Industrieprodukte bewähren sich für Wohnbausanierung

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Für die Wohnbaugesellschaften ist neben der Schaffung von neuem Wohnraum vor allem die Modernisierung von bereits in die Jahre gekommener Wohnanlagen von Bedeutung. Dabei steht neben der Steigerung des Wohnkomforts der Bewohner vor allem eine kostengünstige energetische Sanierung im Mittelpunkt.

Für die Instandsetzung der in den 50er- Jahren erbauten Wohnhausanlage Gruberstraße in Linz in Österreich mit 72 Wohneinheiten wurde vom gemeinnützigen Wohnbauträger GWG Linz eine erschwingliche, langlebige und optisch ansprechende Sanierungsmöglichkeit gesucht. Man entschied sich für die 2012/2013 realisierte Instandsetzung – wie schon bei anderen Sanierungen davor – bei Dach und Fassade für Produkte, die ansonsten eher bei Industrie- und Gewerbebau genutzt werden. Die Metalldächer und -fassaden sind aufgrund der durchdringungsfrei befestigten Außenhülle für ihre Langlebigkeit bekannt.

Das bestehende Kaltdach wurde mitsamt dem Dachstuhl abgetragen und durch ein Warmdach ersetzt. Dafür wurde zuerst auf der bestehenden waagrechten Betondecke eine Dampfsperre aufgebracht. Um die notwendige Dachneigung zu erreichen, wurden für die Dachunterkonstruktion konische Z-Profile (90/255 Millimeter) und Halteprofile (90 Millimeter) verwendet. Die Zwischenräume wurden mit Dämmung ausgelegt. Daraus ergibt eine variable Dämmstärke bis zu 345 Millimetern. Die Dacheindeckung wurde mit Profilen aus Aluminium mit einer Deckbreite von 470 Millimetern realisiert, die durchdringungsfrei auf der Unterkonstruktion befestigt wurden. Die neue Dachentwässerung erfolgt mit außenliegenden Rinnen. Die bestehenden Kamine und Lüftungen wurden dicht eingebunden und das Zubehör, wie Schneefang oder Absturzsicherungen, mittels Spezialklemmen durchdringungsfrei am Dach befestigt.

Teilbereiche der alten Fassaden waren auf einer Holzunterkonstruktion verlegte Faserzementplatten. Da hier die Gefahr bestand, dass sich die mit Schrauben befestigten Platten aus der morschen Unterkonstruktion lösen könnten, wurde vor der neuen Verlegung vorsichtshalber der komplette Altbestand entfernt. Bei den anderen Fassadenseiten wurde auf die bestehende Fassade aufgebaut. Das heißt die vorhandene Dämmung wurde zusätzlich mit 14 Zentimeter dicken Fassadendämmplatten ergänzt. Dann erst wurde die Planum-Fassade mit dem Profil 22 aus Aluminium 1,0 Millimeter und einer Deckbreite von 300 Millimeter ausgeführt. Die verdeckte Befestigung erfolgte bei der Fassade durchdringungsfrei über Modulleisten, die auf den montierten Wandwinkelstützen im Mauerwerk befestigt wurden. Auf Wunsch des Bauherrn lieferte der Systemhersteller Domico die Paneele mit einer Mikrolinierung. Diese gibt der Fassade eine Strukturierung, die der Betrachter jedoch erst aus geringer Entfernung wahrnehmen kann. Mit der Annäherung an das Objekt wechselt die Fassade somit ihr Erscheinungsbild. Eine weitere Gliederung der Fassade erfolgte durch die Farbkombination von RAL 9006 und RAL 9007 mit den in irisierenden Sonderfarben verkleideten Balkonen/Loggien.

Eine Besonderheit stellt auch die Ausbildung der 45 Grad abgeschrägten Fensterlaibungen dar, wodurch die Belichtungsverhältnisse wie vor der Sanierung für die Bewohner aufrechterhalten wurden. Durch die teilperforierten Sturzprofile konnten die Zugluftöffnungen homogen in das Fassadenbild integriert werden.
Die neue Gebäudehülle sorgt nicht nur für angenehmes Wohnen im Winter, sondern hilft auch im Sommer zur Abschirmung der Wärme. Alles in allem gilt dieses Projekt als überaus gelungene Sanierung mit einer ansprechenden Optik, die den Mietern ein angenehmes Wohngefühl vermittelt.

Fotos: WHA

Quelle

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