Verwaltungsgebäude, Bildungsbauten und sozialer Wohnungsbau

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Die Kleinstadt Kremmen in Brandenburg mit ihren rund 7500 Einwohnern, davon 3500 im Ortsverbund, liegt etwa 40 Kilometer Luftlinie nordwestlich von Berlin-Mitte in Höhe von Oranienburg mitten im Havelland. Zu weit entfernt von der Metropole, um noch im Speckgürtel verortet zu werden. Aber nicht so ländlich, dass – wie andernorts – ein signifikanter Rückgang der Einwohnerzahlen zu verzeichnen wäre. Eher im Gegenteil. Entsprechend strategisch entwickelt die Wohnungsbaugesellschaft Kremmen (WOBA) ihren Bestand: Substanzerhalt steht im Vordergrund, flankiert durch behutsame Stadterneuerung und -entwicklung.

Perspektivisch jedoch immer mit dem Blick, für den sich abzeichnenden zusätzlichen Wohnraumbedarf schon heute eine tragfähige Lösung zu bieten. Dazu gehörte beispielsweise die haustechnische und energetische Sanierung der drei Plattenbauten an der Ruppiner Chaussee, also Bestandsaufwertung. „Sie sind wie alle
unsere Objekte eigentlich immer vollvermietet“, sagt WOBA-Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Eckhard Kuhn. Was genauso für die Wohnform, wie für die Nachbarschaft spricht – und für Kuhn Grund genug war, bei der anstehenden Weiterentwicklung des Quartiers an die gewachsene Bebauung im Verbund direkt anzuknüpfen.

Der jetzt fertiggestellte Neubau, mit drei statt fünf Vollgeschossen, greift dabei als architektonische Stilmerkmale der benachbarten Plattenbauten beispielsweise die vertikale Gliederung durch die markanten, nun jedoch
zurückgesetzten Treppenhäuser auf. Der Sockel ist reduziert, und das Walmdach mit minimaler Neigung kaum von den Flachdächern des Bestands zu unterscheiden. In Kombination mit einem durchgängigen Farbkonzept
ergibt das Ganze eine Gesamtanmutung, durch die der flüchtige Betrachter kaum zwischen Neu- und Bestandsbauten zu unterscheiden vermag.

Obwohl nur auf EnEv-Standard in Massivbauweise (Kalksandstein) auf Betonbodenplatte mit Perimeterdämmung errichtet, wird der Kremmener Neubau mit 740 Quadratmeter Wohnfläche komplett über eine Ressourcenschonende Hybridheizung aus Luft/Wasser-Wärmepumpe und Gas-Brennwertheizung versorgt – während in den Nachbarblöcken ganz klassisch Gas-Brennwertanlagen die Komplettlast tragen. Für die Mieter zahlt sich dieses Konzept aus. Nach ersten Schätzungen der WOBA liegen die Mietnebenkosten in dem vor Jahresfrist bezogenen Objekt bei nur knapp zwei Euro pro Quadratmeter, davon weniger als einer für die Wärmeerzeugung.

Foto: Vaillant

Quelle

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