Serielles und modulares Bauen spielt im deutschen Geschosswohnungsbau bislang eine geringe Rolle. Nach einer Analyse des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie auf Basis der Baugenehmigungszahlen 2025 werden nur neun Prozent der mehrgeschossigen Wohngebäude seriell oder modular vorgefertigt. Mehr als 90 Prozent entstehen weiterhin überwiegend in konventioneller Bauweise.
Bei seriellen Verfahren werden Wände, Deckenelemente oder ganze Raummodule unter kontrollierten Bedingungen in einer Produktionshalle gefertigt und auf der Baustelle montiert. Das kann Bauzeiten verkürzen, Abläufe standardisieren und die Ausführung weniger wetterabhängig machen. Rund 85 Prozent der seriell und modular errichteten Mehrgeschossgebäude entfallen laut Verband auf den Holzfertigbau.
Als Hemmnis nennt der HDH das Vergaberecht. Öffentliche Aufträge sind grundsätzlich in Fach- und Teillose zu gliedern, um mittelständische Unternehmen am Wettbewerb zu beteiligen. Serielle Systeme verbinden jedoch Planung, Produktion und mehrere Gewerke. Eine strikt gewerkeweise Ausschreibung kann deshalb Systemvorteile auflösen oder integrierte Angebote erschweren. Der Verband fordert keinen generellen Verzicht auf Lose, sondern mehr Spielraum für gewerkeübergreifende Vergaben, wenn dies für serielle Konzepte sachlich erforderlich ist.
Die Neun-Prozent-Zahl belegt einen niedrigen Marktanteil, erklärt aber nicht allein die Ursachen der Wohnungsnot. Grundstücke, Planung, Finanzierung, Genehmigungen, Standards und kommunale Kapazitäten beeinflussen Neubau ebenso. Serielle Bauweisen können ihre Vorteile vor allem bei wiederholbaren Typologien, ausreichenden Stückzahlen und früh festgelegten Schnittstellen ausspielen. Für öffentliche Auftraggeber kommt es daher auf funktionale Leistungsbeschreibungen, faire Eignungskriterien und eine Vergabestrategie an, die Wettbewerb und Systemintegration gleichermaßen ermöglicht.
Quelle: Hauptverband der Deutschen Holzindustrie e. V. (HDH)

