Glasfaser bietet große Chancen für Wohnungsunternehmen

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Der Ausbau von Glasfasernetzen für Breitband-Internet schreitet fort. Besonders aktiv sind regionale und kommunale Versorger, die zum Partner für Bauherren und Hausverwalter werden. Sie bieten einen Anschluss aus einer Hand, mit Telefon, Internet und TV.

Entscheidend für die Attraktivität einer Wohnung ist die Lage – und Breitband-Internet. Für immer mehr Mieter gehört digitale Kommunikation zum Wohnungskomfort. Vor allem die Verbreitung von Streaming-Diensten wie Netflix hat die Nachfrage und die Nutzungsfrequenz leistungsfähiger Anschlüsse gesteigert. Kurz: Wenn in einem Wohngebiet Glasfaser verlegt wird, sollte jeder Immobilienbesitzer und jede Wohnungsbaugesellschaft Glasfaseranschlüsse in allen Mietobjekten verlegen lassen.

Ein potenzieller Partner für die einfache Verlegung sind dabei kommunale oder regionale Energieversorger. Sie haben in den letzten Jahren in vielen Städten, aber auch ländlichen Regionen eine Glasfaser-Infrastruktur aufgebaut. Die Versorger erkannten das Angebot von Breitband-Internet in Glasfasernetzen als gute Möglichkeit, ihren Kunden zusätzliche Dienste neben Gas, Wasser und Strom anzubieten und damit die Kundenbindung zu vergrößern.

| Immobilien mit breitband- Internet aufwerten

Eine sinnvolle Entscheidung, denn Versorger haben bereits durch ihre Leitungs- und Kabelschächte zu jedem Haushalt Zugang und sind in jedem Fall am Ausbau von neuen Wohn- und Gewerbegebieten beteiligt. Dieses neue Geschäftsfeld wird deshalb in vielen Kommunen von der Politik unterstützt. Ein Breitbandversorgungsnetz im kommunalen Besitz ist ein strategisches Element in der Standort- und Wirtschaftsförderung, vor allem auf dem Land.

Der wichtigste Vorteil ist sofort sichtbar: Wohngebiete mit Breitbandnetz werden spürbar aufgewertet. Schnelles Internet hat inzwischen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Immobilienpreise, wird im Wohnungsmarkt verstärkt nachgefragt und kann in einer Gemeinde für erhöhten Zuzug vor allem von jüngeren Familien sorgen. Ein Netz in kommunaler Verwaltung erlaubt zudem die Verbesserung der vorhandenen kommunalen Infrastruktur, etwa der Schulen. Gut möglich, dass es kleineren Städten durch solche Maßnahmen gelingt, der Abwärtsspirale aus Landflucht und schwächerer Infrastruktur zu entkommen.

Dies wiederum sind attraktive Aussichten für Investoren und Bauherren. Eine Glasfaseranbindung verstärkt die Nachfrage für ihre Neubauobjekte oder sanierten Altbauten. Für Wohnungsbaugesellschaften wird die Glasfaser also zur großen Chance, da sie unter anderem. zahlreiche Effizienzvorteile bietet. So ist es zum Beispiel einfacher für die Hausverwaltungen, ein Angebot aus einer Hand anzunehmen – das digitale Leistungsangebot der Versorger umfasst meist neben Telefonie, Internet und TV (Triple-Play) auch Smart Building-Dienste wie zum Beispiel Messdienstleistungen

Bei Neubauten muss nur noch ein Anbieter mit der Vollversorgung für Strom, Wärme, Wasser und Telekommunikation beauftragt werden. Die Koordination verschiedener Anbieter fällt weg, ebenso wie nachträgliche Baumaßnahmen. Dabei ist es grundsätzlich möglich, mit dem Versorger auch Anschlüsse für mehrere, über eine Gemeinde oder Region verteilte Objekte zu vereinbaren und in einem einheitlichen Vertrag zu regeln. Je nach Größe der Immobilie oder des Ensembles ist es sogar denkbar, mit den Energieversorger besondere Vertragsbedingungen auszuhandeln, etwa Preisnachlässe bei Anschluss sämtlicher Wohneinheiten. 

| So betreiben und vermarkten Versorger ihre Netze

Die Arbeitsweise der Versorger ist meistens etwas anders als bei den bekannten Telekommunikationsanbietern. Sie erbringen die eigentlichen digitalen Dienste normalerweise in Kooperation mit Spezialisten. So arbeiten sie zum Beispiel bei Gewerbegebieten mit einem spezialisierten B-2-B-Telekommunikationsanbieter wie Plusnet zusammen. Das Unternehmen betreibt ein bundesweites Next Generation Gigabit-Netz und betreibt direkte Netzzusammenschaltungen mit anderen mobilen und festen Kommunikationsnetzen für Telefonie und Internet.
Bei dieser Art des Netzbetriebs kümmert sich der Versorger um die physikalische Seite des Netzwerks, er verlegt Kabel in jedes Haus. Der Kommunikationsanbieter betreibt das Netz und die technische Infrastruktur. Konkret bedeutet das: Der Anbieter speist Services wie Internet- und Sprachdienste oder IPTV-Funktionalität in die Netze ein.

