Facility-Management: Kosten und Optimierungen im Mittelpunkt

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Breites Aufgabenspektrum der FM-Dienstleister

Der Mittelstand hat eine außerordentlich große Bedeutung für die Wirtschaftskraft des Lands. Doch warum spiegelt sich das Gewicht des Mittelstands nicht auf den Kundenlisten der Facility-Management-(FM-) Unternehmen entsprechend wider? Die in der Brancheninitiative „FM – die Möglichmacher“ zusammengeschlossenen Dienstleister haben genauer nachgefragt: Was erwartet der Mittelstand von einem FM-Dienstleister? Ist das Leistungsangebot überhaupt bekannt?

Mit dem Begriff Facility Management werden an erster Stelle technisch-orientierte Leistungen und Aufgaben verbunden. 81 Prozent der befragten Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter mittelständischer Unternehmen assoziieren mit dem FM das Anlagen- und Gebäudemanagement. Knapp zwei Drittel denken (Mehrfachnennungen waren möglich) an Wartung und Instandhaltung. Recht oft werden auch Hausmeistertätigkeiten (43 Prozent) und das Betriebskostenmanagement (38 Prozent) genannt. Klassische infrastrukturelle Services – Reinigung (29 Prozent), Sicherheitsdienste (16 Prozent) und Kantinenbetrieb (8 Prozent) – werden deutlich seltener assoziiert. Dass FM-Dienstleistungen – vor allem kaufmännische und technische Services – in den kommenden Jahren grundsätzlich an Bedeutung gewinnen werden, ist nahezu einhellige Meinung.

Wenig Erfahrung mit externen Dienstleistern

Eine knappe Mehrheit (54 Prozent) der für diese Studie befragten mittelständischen Unternehmen hat bislang noch keine Erfahrung mit dem Einkauf von externem FM-Knowhow. Der alles überragende Grund dafür lautet: „Ich bewältige diese Aufgaben bislang sehr gut mit eigenen Mitarbeitern.“ Fast zwei Drittel (65 Prozent) führen dieses Argument ins Feld. Andere Begründungen (kein passendes Angebot, zu teuer etc.) werden demgegenüber eher selten genannt. Immerhin 16 Prozent erklären, „noch nie ernsthaft“ über die Zusammenarbeit mit einem FM-Dienstleister nachgedacht zu haben. Gefragt wurde auch, ob bestimmte am Markt verfügbare FM-Leistungsangebote überhaupt bekannt sind. Das Ergebnis: Am bekanntesten sind Leistungen wie die Nebenkostenerfassung und Nebenkostenabrechnung (70 Prozent). Das Energiemanagement kommt immerhin noch auf einen Bekanntheitsgrad von 58 Prozent. Komplexe Leistungen wie die Übernahme der Betreiberverantwortung oder die Unterstützung in Sachen Raum- und Gebäudeplanung sind nur einer Minderheit (jeweils 44 Prozent) bekannt. Und: Vom in jüngster Zeit stark beworbenen nachhaltigen beziehungsweise ökologisch orientierten Service- und Produktangebot der FM-Dienstleister hat nur ein gutes Viertel der Befragten (27 Prozent) schon gehört.

Was müsste ein FM-Dienstleister mitbringen, um für einen bislang eher skeptischen Mittelständler als Dienstleistungspartner interessant zu werden? Die Antworten sind eindeutig. Äußerst wichtig ist den potenziellen Auftraggebern die Fähigkeit, die Betriebskosten zu senken beziehungsweise die Kosten transparent darzustellen. Gleichermaßen bedeutsam ist, dass Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden. Ebenfalls wichtig, wenngleich in etwas geringerem Ausmaß, sind folgende zwei Faktoren: Der Kunde erwartet, dass sein Ansprechpartner immer erreichbar ist. Und nicht zuletzt: Der FM-Dienstleister soll die Mitarbeiterzufriedenheit im Kundenunternehmen steigern helfen.

Hohe Zufriedenheit mit Dienstleistern

Fast 46 Prozent der 105 befragten mittelständischen Unternehmen können bereits Erfahrungen mit FM-Dienstleistern vorweisen. Auf was legen Mittelständler dabei besonderen Wert? Ganz oben rangieren (Mehrfachnennungen möglich) die fachliche Kompetenz (43 Prozent) sowie Zuverlässigkeit und Termintreue (42 Prozent). Dass die FM-Leistungen kostengünstig sind, wird von fast jedem dritten Auftraggeber (30 Prozent) als wichtig angesehen. Die regionale Nähe des Dienstleisters (20 Prozent) und dessen Flexibilität (19 Prozent) kommen auf geringere Erwartungswerte. Andere Eigenschaften (beispielsweise: breitgefächertes Angebot, mittelständisch geprägt, nachhaltige Orientierung) spielen kaum eine Rolle. Erwartungen zu haben ist das eine. Ob diese vom FM-Dienstleister eingelöst werden, ist eine andere Frage. Die von den beauftragenden Mittelständlern hoch geschätzten Eigenschaften Kompetenz und Zuverlässigkeit/ Termintreue bringen die beauftragten Facility Managers offenbar mit. Fast 80 Prozent (Zuverlässigkeit/Termintreue) beziehungsweise etwas mehr als 70 Prozent (fachliche Kompetenz) der Befragten geben hier ihren Dienstleistungspartnern die Schulnoten sehr gut beziehungsweise gut. Geteilter Meinung sind die FM-erfahrenen Mittelstandsunternehmen hinsichtlich der Kostengünstigkeit der Dienstleistungen. Knapp jeder zweite gibt hier die Noten sehr gut und gut, die anderen schreiben befriedigend oder ausreichend ins Zeugnis.

Die Gesamtnote kann sich sehen lassen – aber auch durchaus verbessert werden. Alles in allem geben die Mittelständler ihren Dienstleistern eine Durchschnittsnote von 2,6. Die Hälfte aller Auftraggeber vergibt dabei die Note gut.

www.fm-diemoeglichmacher.de

 

Info:Die Studie wurde im Auftrag der Brancheninitiative FM – die Möglichmacher von Markt- und Mittelstand-Research (FAZGruppe) als Online-Befragung durchgeführt. Teilgenommen haben 105 mittelständische (zur Hälfte dem produzierenden Gewerbe angehörende) Unternehmen. Geantwortet haben Vorstände und Geschäftsführer (79 Prozent) sowie Bereichs- und Teamleiter. 60 Prozent der Unternehmen verfügen über mehrere Standorte; ein Drittel ist auch im Ausland tätig.

Quelle

Liegenschaft aktuell

Liegenschaft aktuell, das Wirtschaftsmagazin für Objekt-Management, berichtet praxisgerecht über Gebäudetechnik, Recht und Steuer, Centermanagement mit Branchenmix und Parkraumbewirtschaftung, Objektschutz und Objektpflege, Ertragsanalyse mit Grundstücksbewertung, Betriebliche Organisation und EDV.

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