Energiekonzept setzt Maßstäbe

0

Die Projektgesellschaft Bergedorfer Tor plant und baut in der Nähe des Bergedorfer Bahnhofs in Hamburg auf rund 11.132 Quadratmetern ein gemischt genutztes Stadtquartier in geschlossener Blockrandbebauung. Das Ensemble aus fünf Gebäuden bietet Platz für Büros, Einzelhandel, Gastronomie, ein medizinisches Zentrum sowie eine Einrichtung mit integrativem Betreuungskonzept für Menschen mit erhöhtem Assistenz- und Pflegebedarf. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille errichtet 72 Wohneinheiten sowie 23 Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung. Es entsteht ein Quartier, das nicht nur mit seinem neuartigen Nutzungskonzept hervorsticht.

Auch die Energieversorgung des Areals setzt Maßstäbe hinsichtlich einer effizienten Wärme- und Kälteversorgung. Der Komplex muss den unterschiedlichen Anforderungen der künftigen Nutzer gerecht werden. In Zusammenarbeit mit dem Energiespezialisten Schiller Engineering aus Hamburg entwickelte die Enercity Contracting Nord GmbH ein integriertes, nachhaltiges Versorgungskonzept, mit dem der Wärme- und Kältebedarf des Gebäudeensembles langfristig kostengünstig gedeckt wird. Statt die fünf Gebäude des Quartiers einzeln zu beheizen, wurde eine ganzheitliche Betrachtung vorgenommen. „Aufgrund der Komplexität war dieser Ansatz zwar deutlich schwieriger. Dadurch bestand aber die Möglichkeit, effiziente und technisch innovative Lösungen anzuwenden. Das Ergebnis ist ein integriertes Versorgungskonzepts für Wärme und Kälte, das eine deutliche Reduzierung der Energiekosten gegenüber einer klassischen Wärmeversorgung und individuellen Klimaanlagen ermöglicht“, erläutert Sascha Brandt, Projektentwickler bei der Enercity Contracting Nord.

Die Basis bilden zwei Wärmenetze mit unterschiedlichen Heiztemperaturen und ein Kältenetz für die Gebäudeklimatisierung. Für die Wärmeerzeugung kommen zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) zum Einsatz, die eine gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung ermöglichen und den Brennstoff Erdgas dabei besonders effizient nutzen. Der erzeugte Strom wird vor Ort unter anderem für den Antrieb der Kälteanlage genutzt. Der Wärmebedarf der Häuser und der Strombedarf für die Kälteerzeugung geben vor, wann die beiden BHKW laufen. Die BHKW versorgen ein Hochtemperatur-Wärmenetz für Heizung und warmes Wasser für die Wohnungen und die Pflegeeinrichtung. Ein Niedertemperatur-Wärmenetz versorgt die Bürogebäude und das medizinische Zentrum. Das niedrige Temperaturniveau erlaubt es, ansonsten nicht nutzbare Abwärme aus der Kälteerzeugung für die Wärmeversorgung der Nichtwohngebäude zu nutzen.

www.bergedorfer-tor.com
www.enercity-contracting.de
Visualisierung: Visual Services Architektur Virtuell/Ralf Rieger

Quelle

Kommentieren Sie diesen Artikel