Dabei ist eine Verknüpfung mit dem öffentlichen Telefonnetz sowie die Einspeisung der üblichen TV-Sender garantiert. Er ist in der Lage, die Netze in seinem NOC (Network Operation Center) zu überwachen und technischen Support zu bieten – im Endeffekt also für einen dauerhaft stabilen Betrieb der Netze zu sorgen.
Die Versorger haben nun die Möglichkeit, die digitalen Dienste selbst zu vermarkten. Dafür bietet der Netzbetreiber weitere Dienste an, etwa einen Webshop für Anmeldung und Verkauf der TK-Dienste, ein Selfservice-Portal zur Anschlusskonfiguration bei den Endkunden sowie weitere Module, etwa zur Rechnungsstellung oder Benachrichtigung der Endkunden. Zahlreiche Versorger ergreifen diese Betriebsvariante, weil sie ihnen die Möglichkeit lässt, ihren Kunden exklusiv ihre Services anzubieten.
Zum Beispiel Marburg. Die mittelhessische Universitätsstadt hat bereits Anfang des Jahrzehnts erste Pläne für den Aufbau eines Breitbandnetzes aus Glasfaser gefasst. 2014 war es dann soweit: Die ersten Wohngebiete gingen ans Netz. Dank der Plusnet-Plattform vermarkten die Stadtwerke Marburg das Netz in Eigenregie. So bieten sie ihren Stammkunden ein Gesamtpaket aus typischen Versorgungsdienstleistungen und modernen digitalen Diensten. In den versorgten Gebieten haben die Stadtwerke laut ihrem letzten Geschäftsbericht fast 60 Prozent Kundenquote.

| Das regionale Netz für Anbieter öffnen

Viele Versorger entscheiden sich allerdings dafür, gar nicht selbst als Diensteanbieter aufzutreten, sondern ihr Netz für andere Provider zu öffnen. Diese Möglichkeit ist unter dem Stichwort Open Access bekannt. In diesem Fall betreibt Plusnet das Netz und schließt es an eine Open-Access-Integratorplattform an, die für andere Anbieter offen ist. Sie unterstützt unterbrechungsfreie Anbieterwechsel und ermöglicht den Kunden des Versorgers Freiheit bei der Auswahl der Diensteanbieter. Dabei zahlen sie nur die vom Anbieter vorgesehenen Tarife, der Versorger erhebt seine Gebühren direkt bei den Nutzern des Open-Access-Netzes – den TK-Unternehmen.

Diese Option wird häufig von regionalen Versorgern gewählt, die ihr Geschäftsmodell (zunächst) nicht erweitern möchten. Sie haben aber die Option, jederzeit ebenfalls als Anbieter in ihrem eigenen Netz aufzutreten. Diesen Ansatz verwirklicht in Kassel der kommunale Versorger Städtische Werke Netz + Service (NSG). Im Rahmen von Open Access öffnet er sein Netz, so das Kunden der in der Region vertretenen Anbieter von den bisherigen kupferbasierten Verbindungen auf Glasfaser wechseln können. Aus Sicht der Mieter ändert sich nur wenig gegenüber der bisherigen Situation. Wer an das Glasfasernetz angeschlossen ist, kann jetzt zum Beispiel einen Gigabit-Internetanschluss auch bei ihrem bisherigen Anbieter buchen – sofern dieser per Open Access mit dem Versorger verbunden ist.

Darüber hinaus können die Mieter auch Verträge mit anderen Anbietern abschließen, die im Einzelfall in seinem Wohngebiet nicht vertreten waren, beispielsweise Discount-Vermarkter, die einen begrenzten Leistungsumfang zu besonders günstigen Preisen anbieten. Diese Option überlässt es den einzelnen Mietern, ihre jeweils eigenen Verträge abzuschließen. Sofern die Glasfaser nicht bis in die einzelnen Wohnungen verlegt worden ist, kann dies beim Mieterwechsel ein Nachrüsten erforderlich machen.

| Möglich sind Inhouse-Verkabelung und/oder Hausanschlüsse

Für Wohnungsbaugesellschaften und Bauherren gibt es in diesem Rahmen also zwei sinnvolle Modelle: Den Hausanschluss erledigen in jedem Fall die Versorger, der Vermieter kann die Verkabelung mit Glasfaser im Haus durch einen Handwerker erledigen lassen. Das ist allerdings bei Neubauten oder Sanierungen kein großes Problem, da die Technologie ähnlich einfach wie Telefon- oder Stromkabel zu verlegen ist. Einige Versorger bieten die Verlegung im Haus ebenfalls an, allerdings werden dafür zusätzliche Kosten fällig.

Wichtig für Bauherren und Hausbesitzer: In jeder Region können unterschiedliche Bedingungen herrschen. So gibt es inzwischen immer mehr Kommunen, die bei Erschließung von Wohngebieten und bei Straßenbauarbeiten grundsätzlich Glasfaserkabel verlegen – unabhängig von der aktuellen Nachfrage. Im Zweifel werden auch Blindkabel bis ins Haus gelegt, die erst bei Bedarf und nach Vertragsabschluss mit einem Anbieter angeschaltet werden. In einzelnen Gemeinden und Wohngebieten sind auch die großen Telekommunikationsanbieter aktiv und verlegen eigene Glasfaserkabel.

Diese Überlegungen zeigen, dass der Wohnwert einer Immobilie durch Glasfaser deutlich gesteigert werden kann. Kurz: Für Immobilienbesitzer ist die Partnerschaft mit einem regionalen oder kommunalen Versorger zum Anschluss an eine Glasfaserinfrastruktur ein erheblicher Vorteil beim Bau oder der Sanierung von attraktiven Mietobjekten. Wichtig ist dabei, dass der Versorger mit einem erfahrenen, unabhängigen Telekommunikationsanbieter wie Plusnet zusammenarbeitet.

 

 

 

 

 

Foto: flashmovie/Adobe Stock

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