasfassade auch im Hochsommer nicht auf – das spart Klimatisierungskosten. Entsprechend des lichtfokussierten Fassadenkonzepts bietet die Verglasung trotzdem eine Tageslichttransmission von tv = 48 Prozent. Den maximalen Sonnenschutz in südlicher Orientierung gewährleistet Stopray Vision-36T: Der g-Wert beträgt sehr niedrige 20 Prozent, die Tageslichttransmission erreicht 33 Prozent. Die Verglasung erzielt zudem einen exzellenten Wärmedämmwert von Ug = 0,9 W/(m²K) und schützt so vor winterlichen Heizwärmeverlusten.

www.interpane.com

Bautafel Bosco Verticale, Mailand

  • Objektadresse: Via de Castilla Gaetano, 20124 Mailand
  • Bauherr: Hines Italia SGR S. p. A.
  • Architekt: Boeri Studio, Mailand
  • Fassadenplanung: CNS, Mailand
  • Metallbau: Nuova Allwork, Bagnolo Cremasco
  • Glasprodukte: Ipasol neutral 73/42, Ipasol neutral 48/27, Stopray Vision-36T
  • Glasveredler: Interpane, Plattling

Quelle

Gebäude Grün

GebäudeGrün, (GG) 1992 als Dach + Grün gegründet, wird inzwischen von drei europäischen Dachbegrünungsverbänden – Deutschland (FBB), Schweiz (SfG) und Österreich (VfB) als Verbandszeitschrift genutzt.

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