Die Bundesnetzagentur arbeitet im Verfahren AgNes an einer Reform der Stromnetzentgelte. Zum Ende der Konsultationsfrist kritisiert Green Planet Energy, der Entwurf berücksichtige flexible Verbraucher und dezentrale Versorgung nicht ausreichend. Es handelt sich um eine Stellungnahme im laufenden Verfahren, nicht um eine beschlossene Regelung.
Netzentgelte sollen Kosten verteilen und zugleich Anreize für netzdienlichen Verbrauch setzen. Speicher, Wärmepumpen und Elektroautos könnten Strom bevorzugt aufnehmen, wenn Netze weniger ausgelastet sind oder viel erneuerbare Energie verfügbar ist. Die Genossenschaft fordert, zeitvariable Entgelte früher weiterzuentwickeln und perspektivisch dynamische Netzentgelte einzuführen.
Als Ausgangspunkt nennt sie die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz. Für flexible Tarife sind digitale Messtechnik, verlässliche Steuerung und transparente Netzzustände erforderlich. Gefordert werden klare Vorgaben und Fristen für die Modernisierung der Verteilnetze.
Kritisch bewertet Green Planet Energy den vorgesehenen Prosumer-Aufschlag. Nach ihrer Darstellung könnte die Belastung eines Mehrfamilienhauses mit jeder weiteren Wohnung steigen, die sich an gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung beteiligt. Das könne Mieterstrom und die gemeinsame Nutzung von Solarstrom schwächen. Gefordert wird eine differenzierte Behandlung von Ein- und Mehrfamilienhäusern.
Für Wohnungsunternehmen ist die Debatte relevant, weil Netzentgelte die Kalkulation von Photovoltaik, Wärmepumpen, Speichern, Ladeinfrastruktur und Mieterstrom beeinflussen. Ob Anlagen das Netz entlasten, hängt von Messung, Steuerung und Verbrauchsprofil ab. Die endgültigen Vorgaben stehen noch nicht fest. Projektentwickler sollten unterschiedliche Entgeltmodelle rechnen und die Festlegung der Bundesnetzagentur abwarten.
Quelle: Green Planet Energy eG

