Deutschland soll schneller und kostengünstiger bauen, ohne Dauerhaftigkeit, Funktion und Gestaltungsqualität aufzugeben. Dafür formuliert das Strategiepapier des Ettersburger Gesprächs 2026 drei gemeinsame Positionen. Beteiligt waren Vertreter aus Bau- und Wohnungswirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen, Verwaltung, Politik und Wissenschaft.
Erstens soll kostengünstiges Bauen zur regulären Praxis werden. Qualität wird dabei nicht mit einer möglichst hohen Zahl technischer Anforderungen gleichgesetzt. Maßgeblich seien vielmehr Angemessenheit, sorgfältige Ausführung, Dauerhaftigkeit und Anpassungsfähigkeit. Für Projekte bedeutet das, Anforderungen früh zu priorisieren und Standards auf ihren tatsächlichen Nutzen zu prüfen.
Zweitens fordert das Papier verlässliche Rahmenbedingungen. Langfristig planbare Investitionen, klare Zuständigkeiten und zügige Entscheidungen sollen Kosten- und Terminrisiken reduzieren. Dazu gehören aus Sicht der Beteiligten politische Prioritäten, einfachere Verfahren und ausreichend handlungsfähige Verwaltungen. Diese Forderungen richten sich vor allem an Politik und öffentliche Auftraggeber.
Drittens sollen erprobte Ansätze aus Modellvorhaben in die breite Praxis gelangen. Genannt werden reduzierte Baustandards, Bauen im Bestand, Nachverdichtung, partnerschaftliche Projektmodelle, durchgängige digitale Prozesse und kreislauffähige Konstruktionen.
Das Papier bündelt Ergebnisse der Vorjahre zu Rohstoffen und Kreislaufwirtschaft, einfachem Bauen sowie früher Zusammenarbeit. Es ist kein verbindliches Regelwerk, sondern eine gemeinsame Position und Selbstverpflichtung der beteiligten Organisationen. Für Bauherren liegt der Nutzen vor allem in einer klaren Projektstrategie: Ziele und Verantwortlichkeiten früh festlegen, Varianten nach Lebenszykluskosten bewerten und technische Anforderungen nachvollziehbar begründen.
Quelle: Bundesstiftung Baukultur

