Glasfaserbewehrte Balkonanschlüsse ermöglichen KfW-40-Standard

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Für zwei Mehrfamilienhäuser in KfW-40-Standard ist der neue Schöck IsokorbXT-Combar zum Einsatz gekommen. Die zertifizierte Passivhauskomponente für den Anschluss von auskragenden Balkonelementen kombiniert Glasfasertechnologie mit dem Isokorb. Balkone können für energetisch hochwertig geplante und ausgeführte Gebäudeschnell zur Wärmebrückenfalle werden. Um dies zu vermeiden, entschied sich der Bauherr für das neue Wärmedämmelement.

Bauherr und Architekt Baudesign Laupheim GmbH bauten auf dem Zeppelingelände, einem attraktiven, zentrumsnahen Quartier an der Otto-Hahn-Straße in Ehingen, zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 14 Wohneinheiten und Tiefgarage. Das dreigeschossige Gebäude mit insgesamt 1370 Quadratmetern Wohnfläche bietet ein Wohnumfeld mit kurzen Wegen in die Innenstadt. Alle Wohnungen verfügen über einen

Der Isokorb XT-Combar verfügt über die bauaufsichtliche Zulassung des Dibt, ist typengeprüft und brandschutzklassifiziert.

Zugang zu einer Terrasse beziehungsweise zu unterschiedlich großen Balkonen und entsprechen so den Anforderungen moderner Wohnkultur. Die Balkone mit bis zu 17 Quadratmetern Fläche sind im Stil von Loggien realisiert – die Grundfläche des Balkons liegt bis auf wenige Zentimeter im eigentlichen Grundriss des Baukörpers, umschlossenvon seitlichen Wänden. Die Architekten schaffen so eine direkte, unvermittelte Verbindung zum eigentlichen Wohnraum.

| Energiekonzept

Auch der Energiestandard und damit der Heizbedarf entsprechen modernsten Anforderungen. Beide Gebäude sind mit hochdämmenden monolithischen Wänden in 36,5 Zentimetern Wandstärke errichtet und erreichen durch den perlitgefüllten Ziegeleine Wärmeleitzahl von 0,08. Die Wände sind dadurch diffusionsoffen und nehmen dank des verwendeten Kalkputzes Feuchtigkeit aus der Umgebung auf. Für die Beheizung der Wohnungen ist ein nur sehr geringer Restenergiebedarf erforderlich, der durch hocheffiziente Erdwärmepumpen bereitgestellt wird.

| Herausforderung Balkonanschlüsse

Beim Anschluss von Balkonen und Loggien treten sowohl geometrische als auch konstruktive Wärmebrücken auf. Sie zählen zu den kritischsten Wärmebrücken eines Gebäudes. Besonders hoch ist der Wärmeabfluss, wenn beide Bauteile – Balkon und Geschosszwischendecke – aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit bestehen, wie in diesem Fall aus Stahlbeton. Die Entkopplung von Wärmebrücken gehört daher zu den größten Herausforderungen beim Neubau im Niedrigenergiestandard. Wenn die Balkonplatte ohne thermische Trennung zum Gebäude hin eingebaut wird, entsteht am Übergang eine Wärmebrücke, die zu Bauschäden führen kann oder das Erreichen des geforderten Energiestandards verhindert.

Bei der Lösung Isokorb XT-Combar treffen zwei Produktwelten aufeinander – der Isokorb XT und Glasfaserbewehrung. Im Bereich Bewehrungstechnologie sowie bei Sandwich- und Elementwänden ist der Werkstoff seit vielen Jahren am Bau etabliert. In aufwendigen Entwicklungsreihen wurde das hochwertige Glasfasermaterial in den Isokorb integriert. Die bewährte Technologie mit allen ihren Eigenschaften, auch in Bezug auf Gebrauchstauglichkeit, wie beispielsweise Verformungen und Schwingungsverhalten, bleibt erhalten. Das Bauelement verfügt über die bauaufsichtliche Zulassung des Dibt, ist typengeprüft und brandschutzklassifiziert. Das Glasfasermaterial hat eine minimale Wärmeleitfähigkeitvon 0,7 und ist somit eine wärmetechnisch überlegene Alternativlösung zu Betonstahl und Edelstahl. Der Isokorb bietet daher einen bisher nicht erreichten Wärmedämmwert und reduziert Wärmebrücken auf ein Minimum.

| Montage der Balkone

„Die Balkone wurden im Fertigteilwerk als Halbfertigteil mit integriertem Isokorb hergestellt. Vor Ort haben wir dann die Balkone mit dem Kran so positioniert, dass sich die Anschlüsse in die Bewehrung der Filigrandecke fügen. Nachdem wir das Oberteil des Isokorb aufgesetzt hatten, konnten wir die Balkonelemente fertig betonieren. Für mich als erfahrenen Bauunternehmer war es dennoch erstaunlich, dass aufgrund der Glasfaserbewehrung lediglich eine Betondeckungvon nur 26 Millimetern nötig war“, erläutert Jonas Brotbeck von der Bauunternehmung Brotbeck in Ehingen. Da auf weitere Dämmmaßnahmen verzichtet werden konnte, erstrahlt die Balkonunterseite in bester Sichtbetonqualität.

| Optimierte Details

Ralf Emmenlauer, Fachingenieur und Sachverständiger für Energieeffizienz und Geschäftsführer der Energie-Beratung-Schwaben, war mit der Berechnung des Energienachweises beauftragt: „Allein beim Vergleich der Wärmedurchgangskoeffizienten (psi-Wert) war zu sehen, dass sich durch die Verwendung des glasfaserbewehrten Isokorbs an diesem Detail eine Verbesserung um 17,5 Prozent ergibt. Das mag sich im ersten Moment nicht viel anhören, aber Wärmebrücken fallen in der Energiebilanz eines Gebäudes immer stärker ins Gewicht. Wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einem monolithischen Gebäude ohne Wärmedämm-Verbundsystem mit lediglich 36,5 Zentimetern Wandstärke zu tun haben, ist es umso wichtiger, jedes kleinste Detail zu optimieren, um den Anforderungen des KfW-40-Standard gerecht zu werden. Wir haben den geforderten Transmissionswärmeverlust um ein Hundertstel unterboten –und das dank des Isokorbs. Bei der monolithischen Bauweise geht es tatsächlich umdie Optimierung eines jeden Details.“
www.schoeck.de

Quelle

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