Abfall einfach nach unten

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Immobilienverwalter können ein Lied davon singen, wenn es darum geht, den richtigen Standort für die Abfalltonnen zu finden. So notwendig die Behälter auch sind, keiner möchte sie direkt vor seiner Nase aufgestellt sehen. Denn neben der Geruchsbelästigung kommt es in Wohnanlagen je nach Standort immer wieder zu Ungezieferbefall, Überfüllung und auch zu Vandalismus. Schöne Plätze für Abfalltonnen gibt es recht selten und so haben einige Wohneigentümergemeinschaften aus der Not eine Tugend gemacht. Die Tonnen einfach verschwinden lassen: Unterflursysteme entschärften die Situation deutlich.

Dieser Erkenntnis folgte bereits vor zwei Jahren die Wohnungsbaugesellschaft GWG in Kassel. Gemeinsam mit den Stadtreinigern stattete man eine größere Wohnanlage mit modernen Unterflursystemen zur Abfallentsorgung und Wertstoffsammlung aus. Anstelle einer Batterie von Abfallbehältern für Restabfall und Leichtverpackungen sind am neuen, mit Hecken eingefassten Standplatz nur noch vier Einwurfsäulen sichtbar. Die Abfallbehälter verschwinden in der Erde. Als Besonderheit stattet die GWG die Einwurftrommeln noch mit einem Schließsystem
aus, sodass nur autorisierte Personen Abfall einwerfen können. Zur Vermeidung von Fehlbefüllungen ist jede Säule mit einem farblich gekennzeichneten Aufkleber und beispielhaften Bildern für eine eindeutige Zuordnung der jeweiligen Abfallfraktion versehen.

Eine niedrige Einwurfhöhe ermöglicht zudem eine bedienerfreundliche und barrierearme Abfallsammlung. Für die Wohnungsbaugesellschaft war es in der Planungs- und Ausführungsphase wichtig, dass Hersteller und Entsorger mit im Boot sind. „Die Zusammenarbeit mit der Bauer GmbH als Hersteller und dem Entsorger waren gut und zielführend“, erklärt Peter Ley, Geschäftsführer der GWG. So waren beispielsweise bei der Standortwahl Aspekte, wie die Zufahrt sowie die Halte- und Standflächen des Entsorgungsfahrzeuges zu berücksichtigen. Bei der Wahl eines Unterflursystems müssen die Aufnahmesysteme des Entsorgungsfahrzeuges abgestimmt werden.

Die in Kassel eingesetzten Einwurfsäule verfügen über einen „Hausmeister-Zugang“. Die Säule kann seitlich aufgeschlossen und der vordere Teil um 90 Grad ausgeschwenkt werden, um den innenliegenden Sammelbehälter zu öffnen. Dadurch können Hausmeister oder autorisierte Personen zum Beispiel größere Säcke und Beistellungen direkt einwerfen oder das System warten.

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