Moos gegen Feinstaub

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Modulare Mooswände können systematisch Feinstaub binden und so in stark verkehrsbelasteten Ballungsräumen und Innenstädten einen nachhaltigen Beitrag zur Luftreinigung liefern: Die Ed. Züblin AG, die
Helix Pflanzen GmbH und die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben ihr gemeinsames Forschungsprojekt MoosTex erfolgreich abgeschlossen: Aus einer innovativen Idee von Züblin haben die Projektpartner eine technisch-biologische Lösung mit großem Marktpotenzial entwickelt. Neben ihrer Wirkung als Feinstaubfilter senken die variabel kombinierbaren Mooswand-Module den Verkehrslärmpegel, binden Kohlendioxid und tragen als kühlender Feuchtigkeitsspeicher zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Züblin und Helix wollen die grüne Innovation künftig gemeinsam vermarkten. Die Planung dafür hat begonnen. Züblin-Projektleiter Andreas Kugler kündigt zudem an: „Wir wollen noch in diesem Winter mit den Erfahrungen aus MoosTex ein erstes Pilotprojekt im Großraum Stuttgart realisieren.“ Die multifunktionale umweltentlastende Wirkung der Mooswand-Paneele haben die Projektpartner in drei Jahren Forschung (2017 bis 2020) mit intensiven Untersuchungen im Labor und an Testwänden in der Praxis geprüft und nachgewiesen. So hat eine Simulation unter realen Umweltbedingungen am stark befahrenen Stuttgarter Neckartor gezeigt, dass eine 2,50 Meter hohe Mooswand fünf bis zehn Prozent der Feinstaubpartikel aus den täglichen Kfz-Abgasen absorbieren kann.

Heißt: Bei der im Jahr 2019 registrierten Tagesfrequenz von rund 63.000 Fahrzeugen schlucken die Moosmodule den aus dem Auspuff freigesetzten Feinstaub von 3000 bis 6000 Kfz. Moosblätter ziehen Feinstaub an. Für ihre Innovation machen sich die Entwickler eine natürliche Moos-Eigenschaft zunutze: Moose binden Feinstaubpartikel als Nährstoffquelle direkt über ihre Blattoberflächen; ein Teil davon wird verstoffwechselt, der andere über Bakterien abgebaut oder sedimentiert. Dieser biologische Prozess ist besonders effektiv, weil Moose
durch ihre fein strukturierten Blätter eine riesige Oberfläche besitzen (1 Quadratmeter entspricht einer Blattfläche von bis zu 40 Quadratmeter) und Feinstaub-Bestandteile über die negativ geladenen Moosblätter angezogen werden. Das Forschungsprojekt MoosTex wurde im Rahmen des Förderprogramms „ZIM-Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Foto: Züblin

Quelle

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