Die institutionalisierte Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen richtet Neubau und Modernisierung zunehmend auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung aus. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der NRW.BANK und des VdW Rheinland Westfalen unter 127 Wohnungsunternehmen und Genossenschaften. Bei geplanten Vorhaben stehen Wärmepumpen an erster Stelle, gefolgt von Fernwärme. Klassische Gasheizungen verlieren an Bedeutung.
Auch im Bestand rückt die energetische Verbesserung vor. Energetische Sanierungen zählen zu den häufigsten Modernisierungsmaßnahmen, besonders die Erneuerung von Heizungsanlagen. Drei von vier befragten Unternehmen setzen nach Verbandsangaben bereits Photovoltaik ein; ein Teil bietet Mieterstrom an. Die Ergebnisse zeigen damit, dass Wärmeversorgung und lokale Stromerzeugung zunehmend gemeinsam betrachtet werden.
Zugleich wächst die Beteiligung an der kommunalen Wärmeplanung. 2026 wirkten fast 60 Prozent der befragten Unternehmen an Planungen ihrer Städte und Gemeinden mit. 2025 waren es 50 Prozent, 2024 weniger als 40 Prozent. Die frühzeitige Einbindung ist wichtig, weil Investitionen in Gebäudeheizungen davon abhängen, ob und wann Wärmenetze verfügbar werden und welche dezentralen Alternativen wirtschaftlich bleiben.
Das Investitionsklima bleibt angespannt. Besonders der Neubau wird überwiegend schlecht oder eher schlecht bewertet; bei Modernisierungen fällt das Urteil etwas günstiger, aber weiterhin verhalten aus.
Die öffentliche Wohnraumförderung gewinnt deshalb an Gewicht. Für 71 Prozent der Befragten war sie zuletzt für laufende oder geplante Projekte relevant; 2025 lag der Anteil bei 56 Prozent. Niedrige Zinssätze, lange Laufzeiten und Tilgungsnachlässe verbessern die Kalkulation. Die Befragung lief vom 29. Juni bis 27. Juli 2026. Sie zeigt: Der technologische Kurs ist erkennbar, seine Umsetzung bleibt jedoch von verlässlicher Förderung, Finanzierung, Wärmeplanung und Ausführungskapazitäten abhängig.
Quelle: NRW.BANK und Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen

